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schneider+schumacher

Modellfoto, © schneider+schumacher Architektengesellschaft mbH, Frankfurt/lad+I landschaftsarchitektur, Hannover/BPR Beraten Planen Realisieren, Darmstadt

Der folgende Text dokumentiert den Wettbewerbsbeitrag des Planungsteams um das Büro schneider+schumacher. 
Dieser ist Grundlage für die Beauftragung des Büros mit der Vorplanung für den aktuellen Planungsbereich.

 

Verfasser

Architekten
schneider+schumacher Architekturgesellschaft mbH
Niddastraße 91
60329 Frankfurt am Main

Mitarbeiter
Karlo Filipovic, Sven Müller, Daniel Wiedenkeller,
Christina Barzen, Vita Redliha, Peter Knörr

Landschaftsarchitekt/Landschaftsplaner
lad+ landschaftsarchitektur diekmann
Seestraße 12
30171 Hannover

Mitarbeiter
Sabine Rabe, Binnca Däwes, Christine Sack

Ingenieur der Fachrichtung Verkehrsplanung/
Verkehrstechnik
BPR Bernd F. Kühne & Partner
Elisabethenstraße 62
64283 Darmstadt

 


Leitidee der Verfasser

Perspektive Bahnhofsboulevard, © schneider+schumacher Architektengesellschaft mbH, Frankfurt/lad+I landschaftsarchitektur, Hannover/BPR Beraten Planen Realisieren, Darmstadt

„Ziel ist es, den Bahnhofsplatz in seiner Form und Bedeutung für den Stadtraum wieder erlebbar zu machen. Bahnhof und Bahnhofsplatz sollen eine ihrer Bedeutung und Funktion angemessene Dimension erhalten. (...) Zusammen mit dem Bahnhofsplatz ist er [der Bahnhof] für die Zugreisenden der Ort des ersten Eindrucks von Frankfurt, das „Tor zur Stadt". Dieser Bedeutung entsprechend verlangt das heterogene Umfeld des Bahnhofes nach einer ortsprägenden und ablesbaren Lösung.“


Entwurfserläuterung

Lageplan ohne Maßstab, © schneider+schumacher Architektengesellschaft mbH, Frankfurt/lad+I landschaftsarchitektur, Hannover/BPR Beraten Planen Realisieren, Darmstadt

Der zentrale Bahnhofsvorplatz des überarbeiteten Entwurfs

Die Fläche vor dem Hauptgebäude wird fast komplett freigehalten und bietet so viel Platz für Sondernutzungen wie Markttage oder andere Events sowie für die dem Bahnhofsgebäude vorgelagerte Außengastronomie. Lediglich die Straßenbahnhaltestelle ist in Anlehnung an die historische Lage auf dem nördlichen Teil des zentralen Vorplatzes positioniert. Platten aus Granit aus dem Odenwald in unterschiedlicher Größe, ungerichteter Anordnung und in wechselnden Farbnuancen mit eingestreuten rechteckigen LED-Lichtfliesen prägen als Oberflächenmaterial den Eindruck des Platzes.
Die Beleuchtung des Platzes soll durch Mastleuchten entlang der Fahrbahn und der Straßenbahntrasse erfolgen, ergänzt durch eine Effektbeleuchtung mittels der Lichtfliesen und eine Illumination der Fassade des Bahnhofs.
Im südlichen Teil des Hauptvorplatzes wird zwischen Straßenbahngleisen und "Straße Am Hauptbahnhof" ein Wasserspiel in Form eines Fontänenfeldes angeordnet. Die Baumgruppe am südlichen Rand des Vorplatzes wird erhalten.
Der Gehweg auf der Stadtseite wird verbreitert und mit Baumreihen versehen. So wird eine Promenade geformt, die Ausblicke auf den Platz und Außengastronomie ermöglicht.
Es wird vorgeschlagen, die beiden seitlichen Vorplätze für den Individualverkehr nur noch von Westen her zu erschließen und keine Einfahrt von der „Straße Am Hauptbahnhof“ vorzusehen. Damit können den Seiteneingängen, die den Querbahnsteig erschließen, jeweils von Fahrverkehr weitgehend befreite Platzflächen direkt zugeordnet werden. Fahrradstellplätze werden jeweils konzentriert in räumlicher Nähe zu den Seiteneingängen angeordnet.

