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Planungswerkstätten 2011/2012

Auftaktveranstaltung am 25.11.2011, © Herwarth + Holz, Planung und Architektur

Die weitere Entwicklung des Kulturcampus Frankfurt stand im Mittelpunkt der Planungswerkstätten, die die Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit der ABG Frankfurt Holding von November 2011 bis April 2012 durchgeführt hat. Die insgesamt 14 Veranstaltungen wurden von den Büros Freischlad + Holz, Herwarth + Holz und der AGL moderiert. Begleitet und vorbereitet wurden die Planungswerkstätten darüber hinaus von einer Steuerungsgruppe und einem Runden Tisch, der sich aus Vertretern der Bürgerschaft, der Politik, dem OBR, der Dezernate Planung und Kultur, der ABG Frankfurt Holding und Akteuren der kulturellen Einrichtungen zusammensetzte.

Mit dem Entschluss einen ausgedehnten Bürgerdialog in Form von Planungswerkstätten zu initiieren, reagierte der Magistrat auf eine Vielzahl von Anregungen aus der Bevölkerung. Entsprechend hoch war das Interesse und Engagement: mit insgesamt ca. 350 Teilnehmern wurden die Themenschwerpunkte Städtebau/ Denkmalschutz, öffentlicher Raum/ Ökologie/ Verkehr, Wohnen und Kultur an drei Wochenenden diskutiert und kreativ weiterentwickelt.

Zu Beginn der Werkstätten wurde die aktuelle Planung vorgestellt, ergänzt durch fachliche Informationen (Werkstatthandbuch) und einer Reihe themenbezogener Vorträge von eingeladenen Fachleuten, Gutachtern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

Neben Diskussionen im großen Forum wurde die Planung dann in kleinen moderierten Gruppen skizziert und kritisch hinterfragt.
Zudem fanden die offiziellen Sitzungen ihre Ergänzung in themenbezogenen Arbeitsgruppen, die zwischen den Werkstadtwochenenden tagten und in einer Vielzahl von  interessanten Begegnungen zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik.

Nachdem die wichtigsten Fragestellungen für die Werkstätten fixiert waren, konnten gemeinsame Leitbilder für das Campusareal formuliert und unterschiedliche städtebauliche Szenarien diskutiert werden.

Die Werkstätten wurden planerisch durch das Büro Herwarth+ Holz begleitet. So konnten die Ergebnisse jeder Werkstatt fortlaufend in städtebauliche Entwurfsfassungen transferiert werden, um den Teilnehmern die räumlichen Konsequenzen ihrer Vorschläge zu verdeutlichen. Schließlich konnte ein städtebauliches Konzept gefunden werden, das von der Mehrheit der Teilnehmer als konsensfähig angesehen wurde.
Diese stadträumliche Vorzugsvariante wurde im Folgenden im zeichnerisch und im Modellbau auf ihre Umsetzbarkeit überprüft. Ziel war es, ein städtebauliches Grundgerüst zu finden, dass in seiner Umsetzung ein breites Spektrum an Nutzungen und baulichen Möglichkeiten bot.


Konsensplan

Auftaktveranstaltung am 25.11.2011, © Herwarth + Holz, Planung und Architektur

Das letzte Werkstattwochenende diente der Formulierung eines Konsensplans, der die Arbeitsergebnisse als Basis für die Entwicklung des Quartiers abstrakt abbildet:

Nördlich der Bockenheimer Landstraße ist die Entstehung eines großen Kulturkomplexes vorgesehen, der die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst beherbergen und die Theaternutzung des Bockenheimer Depots einbinden soll. Von hier aus verläuft, entlang der historischen Jügelstraße eine Sichtachse zum Eingangsportals des neuen, erweiterten Senckenbergkomplexes. Entlang der Jügelstraße befindet sich u.a. das Studierendenhaus, das als kulturelles und soziales Zentrum erhalten und ausgebaut werden soll. Die Platzierung weiterer Kultureinrichtungen entlang der Jügelstraße ist gewünscht.
Grundsätzlich wird ein stark durchmischtes Quartier angestrebt. Dennoch soll der vorwiegende Teil der neuen Wohnbebauung im ruhigeren, westlichen Areal platziert werden, entlang der Senckenberganlage wird es Flächen für gewerbliche Bebauung geben können.
Die frühere Landwehr wird in Form einer grünen Allee nachvollzogen, die sich im Verlauf mehrmals zu größeren Grünanlagen aufweitet, um ausreichend Raum für Bepflanzung und Naherholung zu gewährleisten. Ergänzt wird das Freiflächenangebot durch eine Reihe neuer Fußgängerbereiche, die zu Stadtteilplätzen und Flächen für kulturelle Aktivitäten ausgebildet werden sollen.

Das Thema Verkehr wurde kontrovers diskutiert. Der Wunsch nach einem autoarmen Quartier und der Rückbau der Bockenheimer Landstraße um eine Spur wurden formuliert. Dennoch galt es auch die Erreichbarkeit der neuen Nutzungen und die Abwicklung der vorhandenen Verkehrsströme zu berücksichtigen.
Ebenfalls intensiv erörtert wurden die ökologischen und klimatischen Auswirkungen der Planung. Die Idee eines ökologischen Modellquartiers wird weiter verfolgt.
Auch der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum und das Wohnen in Wohngruppen wurde intensiv beratschlag. Ebenso der Erhalt und die Umnutzung der denkmalgeschützten Bestandsgebäude. 


Strukturplan und Bebauungsplan

Planungswerkstatt, © Herwarth + Holz, Planung und Architektur

Nach Abschluss der Planungswerkstätten galt es, die Ergebnisse auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Die dokumentierten Ergebnisse wurden an die Politik übergeben. Seitens des Stadtplanungsamtes wurde im Sommer 2012 ein Strukturplan erstellt: als Zwischenschritt auf dem Weg zum Bauleitplan wurden hier die Wünsche des Konsensplans in planungsrechtliche Regelungen transferiert. Der erläuterte Strukturplan wurde der Stadtverordnetenversammlung als Bericht vorgelegt und im November 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auf der Grundlage des Strukturplans wurde 2013 ein Bebauungsplanentwurf erstellt.
Dieser setzt Art und Maß der baulichen Nutzungen, die überbaubaren Grundstücksflächen, öffentliche und private  Freiflächen sowie Verkehrsflächen fest. Er macht darüber hinaus unter anderem Angaben zu Baumerhalt- und Anpflanzungen, Wegebeziehungen und Stellplätzen. In einer ausführlichen Begründung zum Bebauungsplan mit Umweltbericht werden die einzelnen Planungsentscheidungen erläutert.
Der Bebauungsplanentwurf wurde im Frühjahr 2014 öffentlich ausgelegt. Nach Abwägung aller eingegangenen Stellungnahmen und Abschluss eines ergänzenden Städtebaulichen Vertrages lag dieser Anfang 2016 den politischen Gremien zum Satzungsbeschluss vor. Der Bebauungsplan ist am 26.04.2016 in Kraft getreten.

Unter der Homepage www.kulturcampusfrankfurt.de können alle Informationen über den Verlauf und die Ergebnisse der Planungswerkstätten abgerufen werden.