Springen Sie direkt: zum Textanfang (Navigation überspringen), zur Hauptnavigation, zur Hilfsnavigation, zur Suche, zur Kontaktinformation

zur Startseite des Stadtplanungsamtes Frankfurt am Main
stadtplanungsamt-frankfurt.de
DE | EN

Hilfsnavigation

  • Hilfe
  • Darstellung

Klinikum Höchst

Städtebaulicher Entwurf, Klinikum, Wohnen

Stadtteil:




Abgeschlossen:
2015

Planungsanlass
Das Klinikum Höchst beabsichtigt einen kompakten Klinikneubau auf einer benachbarten Grundstücksfläche anstelle des vierzehngeschossigen Zentralbaus aus den 60er Jahren. Auf dem heute freigeräumten Neubaugrundstück stand einst das Seniorenwohnheim „Victor-Gollancz-Haus“ in Form eines zwölfgeschossigen Wohnhochhauses. Nach der Fertigstellung des Neubaus und Räumung des in die Jahre gekommenen Bettenhochhauses werden Flächen auf dem heutigen Klinikgelände für eine neue Nutzungsentwicklung frei. Die an das Neubaugrundstück anschließende, dreieckige Parkplatzfläche soll in diesem Zuge ebenfalls neu beordnet werden.

Planungsgebiet
Das Plangebiet liegt im nördlichen Bereich von Frankfurt Höchst an der Grenze zu Unterliederbach. Es umfasst das heutige Klinikum Höchst mit der angrenzenden Neubaufläche zwischen der Windhorststraße und dem Mitscherlich-Haus einschließlich der Parkplatzfläche vor dem ehemaligen McNair-Kasernengebäude.

Planungsziele
Das Bebauungsplanverfahren wurde mit dem Ziel einer städtebaulichen Ordnung und Entwicklung durchgeführt. Durch eine Verkehrsuntersuchung wurden Möglichkeiten geprüft, das Straßennetz zu schließen und in die Planung aufgenommen. Die freiwerdenden Flächen im südlichen Klinikbereich sollen für Wohnen entwickelt werden. Ziel ist damit die Stärkung der Wohnnutzung im Stadtteil Höchst. Durch qualitätsvolle Wohnbauflächen soll die Attraktivität von Höchst als Wohnstandort verbessert und dem steigenden Wohnflächenbedarf Rechnung getragen werden. Zur Sicherung des neuen Klinikstandortes mit dem neuem Hauptgebäude und für eine zukünftige Entwicklungsmöglichkeit des Klinikums ist zwischen Gotenstraße und Peter-Fischer-Allee ein Sondergebiet für das Klinikum geplant. Auf dieser Klinikfläche sind der Klinikneubau mit einer Erweiterungsfläche für das Klinikum und kliniknahe Nutzungen vorgesehen. Auf der dreieckigen Parkplatzfläche gegenüber dem ehemaligen Mc-Nair-Gebäude besteht die Option, ein Verwaltungsgebäude für das Klinikum mit kerngebietstypischen Nutzungen (Läden, Dienstleistungen, Büros etc.) und einen qualitätsvollen öffentlichen Platz mit Quartierszentrumsfunktion zu entwickeln. Zwei zusammenhängende Grünbereiche mit großem Baumbestand werden durch eine öffentliche Grünfläche gesichert. Der weitere Baumbestand wurde nach Möglichkeit in der Planung berücksichtigt.

Projektverlauf
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main hat am 01.07.2010 (§ 8365) den Aufstellungsbeschluss für den „Bebauungsplan Nr. 879 - Nördlich Hospitalstraße - Klinikum Höchst“ gefasst. Als Grundlage für das weitere Bebauungsplanverfahren wurde ein Rahmenplan erarbeitet.  Eine erste Verkehrsuntersuchung des Büros AS&P wurde im Februar 2011 vorgelegt. Nach Vergleich unterschiedlicher Erschließungsmöglichkeiten für das Klinikareal hat sich eine Verlängerung der Windthorststraße bis zur Liebknechtsstraße als Vorzugsvariante herausgestellt. Diese Planstraße im Zweirichtungsverkehr stellt im Ergebnis einen sinnvollen Netzschluss im Straßennetz dar, mit dem Umwege für einzelne Verkehrsströme und somit zusätzliche Belastungen für bestehende Wohngebiete weitestgehend vermieden werden.

Am 2. März 2011 fand im Bürgerzentrum Lindenviertel eine frühzeitige Bürgerbeteiligung der Öffentlichkeit statt. Unter reger Teilnahme wurde die Zielplanung des Klinikums, die Ziele und Zwecke des Bebauungsplanes und das Ergebnis der Verkehrsuntersuchung vorgestellt und mit interessierten Bürgern diskutiert.
Der Untersuchungsrahmen des Verkehrsgutachtens wurde daraufhin ausgeweitet und das Gutachten überarbeitet. Als Ergebnis wurde ein weiterer Lückenschluss im Straßennetz, die Verlängerung der Zuckschwerdtstraße in Richtung Norden, vorgeschlagen. Die städtebauliche Planung wurde weiter bearbeitet und auf der Grundlage des Entwurfes im Frühjahr 2012 die Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. Die Ergebnisse wurden durch das Stadtplanungsamt ausgewertet und der Magistratsvortrag für den Bebauungsplan-Satzungsbeschluss vorbereitet. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 13.12.2012 wurde der Bebauungsplan als Satzung beschlossen (§ 2513). Anfang 2013 wurde der Bebauungsplan beim Regierungspräsidium Darmstadt zur Genehmigung eingereicht.

Parallel zur Erarbeitung des Bebauungsplanes Nr. 879 – Nördlich Hospitalstraße – Klinikum Höchst wurde Ende 2011 bis Mitte 2012 ein Gutachterverfahren durchgeführt, um die Qualität des neu geplanten Wohngebietes zu sichern. Von den sechs geladenen Büros wurden Vorschläge für ein städtebauliches Konzept und erste Ideen für eine architektonische Gestaltung der Gebäude entwickelt. Weiterhin wurde untersucht, wie das Werkstattgebäude und das kleine historische Gebäude an der Gotenstraße, das derzeit als Bibliothek genutzt wird, in den Entwurf integriert und genutzt werden können. Für die Bibliothek wurde eine gastronomische Nutzung und für das Werkstattgebäude der Umbau zu einer Kindertagesstätte vorgeschlagen.

Die Beiträge des Gutachterverfahrens wurden im Februar 2012 einer Jury vorgestellt und prämiert.

Mit dem ersten Preis wurde der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft des Frankfurter Büros Jourdan + Müller PAS zusammen mit BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten bedacht. Der Entwurf zeichnet sich durch eine feinteilige Integration der wertvollen Baumbestände in das Bebauungskonzept aus und korrespondiert mit den Baustrukturen der Nachbarschaft durch eine angemessene Höhe und Länge der entworfenen Gebäudestrukturen. Der Entwurf sieht verschiedene Gebäude- und Wohnungstypen vor, die hinter einer lebendigen und abwechslungsreich gegliederten Fassandenlandschaft liegen.

Im weiteren Verlauf des Jahres wurde der Siegerentwurf durch die beiden bearbeitenden Büros weiterqualifiziert. Die Ergebnisse der Überarbeitung und die Beiträge der anderen Teilnehmer des Gutachterverfahrens wurden Anfang Juni 2012 der Öffentlichkeit im Bolongaropalast in einer Informationsveranstaltung und einer Ausstellung vorgestellt.