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Programmverlauf

Startphase

Maschine für Holzbearbeitung, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Die Bewilligung und Bereitstellung der EU-Fördermittel durch das Land setzte neben einer formlosen Interessenbekundung und einer anschließenden förmlichen Antragstellung voraus, dass die Stadt eine spezielle Förderrichtlinie für das Programm erstellt. Diese Förderrichtlinie sollte die Bewilligung und Abrechnung der Mittel gegenüber den Zuwendungsempfängern regeln. Ein entsprechender Richtlinienentwurf wurde Anfang 2010 erarbeitet und mit dem Land abgestimmt. Daraufhin erfolgte mit Bescheid vom 13.04.2010 die Bewilligung der EU-Fördermittel in Höhe von 500.000,00 .

Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 16.12.2010 (§ 9176) wurde die Richtlinie von den Stadtverordneten beschlossen und die Bereitstellung der städtischen Komplementärmittel in Höhe von maximal 200.000 geregelt.

Seit Anfang 2011 konnten Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) damit Förderanträge auf eigens für dieses Programm entwickelten Antragsformularen stellen.

Im Dezember 2010 hatte sich bereits der Förderausschuss, dem Vertreter  der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, dem Existenzgründerzentrum Kompass gGmbH, dem Jobcenter sowie dem Stadtplanungsamt angehörten, konstituiert. Alle eingegangenen Anträge wurden vom Förderausschuss, beraten und entschieden, unkomplizierte Anträge wurden teilweise auch per Umlauf beschlossen. Der Förderausschuss tagte während der Programmdurchführung von 2010 bis 2014 insgesamt 17-mal.

 

Durchführung

Im Zeitraum von Anfang 2011 bis Ende 2013 wurden insgesamt 44 Anträge auf Förderung gestellt. Die Zahl der Unternehmen, die von einer der beteiligten Institutionen im Förderausschuss über die Fördermöglichkeiten beraten wurden, lag etwa doppelt so hoch.
Von den gestellten Anträgen wurde lediglich einer abgelehnt. Im Vorfeld der Antragstellung fand im Regelfall bereits eine intensive Beratung statt, so dass bei Antragseinreichung die grundsätzliche Förderfähigkeit feststand.
Ein Großteil der Anträge ging zunächst unvollständig bei der Stadt ein, so dass den Unternehmen eine Frist zur Vervollständigung der Unterlagen gesetzt wurde. Obwohl diese Fristen sehr flexibel gehandhabt wurden, waren drei Unternehmen jedoch nicht in der Lage, ihre Anträge zu vervollständigen. Diese wurden dann als unvollständig zurückgewiesen.
Drei weitere Unternehmen haben ihre Anträge noch vor Prüfung und Bescheidung durch die Stadt wieder zurückgenommen, da sich die geplante Maßnahme bzw. die geplante Existenzgründung nicht mehr realisieren ließ.
Die Stadt hat somit an insgesamt 37 Unternehmen und Existenzgründer Förderbescheide erlassen. Hiervon haben wiederum drei die geplanten Maßnahmen innerhalb des gesetzten Durchführungszeitraums nicht umgesetzt. Obwohl auch hier die Frage des Durchführungszeitraums sehr flexibel gehandhabt wurde, mussten die Bescheide letztendlich von der Stadt zurückgenommen werden.
34 Unternehmen und Existenzgründer haben die geplanten Maßnahmen vollständig oder teilweise umgesetzt. Bis Ende 2014 mussten leider vier Unternehmen den Betrieb wieder aufgeben. In zwei Fällen lag dies an finanziellen Problemen, die nicht gelöst werden konnten, und eine Betriebsschließung erzwangen. In einem Fall lag dies an persönlichen Problemen im Umfeld der Existenzgründung. Lediglich bei einer Neuansiedlung kam es nach kurzer Zeit wieder zur Schließung, weil der erwartete Umsatz und die kalkulierte Kundenzahl nicht erreicht werden konnten.

Die Förderung von 30 Unternehmen mit Unterstützung des EFRE-Programms führte zu einem Investitionsvolumen von rund 1.053.600 .
Bei den 30 Unternehmen handelte es sich um 19 bestehende Betriebe, die durch Betriebserweiterung und -modernisierung ihren Standort sichern oder durch die Einrichtung zusätzlicher Ausbildungsplätze den Stamm an qualifiziertem Personal erhöhen wollten. Hierzu gehörten insbesondere die Anschaffung zusätzlicher und leistungsfähigerer Maschinen, die Modernisierung der Geschäftsräume oder Investitionen zur Erschließung neuer Geschäftsfelder. Darüber hinaus haben 4 Betriebe ihren Firmensitz in das Fördergebiet verlegt. Insgesamt wurden durch Erhalt und Verlagerung 122 Dauerarbeitsplätze gesichert. Die Branchen reichten vom klassischen Handwerksbetrieb (Steinmetz, Schreiner, Kfz-Gewerbe, Druckerei, Gartenbau), über den Handel (Lebensmittel, Kräuter, Kfz-Teile) bis zur Dienstleistung (Friseur, Fotostudio, Sonnenstudio).
Unter den geförderten Betrieben befanden sich 6 Existenzgründungen, sowie eine Eröffnung einer zusätzlichen Filiale. Dies führte zur Schaffung von 32 zusätzlichen Dauerarbeitsplätzen. Auch hier waren die Branchen sehr unterschiedlich und reich-ten von der Gastronomie, dem Handel bis zur Forschung.
Neben dem Erhalt und der Schaffung von Dauerarbeitsplätzen war die Schaffung von 18 zusätzlichen Ausbildungsplätzen ein großer Erfolg des Programms.

