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Rahmenplanung

Beginn der Rahmenplanung
Der städtebauliche Rahmenplan zum Europaviertel bildet die wesentliche Grundlage für die weiterführenden Planungen, wie zum Beispiel Bebauungs- und Erschließungspläne. In den Jahren 1999 und 2000 wurde erstmals ein Rahmenplan zwischen den Eigentümerinnen, Eigentümern und der Stadt Frankfurt abgestimmt, der das geplante Erschließungssystem und die sich daraus resultierenden Bau- und Grünflächen darstellte. Dieser Rahmenplan wurde im Jahre 2000 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und bildete die Grundlage für eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes des Umlandverbandes Frankfurt.

Rahmenplan 1999, © AS&P Frankfurt am Main

Konkretisierung der Rahmenplanung bis 2003 
Für das westliche Wohnquartier wurde 2002 ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb ausgelobt, den das Stuttgarter Büro h4a für sich entscheiden konnte. Ein entsprechend überarbeiteter und in seiner Gesamtheit konkretisierter Rahmenplan wurde im Mai 2003 im Rahmen einer Bürgerbeteiligung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser städtebaulichen Planung war ein 800 Meter langer Straßentunnel für die Europaallee, der privat finanziert werden sollte. Aufgrund gestiegener Sicherheitsanforderungen an derartige Bauwerke und der damit verbundenen Kostensteigerung um ca. 40% war die Finanzierung des Tunnels in dieser Dimension und somit die Realisierung der bis dahin avisierten städtebaulichen Planung nicht mehr darstellbar. 
Dies hatte zur Folge, dass die bisher verfolgte städtebauliche Konzeption vollständig überarbeitet werden musste. Zudem veränderte sich der Zeitplan zur Umsetzung der Planung aufgrund einer zwischenzeitlichen Entscheidung der Deutsche Bahn AG, das Rangierfeld noch bis 2010 nutzen zu wollen. Durch diese Zwangspunkte wurde eine gestaffelte Entwicklung des westlichen Europaviertel erforderlich. 

Rahmenplan Europaviertel 2003, © AS&P Frankfurt am Main

Überarbeitung des Rahmenplanes in 2004 
Im Rahmen eines Testplanungsverfahrens von Januar bis Juni 2004 wurde der städtebauliche Rahmenplan für das westliche Europaviertel überarbeitet. Dafür wurden die Büros h4a, Stuttgart und AS&P, Frankfurt am Main sowie das Stadtplanungsamt Frankfurt am Main von den Eigentümerinnen aufgefordert, neue Ideen für das Europaviertel West zu entwickeln, die die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besser erfüllen. Das Büro h4a, das 2002 den Wettbewerb zum Wohnquartier Europaviertel West für sich entscheiden konnte, und das Stadtplanungsamt hatten dabei nahezu den gleichen Planungsansatz. Dieser wurde durch das Büro h4a in enger Absprache mit den Eigentümerinnen, Eigentümern und der Stadt weiterentwickelt. Im September 2004 konnte der Öffentlichkeit im Rahmen einer erneuten frühzeitigen Beteiligung der überarbeitete Rahmenplan vorgestellt werden.

Konzept des Rahmenplans 
Rückgrat der Planung ist die 60 m breite, begrünte Europaallee, die aus dem Europaviertel Ost kommend auch das westliche Planungsgebiet strukturiert. Nördlich und südlich wird die boulevardartige Straße von einer siebengeschossigen, geschlossenen Blockrandbebauung gefasst. Die nördliche Bebauung übernimmt dabei gleichzeitig die Aufgabe, den Erweiterungsflächen der Messe einen stadträumlichen Abschluss zu geben und somit die großmaßstäblichen Messehallen besser in den Stadtraum einzubinden. Die Europaallee soll von ihrem Beginn am Güterplatz bis zur Einmündung in die Straße Am Römerhof gestalterisch einen einheitlichen Charakter erhalten.
In der Mitte des westlichen Plangebietes taucht die Europaallee auf einer Strecke von nunmehr 400 Metern in einen Straßentunnel ab. Oberhalb des Tunnels wird der in Ost-West-Richtung orientierte, ca. 6 ha große Europagarten angelegt - Eröffnung im Juni 2011. Zwei jeweils ca. 60 m breite und 170 m lange Grünverbindungen verbinden den Park einerseits nach Süden mit dem Gallusviertel, andererseits nach Norden mit dem Rebstockpark und bilden den Lückenschluss einer Grünverbindung der Innenstadt mit dem Naherholungsraum der Nidda. Für den Europagarten wurde 2008 ein landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb durchgeführt, den das Berliner Büro relais - Landschaftsarchitekten für sich entscheiden konnte.
Rund um den Park sollen vier Wohnquartiere mit insgesamt ca. 2.000 Wohneinheiten entstehen. Diese Nutzung wird erst durch den Bau des Straßentunnels und im westlichen Bereich durch den Bau Allee begleitender Gewerbebauten ermöglicht, da hierdurch die neu geplanten Allgemeinen Wohngebiete vom Lärm des Verkehrs der Europaallee abgeschirmt werden können.
Nordwestlich des Europagartens ist eine neue Grundschule für das Europaviertel geplant, die von allen neu geplanten Wohnbereichen gleich gut erreichbar sein wird. Für die vier großen Wohnbauabschnitte sind fünf Standorte für neue Kindertagesstätten vorgesehen. Die öffentliche Erschließung soll zukünftig über eine unterirdische Stadtbahn mit 4 Haltepunkten parallel zur Europaallee erfolgen.

Rahmenplan Europaviertel 2005, © AS&P Frankfurt am Main