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Förderprogramm Innenstadt Höchst

Revitalisierung der Innenstadt Höchst als Wohn- und Geschäftsstandort

Thema:
Stadterneuerung, Gewerbe
Stadtteil: Ortbezirk:
6
Gebietsgröße:
Rahmenplangebiet rund 57 ha
Kontakt:

Frau Anne Lederer
Telefon: +49 (0)69 212 34403
Telefax: +49 (0)69 212 30761


Projektbeschreibung

Planungsanlass
Der Stadtteil Höchst ist noch vielen bekannt durch den Industriepark des ehemaligen Konzerns Hoechst AG. Doch Höchst hat noch vieles mehr zu bieten! Der Stadtteil hat eine lebendige Altstadt mit der größten geschlossenen Fachwerkbebauung Frankfurts, die seit 1972 unter Denkmalschutz steht. Vom Main her betrachtet präsentiert sich der Stadtteil mit Schloss und Stadtmauer, Justinuskirche und Bolongaropalast mit einem historischen Ensemble einer bis 1928 selbstständigen Stadt. Bedingt durch verschiedene Faktoren leidet aber Höchst unter einem Bedeutungsverlust, der auch mit wirtschaftlichen Einbußen einhergeht. Die Konkurrenz des expandierenden Main-Taunus-Zentrums, der Wegzug der Kreisverwaltung und die Verlagerung des Haupttores des Industrieparks nach Süden haben hierzu beigetragen. Höchst bietet Qualitäten als Wohn- und Geschäftsstandort, die es vor dem Hintergrund der aktuellen Stadtentwicklung zu schützen und auszubauen gilt. 

Mit dem Rahmenplan wurden daher - ausgehend von Strukturuntersuchungen des Stadtteils - die Bindungen, die Mängel und die Chancen von Höchst herausgearbeitet. Der Rahmenplan diente als Grundlage für das 2006 von der Stadt Frankfurt am Main beschlossene kommunale Förderprogramm Innenstadt Höchst.

Die Stadtverordnetenversammlung hat am 21.06.2018 die „Richtlinien zur Förderung der Umgestaltung von gewerblichen Erdgeschosszonen sowie der Aufwertung des Geschäftsumfeldes in der Innenstadt Höchst“ beschlossen und die bestehenden Förderrichtlinien für die Bezuschussung der Modernisierung des Wohngebäudebestandes ersetzt.

Planungsgebiet
Das Plangebiet wird begrenzt durch die Leunastraße im Westen, durch den Main bzw. die Nidda im Süden, durch die Russinger- und die Bolongarostraße im Osten sowie die Ludwig-Scriba-Straße und die Gleisanlagen im Norden.

Planungsziele
Ziel der aktuellen Förderung ist die Stärkung der zentralen Funktion der Innenstadt Höchst. Über finanzielle Anreize in bauliche Investitionen sollen erdgeschossige Gewerbeflächen attraktiver gestaltet, bewährte Nutzungen verstetigt und Leerstand beseitigt werden. Mit den Investitionen soll zur Erhaltung wertvoller Bausubstanz und zur Aufwertung des städtebaulichen Erscheinungsbilds der Immobilien sowie zur Stärkung des Geschäftsumfeldes beigetragen werden.
Mit diesem Programm gewährt die Stadt Frankfurt am Main Zuschüsse für Maßnahmen zur Umgestaltung von gewerblich genutzten Erdgeschosszonen. Darüber hinaus werden Maßnahmen oder Aktivitäten gefördert, die zur Stärkung des Geschäftsumfeldes sowie zur Imageverbesserung der Geschäftsstandortes Innenstadt Höchst beitragen.

Eine Förderung der Modernisierung von Wohngebäuden ist aus dem Frankfurter Programm zur Modernisierung des Wohnungsbestandes möglich.

Projektverlauf
Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahre 2000 war der Magistrat beauftragt, den Rahmenplan aus dem Jahre 1990 zu aktualisieren, da die damals benannten Probleme seither nicht geringer geworden seien. Als Grundlage für eine solche Planung wurden ein Stadtteilverkehrsplan und ein Parkraumbewirtschaftungskonzept erstellt. Der Rahmenplan wurde 2006 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Gleichzeitig wurde ein Förderprogramm von 21 Millionen Euro für das Rahmenplangebiet beschlossen, mit dem Wohnungsbau- und Modernisierungsmaßnahmen gefördert werden sollen. Hierfür wurden 2007 Förderrichtlinien aufgestellt, die im Februar 2008 beschlossen wurden.
 
Die Beratung der privaten Bauwilligen vor Ort erfolgt seit 2008 durch die beauftragte Architektin, Frau Lotte Plechatsch, im Beratungsbüro Bolongarostraße 135.
 
