Springen Sie direkt: zum Textanfang (Navigation überspringen), zur Hauptnavigation, zur Hilfsnavigation, zur Suche, zur Kontaktinformation

zur Startseite des Stadtplanungsamtes Frankfurt am Main
stadtplanungsamt-frankfurt.de
DE | EN

Hilfsnavigation

  • Hilfe
  • Darstellung

Ernst-May-Viertel

Fragen und Antworten

Rahmenplan, Städtebaulicher Entwurf

  • Wo liegt das Planungsgebiet?

    Das Gebiet liegt im Nordosten Frankfurts. Es erstreckt sich auf Flächen der Stadtteile Bornheim, Nordend und Seckbach.

  • Warum der Name "Ernst-May-Viertel"?

    Bereits in dem von Stadtbaurat Ernst May im Jahr 1925 veröffentlichten Wohnungsbauentwicklungsprogramm der Stadt Frankfurt am Main waren Areale zwischen Bornheim und Seckbach als zukünftige Baugebiete ausgewiesen, dem heutigen „Ernst-May-Viertel“. Ziel der Siedlungsentwicklung unter Ernst May war es, einerseits für eine stark wachsende Bevölkerungszahl Wohnbauquartiere in hoher Zahl und Qualität zu schaffen ohne andererseits deren Anbindung an Grün- und Freiräume zu vernachlässigen. Diese Ziele liegen auch dem heutigen „Ernst-May-Viertel“ zu Grunde.

  • Wie groß ist die Fläche des Untersuchungsraumes?

    Der Raum der vorbereitenden Untersuchung beträgt rund 121 Hektar.

  • Welche Arbeitsschritte wurden gemacht?

    Die vorbereitenden Untersuchungen für eine mögliche städtebauliche Entwicklungsmaßnahme wurden im Jahr 2011 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gestartet. Im Rahmen dieser Untersuchung werden alle wesentlichen städtebaulichen, verkehrstechnischen und ökologischen Aspekte der Maßnahme bewertet. Die bisherigen Erkenntnisse sind in einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenplan gemündet. Wesentliche Meilensteine bei der Bearbeitung des Rahmenplanes waren im Jahr 2012 das Kooperative Planverfahren mit dem Ergebnis des „Pesch-Planes“ und die weitere Ausdifferenzierung dieses Planes.  

  • Welchen Stand haben die Planungsarbeiten heute?

    Die vorbereitenden Untersuchungen haben Anfang 2016 ein Stadium erreicht, das eine Berichterstattung an die städtischen Gremien erlaubt. Im Zuge der Untersuchung ist deutlich geworden, dass aus rechtlichen Gründen für drei Teilbereiche die Anwendung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme nicht statthaft ist. Diese Bereiche werden über das allgemeine Bauplanungsrecht, also über Bebauungspläne entwickelt. Sowohl für die Berichterstattung als auch für die Bebauungsplanverfahren sind die Beschlussvorlagen den politischen Gremien der Stadt zugeleitet worden.

  • Welche Chancen sind mit der Gebietsentwicklung verbunden?

    Im neuen „Ernst-May-Viertel“ ist es Absicht der Stadt Frankfurt am Main, in Ergänzung der bestehenden Quartiere ein Stadtviertel entstehen zu lassen, das innovative Planungsansätze mit urbanen Lebensqualitäten verbinden wird. In acht Teilquartieren ist in Nachbarschaft zur Frankfurter Innenstadt ein breites Spektrum unterschiedlicher Wohnformen geplant, das auch Angebote für preisgünstigen Wohnraum umfassen wird.
    Mit dem Vorhaben ist für die Stadt Frankfurt am Main die große Chance verbunden, gleichsam als „Wachstum nach Innen“ Flächen in einer zentrumsnahen Lage im Stadtgebiet einer Wohnnutzung zuzuführen, um so dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.
    Mit der Einhausung der Autobahn 661 kann darüber hinaus die Voraussetzung geschaffen werden, bestehende und auf dem „Deckel“ neu entstehende Grünflächen so zu gestalten, dass die Naherholungsangebote für die angestammten Bewohner der Stadtteile, aber auch für die „Neubewohner“ erweitert werden.

  • Wie viele Wohnungen sollen entstehen?

    In den acht Quartieren des „Ernst-May-Viertels“ könnten bis zu 4.000 Wohneinheiten gebaut werden.

  • Welche Wohnformen sollen gebaut werden?

    In den neuen Quartieren ist ein breites Spektrum von Wohn- und Eigentumsformen geplant, dabei sollen innovative Ansätze im Wohnungsbau und dem öffentlichen Raum umgesetzt werden.

  • In welchem Preissegment werden die Wohnungen errichtet?