 

Änderungen Wettbewerbsentwurf / überarbeiteter Entwurf

Die wichtigsten Änderungen des überarbeiteten Entwurfes gegenüber dem Wettbewerbsentwurf sind: 

  • Die Straßenbahnhaltestelle auf dem zentralen Vorplatz rückt etwas vom Bahnhofsgebäude ab. Die Breite der Trasse wird durch die Anlage von seitlichen Haltestellen statt eines Mittelbahnsteigs verringert.
  • Die Terrassen vor dem Hauptgebäude entfallen und werden durch ebenerdige Gastronomieflächen ersetzt.
  • Die Durchbrüche zur B-Ebene werden durch LED-Lichtfliesen ersetzt, die in den Platzbelag integriert werden; optional bleiben die Durchbrüche möglich.

 

Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll

(Die folgende Beurteilung der Jury bezieht sich auf den ursprünglichen Wettbewerbsbeitrag)

"Die Arbeit besticht durch ihren Ansatz, durch die Abkoppelung von Poststraße und Mannheimer Straße einen großzügigen Platz zu schaffen, der dem Fußgänger einen komfortablen Zugang in und aus dem Gebäude und vielfältige Bewegungsrichtungen ermöglicht.
Gleichzeitig werden das prominente Gebäude und seine drei Eingangssituationen freigestellt. Der Platz wird sinnvoll in verschiedene Bereiche eingeteilt: ein Vorbereich für die Gastronomie, eine offene Fläche, die für temporäre Bespielungen angedacht ist. Dabei wird die höhergelegene Terrasse kritisch gesehen, da der Niveauversatz aufgrund logistischer und denkmalpflegerischer Belange problematisch erscheint. Dennoch werden die klare Zonierung und Flächenzuweisung – Gastronomiebereich, Platz für Ideen - ausdrücklich begrüßt und für richtig empfunden. Aufgrund des großzügigen Gesamtzuschnittes des Platzes werden aber diverse verkehrliche Belange nicht ausreichend erfüllt. So fehlen die Behindertenstellplätze, eine Taxivorfahrt auf dem zentralen Platz ist nicht dargestellt, die Nachrückerplätze an den vorgeschlagenen Taxibereichen sind zu gering dimensioniert. Die Kurzzeitparkplätze werden zum Großteil in den neuen Parkhäusern nachgewiesen, deren Realisierung aber nicht gesichert ist.
Die Jury diskutiert diesbezüglich kontrovers, ob diese Nachteile bei detaillierter Betrachtung vorgabengerecht optimiert werden können, dabei wäre zudem die Verlegung der Tiefgaragenzufahrt im Nordbereich verkehrlich und kostenmäßig zu prüfen. Ebenso bleibt fraglich, ob die Verkehrsverlegung nicht einen erheblichen Suchverkehr erzeugt oder ob dieses durch ein intelligentes Leitsystem vermieden werden kann. Die Belegung des Platzes mit changierenden Materialien und transparenten Flächen, die die darunterliegende B-Ebene belichten, wird äußerst strittig diskutiert. Den Argumenten, eine pixelige Struktur würde der Modernität Frankfurts entsprechen und in Zusammenhang mit dem Lichtkonzept eine einmalige und erinnerbare Identität generieren, wird die unbelegte These entgegnet, die Flächen wären sowohl von Investitions- als auch Pflegekosten nicht finanzierbar. Die Idee, mit durchgesteckten Belichtungselementen die B-Ebene atmosphärisch aufzuwerten und mit dem Stadtraum konzeptionell zu verweben, wird ebenso von Teilen der Jury als nicht realisierbar angesehen, da dadurch die untere Ebene in ihrer freien Nutzung eingeschränkt würde. Auf stadträumlicher Ebene müsste nachgewiesen werden, dass die Lichtintarsien blendfrei funktionieren und allen Sicherheitsanforderungen gerecht werden.
Insgesamt ein radikaler und damit sehr kraftvoller Ansatz, der Emotionen sowohl in der Beurteilung der Konzeption und später sicherlich auch im positiven Sinne im Stadtraum bewegen würde. Ein Konzept, das den Ort durch seine Zeichenhaftigkeit in einen ganz besonderen Ort verwandeln könnte und durch das Angebot einer kontinuierlich wechselnden Bespielung dem Anspruch einer metropolitanen, urbanen Bühne gerecht wird."