Im Zeitraum 2008 – 2011 nahm die Stadt Frankfurt am Main mit dem Stadtteil Höchst an dem EU-Projekt MANDIE 2008 – 2011 teil, welches die Förderung und Reaktivierung von Stadtteilzentren zum Ziel hatte. 

Von April 2012 bis Juli 2017 war die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft GmbH mit ihrer Marke NH ProjektStadt beauftragt das Projekt als Quartiersmanager zu betreuen. Das Leitbild dafür ist die Entwicklung eines multifunktionalen Stadtteilzentrums mit den Handlungsfeldern Versorgung, Wohnen, Arbeiten, Leben, Kultur und Freizeit.

Zwar konnten durch die Förderung von baulichen Maßnahmen große Erfolge im Erhalt wertvoller Bausubstanz verzeichnet werden, doch weist die Innenstadt Höchst noch strukturelle Missstände auf. Auf Grundlage einer Evaluation wurde daher beschlossen, das Förderprogramm um weitere fünf Jahre zu verlängern und erneut Fördermittel in Höhe von 10 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die „Richtlinien zur Förderung der Umgestaltung von gewerblichen Erdgeschosszonen sowie der Aufwertung des Geschäftsumfeldes in der Innenstadt Höchst“ sind seit dem 21.06.2018 in Kraft.

Derzeit wird das Stadteilmanagement inklusive der Modernisierungsberatung europaweit ausgeschrieben.

 

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Publikationen des Stadtplanungsamtes zum Projekt


Mehr Informationen

Kommunikation

Öffentlichkeitsarbeit und Imagebildung

Autobahnbeschilderung, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Die Imagebildung des Standortes Höchst ist eine zentrale Aufgabenstellung. Nicht die sektorale Betrachtung einzelner Handlungsfelder, sondern die Verknüpfung und Schaffung von Synergien sind notwendig, um die Entwicklung des Stadtteils voranzubringen. Seit Beginn des Förderprogramms wurden daher unterschiedliche Projekte initiiert und Initiativen des Stadtteils gefördert. In den letzten Jahren konnten z.B. eine App als Stadtführer mit etwa 15 Locations und die Autobahnbeschilderung „Altstadt Höchst“ umgesetzt werden.


Kampagne Höchster Buben / Höchster Mädels, © Idee: Reichert Medien Consultants, Fotografie: Thomas Balzer

Anfang 2014 startete die Kampagne „Höchster Buben / Höchster Mädels“. Auf großformatigen Bildern wurden jeweils 2-3 Höchsterinnen und Höchster abgebildet, die für den Stadtteil werben und den Stadtteil prägen. Zunächst waren die Bilder in verschiedenen Läden und leerstehenden Liegenschaften im Stadtteil zu bestaunen, anschließend wanderten die Bilder in unterschiedlichste Ausstellungsorte auch außerhalb des Stadtteils und sind nun als Dauerausstellung im Klinikum Höchst zu bestaunen.


1. Preis des Postkartenwettbewerbs "Viele Grüße aus Höchst" - höchst*schön, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Vom Juni bis Mitte September fand der Postkartenwettbewerb „Grüße aus Höchst am Main“ statt. Die teilnehmende Postkarte konnte entweder digital eingereicht oder im mobilen Popup-Studio digitalisiert werden. Das Pop-Up-Studio war an unterschiedlichen Orten in Höchst zu finden und mit allen notwendigen technischen Geräten ausgestattet. Nachdem eine unabhängige Jury die ersten drei Plätze aus über hundert eingereichten Postkarten prämiert hatte fand eine Vernissage mit anschließender Ausstellung in der Höchster Volksbank statt.

Zur positiven Wahrnehmung in der Öffentlichkeit trägt die kontinuierliche breit gestreute Berichtserstattung der Höchster Events und Besonderheiten, insbesondere zum Designparcours und zur Route der Fachwerkstraße, bei.

 

Planungsbeirat

Als beratendes Gremium zur Umsetzung des Förderprogramms wird regelmäßig der Planungsbeirat Höchst eingesetzt. 

Der Planungsbeirat begleitet insbesondere die öffentlichen Maßnahmen im Stadtteil und berät die Stadtverwaltung und die Beauftragten. Er setzt sich aus Akteuren des Stadtteils sowie Vertreterinnen und Vertretern der Politik und der Vereine zusammen.