 


Beratungsleistungen, Fort- und Weiterbildung

Eröffnung der Metzgerei, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

In den öffentlichen Veranstaltungen und in den kontinuierlichen Kontakten zu den Fechenheimer Unternehmen kristallisierten sich verschiedene Themenbereiche heraus, zu denen ein Beratungsbedarf und ein Beratungsbedürfnis erkennbar waren. Hieraus entwickelten sich spezielle Themen, die im Rahmen einer Fort- und Weiterbildungsreihe für alle Fechenheimer Unternehmen behandelt wurden. Dies waren z.B. Themen der IT-Sicherheit, die Frage „Wer ist mein Kunde?“, Trends und neue Märkte, Internetrecht, erfolgreicher Internetauftritt, der richtige Marketing Mix und Social Media Marketing. Die Themen waren speziell auf die Fechenheimer Unternehmen zugeschnitten, zu jedem Thema wurde ein qualifizierter, externer Referent eingeladen, der sich neben einem Fachvortrag auch in die Diskussion mit den Unternehmen begab. Alle ca. 250 Unternehmen wurden schriftlich zu den Terminen eingeladen, bei den jeweiligen Veranstaltungen waren zwischen 10 und 25 Unternehmen vertreten. Aus den Reihen der teilnehmenden Unternehmen wurde der Wunsch geäußert, auch ein Seminar mit der Themenstellung “Was können Fechenheimer Unternehmen für Fechenheim unternehmen“ durchzuführen. Ergebnis dieser halbtägigen Veranstaltung war eine „Vision Fechenheim 2020“, in der die Unternehmen sowohl ihre Situation und Entwicklungsperspektiven, als auch die des Stadtteils für die kommenden Jahre beschrieben haben.

Die Fort- und Weiterbildungsreihe brachte noch einen bedeutenden, nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt mit sich: den Kontakt und die Vernetzung der Unternehmen untereinander. Viele Unternehmen kannten sich nicht, kannten das Angebot oder das Produkt des anderen nicht. Das Fort- und Weiterbildungsprogramm bot Ort und Zeit für eine intensive Vernetzung.

Die Fechenheimer Initiative der Ladeneigentümer hatte sich im Jahr 2013 am Wettbewerb „Ab in die Mitte – die hessische Innenstadtoffensive“ beteiligt und einen Preis gewonnen. Kernprojekt des Beitrags war die Durchführung einer Handwerks- und Gewerbemesse. Am 14. und 15.09.2013 wurde die Straße Alt-Fechenheim im Kernbereich für den Verkehr gesperrt. Mehr als 75 ausstellende Unternehmen haben die Einkaufsstraße in eine Messe-Meile verwandelt. Zwei Tage lange drehte sich alles um das Unternehmertum in Fechenheim, das unter dem Motto „Qualität und Innovation für einen lebenswerten Stadtteil“ stand. Auch diese Veranstaltung wurde ergänzend über das EFRE-Programm gefördert.

 

Bewertung

Das Förderprogramm wurde von den Fechenheimer Unternehmen sehr gut angenommen. Um eine möglichst breite Wirkung zu erzielen, hat der Förderausschuss bereits sehr früh entschieden, nicht in allen Fällen die prozentuale Höchstförderung von 50 % bzw. 40 % gemäß Förderrichtlinie auszuschöpfen.
So bewegten sich die Fördersätze bei der Einzelfallentscheidung zwischen 20 und 50 %.

Das Programm hatte für den Stadtteil einen wichtigen psychologischen Effekt: die Verwaltung konnte durch die zusätzliche Fördermöglichkeit verdeutlichen, dass nicht nur die Aktivitäten im Kernbereich mit dem Städtebauförderprogramm im Vordergrund stehen, sondern dass die Verwaltung den Stadtteil immer als Ganzes betrachtet. Dem Fechenheimer Norden, der sich gegenüber dem Süden immer zurück gesetzt fühlt, konnte gezeigt werden, dass er auch unter positiver Beobachtung steht. In diesem Zusammenhang war auch die Vernetzung der Gewerbetreibenden über ihre direkte Nachbarschaft hinaus über den gesamten Stadtteil hinaus von sehr großer Bedeutung.

Nicht zuletzt konnte natürlich durch die Förderung Leerstand im Kernbereich und in den Gewerbegebieten beseitigt werden. Durch die Förderung einer großen Anzahl bestehender Betriebe konnte mit Sicherheit auch drohender Leerstand verhindert werden. Damit fällt die Bewertung des Programms im Hinblick auf die ursprüngliche Zielsetzung eindeutig positiv aus.