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Beleuchtungskonzept Bankenviertel

Masterplan Licht Bankenviertel

Thema:
Beleuchtungskonzept, ffentlicher Raum
Stadtteil: Abgeschlossen:
2012

Projektbeschreibung

Planungsanlass
Die Stadt Frankfurt am Main möchte aufgrund ihrer Verpflichtung, die verschiedenen Anforderungen des öffentlichen Raumes untereinander abzustimmen, mit einem Lichtkonzept für das Bankenviertel ordnend in das Nachtbild eingreifen. Deshalb soll ein übergreifendes Konzept erarbeitet werden, das die Möglichkeit bietet, die Qualität des Stadtbildes aufzuwerten und einen nachhaltigen Energieeinsatz zu gewährleisten. Damit soll der Gefahr einer Entwicklung, in der sich einzelne Konzepte untereinander in ihrer Intensität und ihren Effekten übertreffen möchten, entgegengewirkt werden.

Planungsgebiet
Untersucht wurde das Bankenviertel und die unmittelbar angrenzenden Straßenzüge im westlichen Teil der Innenstadt zwischen Hauptwache, Wallanlage und Mainufer sowie die angrenzenden Hochhausstandorte im östlichen Bahnhofsviertel und entlang der Mainzer Landstraße.

Planungsziel
Die Untersuchungen hatten die Konzeption und Entwicklung eines Gesamtkonzeptes Beleuchtung für das Bankenviertel, bestehend aus dem Masterplan Licht und stadtverträglichen Einzelkonzepten zur Hochhausillumination, sowie die Überprüfung der Möglichkeiten für eine Lichtsatzung bzw. Richtlinie, zum Ziel.

Projektverlauf
Die Bearbeitung des Masterplans Licht für das Bankenviertel mit allgemeinen Gestaltungskriterien für die Illumination sowie von 6 Einzelkonzepten für Hochhäuser wurde 2006 abgeschlossen. Darauf aufbauend erfolgt aktuell die Konzeption einer Richtlinie zur Illumination bzw. Lichtsatzung für Hochhäuser.



Mehr Informationen

Warum ein Masterplan?

Frankfurt am Main zeichnet sich gegenüber anderen europäischen Städten durch die Besonderheit einer Skyline aus. Rund 50 Gebäude mit einer Höhe über 50 Meter konzentrieren sich im innerstädtischen Bereich und die Nachfrage nach hochwertigen, zentral gelegenen Bürostandorten ist ungebrochen, so dass weitere Hochhäuser in Planung sind. Es besteht ein zunehmendes Interesse der Nutzer – meist Finanzdienstleister – ihren Gebäuden, die sich am Tage durch große Individualität auszeichnen, auch in der Nacht mehr Präsenz zu verleihen.

Die genaue Betrachtung macht deutlich, dass bereits die Illumination eines einzigen Hochhauses aufgrund seiner Fernwirkung großen Einfluss auf das nächtliche Gesamtbild der Stadt hat. Somit handelt es sich bei der Hochhausbeleuchtung um ein enormes Potenzial, das aber auch verantwortlich im Interesse der Gesamtstadt einer Regelung bedarf.

Deshalb hat die Stadt Frankfurt von der Arbeitsgemeinschaft B.A.S. + Conceptlicht den „Masterplan Licht Bankenviertel“ entwickeln lassen. Der Masterplan betrachtet alle Aspekte zum Thema Licht und entwickelt ein Nachtbild für das gesamte Bankenviertel. Er zeigt eine Strategie auf, wie Beleuchtung des öffentlichen Raums, Architektur, Gebäudeillumination und Lichtwerbung neu in Beziehung treten können. Der Masterplan stellt die Defizite des Nachtbildes dar und entwickelt daraus Ziele und Empfehlungen für eine künftige Stadtbeleuchtung.

