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Geschichte der Großmarkthalle

Luftbild Großmarktareal 1978, © Aero Lux Oberursel

Luftbild Großmarktareal von 1978

Die Großmarkthalle wurde unter Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Stadtbaurat Ernst May zwischen 1926 und 1928 nach einem Entwurf von Martin Elsässer (1884-1957) erbaut.

Nach mehr als 75 Jahren wurde im Sommer 2004 in der am 25. Oktober 1928 in Betrieb genommenen Halle zum letzten Mal mit Obst und Gemüse gehandelt.

Das moderne Bauwerk gehörte zum stadtplanerischen Gesamtkonzept des „Neuen Frankfurt“ und ist ein wertvolles Beispiel für die Architektur der expressiven Moderne. Während die Frankfurter Bürger sich nur allmählich mit ihrer monumentalen „Gemieskerch“ anfreundeten, bestaunten Auswärtige die Halle aufgrund ihrer Funktionalität und modernen Bauweise und errichteten sogar Markthallen nach Frankfurter Vorbild.

Die heute unter Denkmalschutz stehende Halle ist 220 m lang und wird durch 2 Kopfbauten eingefasst, so dass das Gebäude insgesamt eine Länge 250 m aufweißt. Im westlichen Kopfbau befanden sich die Büros der Marktverwaltung, der Kopfbau im Osten wurde als Kühlhaus mit eigener Eisfabrik gebaut.
Neben der eigentlichen Halle mit dem Bürohaus und dem Kühlhaus gehörten auch 2 Annexbauten mit Wohnungen für Betriebsangehörige, die Importhalle mit den Räumen der Städtischen Schulkinderspeisung, eine Sortierhalle, Gleisanlagen und kleinere Nebengebäude, wie Wiegehäuschen und Stellwerk zu der Baumaßnahme Großmarkthalle. Die Baukosten hatten über 15 Millionen Reichsmark betragen.


Foto vom Bau der Großmarkthalle 1928, © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main

Bau der Großmarkthalle 1928

Das Besondere am Bau der Großmarkthalle sind die 15 Tonnenschalen von nur 7,5 cm Stärke, die die 50 m breite Halle pfeilerlos überspannen.
Das nach der herstellenden Firma Zeiss-Dywidag benannte Verfahren dieser dünnen Eisenbetonkonstruktion wurde hier erstmals angewendet und ist heute einer der Gründe für den Denkmalschutz der Halle.

Zwischen 1941 und 1945 wurde ein Teil des Kellers der Großmarkthalle von den NS-Behörden als Sammelstelle für Menschen jüdischer Herkunft genutzt, die von hier aus deportiert wurden. An dieses dunkle Kapitel soll künftig eine Gedenk- und Informationsstätte erinnern.


Foto Großmarktbetrieb 1952, Foto: Reinbacher, Frankfurt, © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main

Großmarktbetrieb 1952

Die Großmarkthalle wurde bei mehreren Luftangriffen zwischen 1943 und 1944 vor allem im westlichen Hallendrittel schwer beschädigt.
Trotz dieser schweren Zerstörung und der Nutzung großer Teile der Großmarkthalle durch die Amerikaner wurde der Markbetrieb direkt nach Kriegsende provisorisch wieder aufgenommen. Zwischen 1947 und 1953 erfolgte der schrittweise Wiederaufbau.

Insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren erlebte der Marktbetrieb in der Großmarkthalle einen Boom. In der Folge ging der Umschlag von Obst und Gemüse aber zurück.

Heute weist die denkmalgeschützte Großmarkthalle einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Funktionsmängel, inadäquate Erschließung und strukturelle Veränderungen führten bereits in den 1980er Jahren zu Überlegungen, den Großmarkt zu verlagern. Mit einem Grundstück im Bereich der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Am Martinszehnten“ konnte ein passender neuer Standort gefunden werden. Der Umzug der Händler wurde mit der Eröffnung des neuen Frischezentrums in Kalbach im Juni 2004 abgeschlossen.

Das Grundstück der Großmarkthalle wurde am 01.01.2005 an die EZB übergeben.