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Vorbereitende Untersuchungen

Klima und Frischluft

Stadtklimatische Funktion des Untersuchungsgebietes

Ausschnitt aus der Klimafunktionskarte (Ausgabe 1995), mit Überlagerung der Grenze des Untersuchungsgebietes, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Stadt Frankfurt am Main

Die klimatische Bedeutung eines Raumes resultiert in erster Linie aus seiner Lage, seinen topographischen Gegebenheiten und aus seinen Nutzungsstrukturen. Diese Faktoren bestimmen die Bedeutung eines Gebietes sowohl für den kleinräumigen, lokalen Kaltlufthaushalt als auch für die allgemeine Durchlüftung des Stadtkörpers beziehungsweise dessen Zugänglichkeit für regionale Frischluftströmungen.

Einen detaillierten Aufschluss über die kleinklimatisch wichtigsten topographischen Gegebenheiten im Untersuchungsgebiet liefert der städtische Klimaplanatlas. Er zeigt die Geländeerhebungen und –vertiefungen auf, welche die Abflussrichtung und somit den Wirkungsbereich der vor Ort entstehenden Kaltluft maßgeblich bestimmen.


Hierin markieren die gestrichelten Linien sogenannte Höhenkammlinien, die, ähnlich einer Wasserscheide, die räumliche Ausdehnung eines Kaltlufteinzugsgebietes beschreiben. Täler und andere Geländevertiefungen werden im Kartenausschnitt durch Doppelpunkt-Strich-Linien dargestellt, zu denen die an den Hängen gebildete Kaltluft strömt und gegebenenfalls - dem weiteren Talverlauf folgend - abfließt, sofern der Strömungswiderstand gering und ein ausreichendes Gefälle vorhanden ist. 

Anhand der Lage und Ausrichtung der im Untersuchungsgebiet vorkommenden Höhen- und Tiefenlinien lässt sich ableiten, dass das Gebiet zwischen dem Hauptfriedhof im Westen und dem Huthpark im Nordosten in drei eigenständige Kaltlufteinzugsgebiete untergliedert werden kann:

  1. Das nordöstliche Kaltluftentstehungsgebiet umfasst den Huthpark und erstreckt sich nach Südwesten bis zu einer Höhenlinie, die, von Süden kommend, bis zur Unfallklinik verläuft. Die innerhalb dieser Umgrenzung entstehende Kaltluft strömt entsprechend der Hauptgefällerichtung nach Osten beziehungsweise direkt nach Seckbach.
  2. Ein zweites Kaltluft-Einzugsgebiet erstreckt sich bis zu einer Höhenlinie, die vom Bornheimer Friedhof ausgehend, direkt nach Süden verläuft. Die hier entstehende Kaltluft fließt vor allem zu der Tiefenlinie, die seinerzeit durch den Einschnitt der A 661 zusätzlich verstärkt wurde. Über diese Rinne wird der Kaltluftstrom nach Südosten, zum Seckbacher Ried ableitet. Eine in der Karte erkennbare zweite Tiefenlinie hat hingegen keine Bedeutung für den Kaltluftabfluss, da sie mitten im Bornheimer Siedlungskörper liegt und deshalb nicht mit den umliegenden Kaltluftflächen korrespondiert.
  3. Die im westlichen Teileinzugsgebiet entstehende Kaltluft strömt entsprechend der hier bestehenden allgemeinen Gefällerichtung nach Südsüdwesten, in Richtung des Siedlungsrandes entlang der Münzenberger und Butzbacher Straße ab.

Neben ihrer Bedeutung für den örtlichen Kaltlufthaushalt dienen die Grün- und Freiflächen des Untersuchungsgebiets mit ihrer Verbindung zur freien Landschaft des nordöstlichen Frankfurter Stadtgebiets auch als Leitbahn für regionale Windsysteme wie den Wetterauwind. Sie verbessern deshalb das Eindringen dieser Windregime in den nordöstlichen Stadtkörper. Dabei können sie zugleich der örtlichen Kaltluft einen Bewegungsimpuls geben, so dass die Kaltluftmassen dynamischer agieren, als es das geringe Gefälle und der meist hohe Strömungswiderstand im Untersuchungsraum ansonsten erwarten lassen.


Folgerungen für das Ernst-May-Viertel

Durch die Existenz verschiedener kleinteiliger Kaltluftregime können die planungsbedingten Auswirkungen grundsätzlich minimiert werden, weil partielle Eingriffe in einem Kaltluftregime nicht zugleich auch zu Veränderungen in den anderen Kaltluftgebieten und ihren zugeordneten Wirkzonen beziehungsweise Stadtgebieten führen. Planerische Veränderungen im Gebiet zwischen dem Bornheimer Friedhof und dem Huthpark würden deshalb allenfalls zu einer Beeinflussung des Kaltluftgeschehens in den südwestlichen Bereichen Seckbachs und in den nordöstlichen Gebieten Bornheims führen. Nutzungsveränderungen westlich und südlich des Bornheimer Friedhofs würden hingegen in erster Linie den Kaltluftzustrom an den Rändern des östlichen Nordends sowie Bornheims tangieren. 

Entscheidend ist jedoch, dass es in beiden Fällen nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen der örtlichen Klimaverhältnisse kommen würde, da durch die Anordnung und Ausdehnung der neuen Siedlungserweiterungen die Bedeutung der verbleibenden Grün- und Freiflächen als Strömungskorridor erhalten bleiben wird. Somit wird der eigentliche „Motor“ des lokalen Durchlüftungsgeschehens, nämlich die regionalen Luftströmungen weiterhin für eine ausreichende Belüftung und Zuführung von Kalt- und Frischluft sorgen.
 
Die Mächtigkeit der regionalen Luftströmungen sorgt zudem auch dafür, dass sie weiterhin das gesamte Frankfurter Stadtgebiet überströmen und somit das Kleinklima auch in den zentraleren Inenstadtgebieten begünstigen, die nicht von den kleinräumigen Kalt- und Frischluftzirkulationen der Stadtränder erreicht werden.