Foto Skyline am Abend, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Methodisches Vorgehen

Foto Defizit: Blendung durch Straßenbeleuchtung, Foto: BAS conceptlicht, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Defizit: Blendung durch Straßenbeleuchtung

Das Nachtbild von Großstädten erstrahlt heute als riesige Lichtglocke über den tatsächlichen Beleuchtungsbedarf hinaus. Einerseits ist das Nachtbild zu diffus - eine differenzierte Wahrnehmung von Flächen und Räumen ist nicht möglich - sowie zu gleichmäßig, die Feinheiten sind verlorengegangen. Andererseits sind diese Erscheinungen auch Ausdruck des pulsierenden Nachtlebens einer Großstadt. Die Zielsetzung eines authentischen Nachtbildes sollte das Großstädtische auch nachts in Erscheinung treten lassen und das Bedeutungslose nicht lichttechnisch inszenieren.


Foto Defizit: Licht mit falscher Farbwiedergabe, Foto: BAS conceptlicht, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Defizit: Licht ohne Farbwiedergabe    

Um ein authentisches Nachtbild zu entwerfen, stand am Anfang der Betrachtungen des Masterplans die Analyse des Tagbildes. Es wurden nachtrelevante Nutzungen, Freiräume, Straßen- und Blickbeziehungen sowie Baustrukturen und Hochhäuser analysiert. Ausgesprochene Abend- und Nachtnutzungen sind Hotels und Gaststätten, gefolgt von Läden und Geschäften, die auch nach Ladenschluss durch beleuchtete Schaufenster Anziehungspunkte bilden. Im Gegensatz zu den öffentlichen Räumen in reinen Büroquartieren mit  z.T. sogar abweisenden Fassaden, sind dies die Räume mit der besseren Aufenthaltsqualität.

Als Defizite des Nachtbildes können zusammenfassend genannt werden: Licht-Smog, Blendung, unbeabsichtigte Bedeutung und unechte Farbwiedergabe durch Beleuchtung.


Aufgrund der stadtstrukturellen Analyse und der herausgearbeiteten Defizite wurden folgende Ziele des Masterplans entwickelt:

  1. Blendlicht reduzieren – Materiallicht stärken!
  2. Stadtraum mit Licht definieren und nachmodellieren!
  3. Dunkelheit ist Qualität!
  4. Beleuchtung kann nur dort etwas in Erscheinung bringen, wo etwas zu zeigen ist. Versucht sie etwas zu illuminieren, wo nichts ist, ist sie aufgesetzt!
  5. Architektonische Struktur und räumliche Dimension von Gebäuden, Straßen und Plätzen mit möglichst geringen Mitteln betonen!
  6. Architektur, Gebäudebeleuchtung, Lichtwerbung und Beleuchtung des öffentlichen Raums in Beziehung setzen!

Inhalte des Masterplans

Die Vision des Masterplans Licht ist ein authentisches Nachtbild Frankfurts, das Räume und Objekte in ihrer Materialität zur Geltung bringt, aufgesetzte Lichteffekte vermeidet und ein Nachtbild von großstädtischer Selbstverständlichkeit erzeugt. Zur Umsetzung dieses Ziels soll insbesondere der Stadtraum mit Licht  definiert und nachzumodelliert werden, mit mehr gezielter Dunkelheit, mit räumlichem Gespür und mit großer Zurückhaltung.

Auch wenn der Skyline bei der Außendarstellung der Stadt eine besondere Rolle zukommt, reduziert sich der Masterplan nicht auf die Illumination der Hochhäuser. Es ist der Stadt Frankfurt besonders wichtig, den öffentlichen Raum als gleichgewichteten Bestandteil in dieses Konzept zu integrieren. Das Konzept zeigt eine zusammenhängende Betrachtung des gesamten Stadtraumes im Hinblick auf das Nachtbild – hier des erweiterten Bankenviertels - auf. Insbesondere wurden die öffentlichen Plätze und Grünanlagen, die Straßenraumbeleuchtung, die Lichtwerbung, die Illumination von besonderen (z.B. öffentlichen und historischen) Gebäuden sowie von einzelnen Merkpunkten, wie Brunnen und Denkmalen, vertiefend betrachtet.
Die Gesamtkonzeption zeigt anhand von beispielhaften Lösungen, wie u.a. einem Gestaltungsvorschlag für die Wallanlagen, die städtebaulichen Möglichkeiten im Umgang mit Licht auf.