    Wohnungspolitisches Ziel der Stadt Frankfurt ist es, bezahlbaren Wohnraum und ein breites Angebot zu schaffen. 30 Prozent der Wohnungsbauflächen werden für den geförderten Wohnungsbau reserviert. Gemeinschaftliche Wohnprojekte sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Es entstehen also keineswegs nur teure Wohnungen. Außerdem wird durch das zusätzliche Angebot auch etwas Druck von den umliegenden Stadtteilen genommen.

  • Werden im Ernst-May-Viertel nur Wohnungen gebaut?

    Das Ernst-May-Viertel wird als Ganzes geplant. Es handelt sich um ein umfassendes und komplexes Projekt, welches in Teilprojekten realisiert werden muss und selbstverständlich neben den neuen Wohnquartieren auch die neuen öffentlichen Grünflächen, Schulen und Kitas umfasst. Die Teil-Einhausung der A 661 ist dabei integraler Bestandteil des Planungskonzeptes.

  • Welches sind die innovativen Planungsansätze im Innovationsquartier?

    Das „Innovationsquartier“ soll seinem Namen als Modellstandort für innovative Ansätze des Städtebaus und des Hochbaus gerecht werden. Dabei sollen Themenfelder wie Mobilität, Regenwasserbewirtschaftung, kostenreduziertes Bauen sowie regenerative Energieversorgung und -nutzung, aber auch  gemeinschaftliche Wohnmodelle besondere Berücksichtigung finden.

  • Wird durch das Ernst-May-Viertel die Frischluftzufuhr eingeschränkt und das Stadtklima verschlechtert?

    Ein zentrales Anliegen der Planung für das „Ernst-May-Viertel“ ist es, die günstigen stadtklimatischen Bedingungen sowohl in den neuen Quartieren als auch in den bestehenden Stadtteilen zu bewahren. Die klimatischen Zusammenhänge im Untersuchungsgebiet wurden daher bereits in der ersten Phase des Projektes berücksichtigt und bei der Identifikation der zukünftigen Wohnbauflächen zugrunde gelegt. Detailliertere Klimauntersuchungen erfolgen nun in den weiteren Arbeitsschritten im Rahmen der Bauleitplanungen. Die stadtklimatischen Belange  genießen dabei eine hohe Priorität. Sie werden zudem im Einklang mit den Zielen der Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel stehen.

  • Mit welchen Maßnahmen kann die Frisch- und Kaltluftzufuhr aufrechterhalten und verbessert werden?

    Die Autobahn 661 ist heute ein Hemmnis für örtliche Kaltluftströmungen, da der Autobahnbau die vormals bereits vorhandene Tiefenlinie zusätzlich verstärkt hat, so dass sie für von Nordosten kommende Kaltluftmassen unüberwindbar geworden ist. Mit der geplanten Einhausung der Autobahn 661 kann daher diese Zäsur geschlossen und wieder für die gering mächtigen Kaltluftmassen passierbar werden. Diese verbessert auch die lufthygienische Qualität der Kaltluft, da sie deutlich weniger mit den Abgasen der Autos angereichert wird, sodass die Frischluftzufuhr in die Bestandsgebiete und in die geplanten neuen Quartiere verbessert wird.

  • Droht nach dem Bau der neuen Quartiere eine Überwärmung des Nordends und Bornheims?

    Für den Temperaturhaushalt des Nordends und Bornheims sind überörtliche, regionale Luftströmungen wie der Wetterauwind verantwortlich, nicht aber die kleinräumiigen Kaltluftentstehungsgebiete am nordöstlichen Frankfurter Stadtrand. Das Planungskonzept sieht vor, diesen Luftströmungen weiterhin den gewünschten Zugang zum Innenstadtgebiet zu geben, so dass eine Überwärmung des Nordends und Bornheims durch die Planungen zum Ernst-May-Viertel ausgeschlossen werden kann.

  • Wird mit einer 400 Meter langen Einhausung die Bevölkerung überhaupt angemessen vor Lärm geschützt?

    Die vorbereitenden Untersuchungen haben ergeben, dass auch durch eine verkürzte Einhausung in Verbindung mit einer geschlossenen Randbebauung entlang des Wohngebiets New Atterberry ein adäquater Schallschutz erreicht werden kann. Darüber hinaus sprechen technische und auch wirtschaftliche Gründe für die 400 Meter Variante. Sie ist deshalb die Vorzugslösung.

  • Wie wird der Lärmschutz für "Atterberry Ost" hergestellt?