Foto Gestaltungsvorschlag Wallanlage, © BAS_conceptlicht

Außerdem hat der Masterplan allgemeine Beleuchtungskriterien entwickelt, die zur Handlungsgrundlage sowohl für städtische als auch private Beteiligte weiterentwickelt werden sollen. Bisher besitzt die vorliegende gutachterliche Untersuchung noch nicht den Charakter einer Richtlinie oder Satzung. Für alle anstehenden Neugestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum, wie z.B. die Neue Mainzer Straße, stellt der Masterplan aber bereits die Grundlage dar.


Einzelkonzepte zur Hochhausbeleuchtung

Mit der Beauftragung von Einzelkonzepten wurde in einem zweiten Schritt das schwierige Sonderthema der Hochhausbeleuchtung vertieft. Dadurch wurde interessierten Investoren die Bandbreite stadtbildverträglicher Selbstdarstellung über Gebäudeillumination aufgezeigt. Wichtig dabei ist, dass das Nachtbild der Hochhäuser im Verhältnis zu ihrem Tagbild nicht zu einer Verfremdung der Erscheinung führt.

Bei der Erarbeitung der aus dem Rahmenkonzept abgeleiteten einzelnen Beleuchtungskonzepte hat sich die Stadt Frankfurt von verschiedenen Lichtplanern, Architekten und Künstlern unterstützen lassen und - vor allem bei den Hochhäusern, bei denen das private ebenso wie das öffentliche Interesse berührt ist - eng mit den Betroffenen zusammengearbeitet.

Die Vorkonzepte für die einzelnen Hochhäuser wurden aus den allgemeinen Gestaltungskriterien entwickelt und sind jeweils in einen konkreten, aus gesamtstädtischer Sicht wünschenswerten Vorschlag zur Illumination gemündet.


Lageplan Blickbeziehung Hochhausebene zu Hochhaus Neue Mainzer Straße 32-38, Entwurf: BAS conceptlicht, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Auch hierbei stand am Anfang die strukturelle Analyse des Hochhauses und seines Standortes. Wichtigstes Ziel war die Erfassung der städtebaulichen Dimension der Hochhaus-Illumination und die Überprüfung der Gestaltungskriterien, die nun Handlungsempfehlung für Planer und Architekten sein können.
Neben der Machbarkeit wurden auch die Aspekte Kontextbeziehungen, Tagbild-Nachtbild der Architektur, Umgebungsschutz/Denkmalschutz, Wirtschaftlichkeit, Identität, Werbung und Lichtverschmutzung untersucht. Eine besondere Bedeutung kommt dem sparsamen Energieeinsatz zu.


Foto Montage Trianon - Tagbild links - © Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, - Nachtbild rechts - Simulation: Dietz Joppien ArchitektenAG mit luna lichtarchitektur macina, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

So wurde zum Beispiel für das Hochhaus Trianon ein neues Lichtkonzept durch das Büro Dietz Joppien mit luna lichtarchitektur erstellt, welches die in der Tagsansicht erlebbare Differenzierung der Gebäudehülle durch die geplante Außenbeleuchtung auch in der Nacht sichtbar macht.

Dabei werden für die Beleuchtung des bereits heute illuminierten Tetraeders Varianten mit relativ geringem Energiebedarf vorgeschlagen, die die Eigenschaften des Halbspiegelmaterials, mit dem der Körper im Bestand verkleidet ist, nutzen.

Durch das neue Konzept wird bei insgesamt geringerem Energieverbrauch das gesamte Gebäude illuminiert