    Eine Lärmschutzwand entlang der Autobahn 661 würde als Barriere wirken und stadträumlich zu einer weiteren Zerschneidung beitragen. Mit einer lärmschutzgebenden Randbebauung, welche sich zur Autobahn hin konsequent abschottet und sich nach Südwesten hin öffnet, kann hingegen ein Stadtbaustein realisiert werden, der die Wirksamkeit einer „nur“ 10 Meter hohen Lärmschutzwand deutlich übertrifft. Beispielgebend ist hierbei die geschlossene Randbebauung von New Atterberry entlang der Friedberger Landstraße, die das Wohngebiet wirkungsvoll abschirmt. Im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs soll für den Gebäuderiegel eine städtebaulich wie architektonisch hochwertige Gestaltung gefunden werden.

  • Welche Perspektive hat der Abenteuerspielplatz?

    Der Abenteuerspielplatz mit seinem für den Stadtteil wichtigem Angebot soll nach Möglichkeit erhalten werden. Er befindet sich aber seit jeher auf einem provisorischen Standort, der ursprünglich für die Alleenspange vorgesehen waren. Jetzt bietet sich die Chance, eine langfristige Lösung zu finden und den Spielplatz in ein Gesamtkonzept für die Nutzung von Freiflächen zu integrieren. Der Auftrag an den Magistrat lautet daher, für den Abenteuerspielplatz eine geeignete Lösung am Standort oder gegebenenfalls in räumlicher Nähe zu finden.

  • Was geschieht mit den heute bestehenden Parks?

    In die bestehenden Parks wird nicht eingegriffen. Es ist vielmehr Teil des Planungskonzeptes zum „Ernst-May-Viertel“, den Günthersburgpark und den Huthpark zu erweitern und an die übergeordnete Grünvernetzung zum Lohrberg und an den Regionalpark anzubinden.

  • Welche privaten Gärten sind betroffen, wie lange kann ich meinen Garten behalten?

    Bei der generellen planerischen Abwägung zur Entwicklung des „Ernst-May-Viertels“ ist es unvermeidlich, dass private Dauerklein- und Freizeitgärten zugunsten des Wohnungsbaus und zugunsten von großzügigen, öffentlich nutzbaren Grünverbindungen herangezogen werden müssen. Das Gemeinwohlinteresse steht hier vor dem Privatinteresse zum Erhalt der Gärten. Gleichwohl ist es Absicht der Stadt, dass der Eingriff in die Gärten nur in einem vertretbaren Maß erfolgen soll und das Angebot an Kleingärten in der Summe möglichst zu erhalten. In welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt in die bestehenden gärtnerisch genutzten Flächen tatsächlich eingegriffen werden wird, ist heute noch nicht verlässlich zu bestimmen. Dies ist abhängig vom Fortgang der Planung.

  • Wird es Kompensationsangebote für den Verlust von Freizeitgärten geben?

    Ein System zur möglichen Umstrukturierung, Verlagerung und/oder Kompensation der Freizeitgärten soll erarbeitet werden. Dies bedeutet, dass für die entfallenden Freizeitgärten nach Möglichkeit eine Ersatzfläche angeboten werden soll. Jedoch werden sich nicht für alle Gärten eine neue Fläche in räumlicher Nähe finden lassen. Dauerkleingärten genießen gesetzlichen Schutz und sind ggfs. vollumfänglich auszugleichen. Über Details und Umfang von Kompensationsangeboten wird zur gegebenen Zeit informiert.

  • Welche Zeitplanungen gibt es für das "Ernst-May-Viertel"?

    Bei der Entwicklung des „Ernst-May-Viertels“ handelt es sich um ein Vorhaben der Stadtentwicklung mit mittel- und langfristigem Zeithorizont. Das Gebiet könnte ab 2016 bis etwa 2028 in drei Zeitphasen entwickelt werden. Die Zeitplanungen sind aber abhängig von den Beschlüssen der politischen Gremien der Stadt und von den Abläufen der übergeordneten Planverfahren zum Ausbau der Autobahn 661 beziehungsweise zum Einhausungsbauwerk. Hierbei handelt es sich um Verfahren unter Federführung des Landes Hessen beziehungsweise der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt Frankfurt am Main hat auf diese Formalverfahren nur mittelbar Einfluss.

  • Werden die Bürgerinnen und Bürger angemessen informiert?

    Immer wenn es einen neuen Sach- und Informationsstand gibt, wird über diesen berichtet und diskutiert. Bei den ersten Überlegungen zu den Potentialen einer städtebaulichen Vernetzung gab es ein Kooperatives-Verfahren mit öffentlicher Beteiligung und einem Beirat aus Vertretern von Bürgerinitiativen, Ortsbeiträten, der Politik und Fachleuten zur Bewertung der vorgelegten Arbeiten. Der Beschluss, Vorbereitende Untersuchungen einzuleiten, wurde in der Presse, in den Ortsbeiräten und in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert.
    Auch im weiteren Planungsprozess wird es eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung geben.