Modernisierungsberatung

Maßnahmen: Neubau Mehrfamilienhaus im Passivhausstandard, Melchiorstraße 3-5, © Foto: Plechatsch

Von 2008 bis Mitte 2018 wurden die Eigentümer von rund 400 Liegenschaften beraten. Dies führte zu 281 Bewilligungen mit einer Gesamtbewilligungssumme von ca. 9,3 Mio. Euro. Einzelne Maßnahmen befinden sich noch in der Umsetzung. Bis Ende 2018 erfolgt die Beratung durch die beauftragte Architektin Frau Lotte Plechatsch imStadtteilbüro in der Bolongarostraße 135 in Höchst.


Königsteiner Straße 12, © Foto: Plechatsch

Förderfähig waren Maßnahmen zur Modernisierung und Sanierung des Gebäudebestands, die Neuschaffung von Wohnraum wie An- oder Umbauten sowie die Verbesserung des Wohnumfeldes auf privaten Flächen wie die Entsiegelung und Begrünung von Freiflächen. Die Fördermittel lagen in der Regel bei 30 Prozent bzw. bei Maßnahmen der Wohnumfeldverbesserung bei 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Voraussetzung für eine Förderung war ein mit der Stadt abgestimmtes Konzept, wobei die Belange des Denkmalschutzes, der Stadtbildpflege und des Klimaschutzes besonders zu berücksichtigen waren. Vor Antragsstellung durfte nicht angefangen werden und es war eine Mindestinvestition von 10.000 Euro pro Liegenschaft notwendig. Nach Abschluss der Maßnahme war die ortsübliche Vergleichsmiete auf der Grundlage des jeweils gültigen Mietpreisspiegels der Stadt Frankfurt am Main als obere Mietgrenze einzuhalten.


Maßnahmen: Fassaden- und Dachsanierung, Bolongarostraße 129, Höchster Waage, © Foto: Plechatsch

Neben der intensiven Betreuung von privaten Bauherren nahm die Mit-Förderung von öffentlichen Kulturdenkmalen und identitätsstiftenden Bauten einen hohen Stellenwert ein. Es wurden bewusst Signale für umfangreiche Erneuerungsmaßnahmen gesetzt, die eine hohe Außenwirkung haben.


Immobilienwirtschaftliche Beratung / Bauliche Entwicklung

Bolongarostraße 88, Weinkellerei Höchst, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Im Stadtteil Höchst sind in der bisherigen Stadtteilarbeit unterschiedliche Immobilien identifiziert worden, denen eine Schlüsselrolle in der Quartiersentwicklung zukommt.

Während durch die Modernisierung der Gebäudebestand qualifiziert werden soll, setzt die immobilienwirtschaftliche Beratung den Fokus auf weitergehende Entwicklungsimpulse, welche von einer exponierten Liegenschaft ausgehen. Die individuelle Beratung der Eigentümer von Schlüsselliegenschaften ermöglicht das Aufzeigen von neuen Nutzungsoptionen. Insbesondere bei Schlüsselliegenschaften gilt es, Leerstände und ungewünschte Nutzungen zu vermeiden.

Das Gelände der ehemaligen Eisengießerei zwischen Bolongaro- und Ludwig-Scriba-Straße hat in der Rahmenplanung eine wichtige städtebauliche Bedeutung. Begleitet durch das MANDIE Quartiersbüro konnte nach dem Weggang der Firma ARO Mitte des Jahres 2011 nahtlos die Weinkellerei Höchst mit ihren mehr als 10 Mitarbeitern als neuer Pächter vermittelt und im Stadtteil gehalten werden.


Auf Grund der vorhandenen Stadtstruktur vollzieht sich die bauliche Entwicklung in Höchst im Wesentlichen im Bestand. Großflächige Brachen, aufgelassene Gewerbeflächen oder Ähnliches und damit umfassende Neubaupotenziale bestehen nicht. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer individuellen Herangehensweise. Im direkten Kontakt mit den Eigentümern durch das Quartiersmanagement soll eine Entwicklung aufgezeigt und ggf. mit dem Förderprogramm Innenstadt Höchst verknüpft werden. Die Rückmeldung und Bereitschaft der angesprochenen Immobilienbesitzer im vergangenen Jahr war oft von einem vorsichtigen Abwarten geprägt.

Einen Fokus nehmen weiterhin die Gaststätten der ehemaligen Binding-Brauerei ein, die an unterschiedlichen Standorten in der Höchster Innenstadt wiederzufinden sind. Der KEG ist es gelungen, die Melchiorstraße 10 und die Bolongarostraße 156 (Goldener Adler) zu erwerben.

Ein schwieriges Problem stellt gegenwärtig die hohe Anzahl von Vergnügungsstätten bzw. Gaststätten mit Spielautomaten dar. Gerade in der Bolongarostraße, aber auch am Dalbergplatz und in der Königsteiner Straße kommt es zu einer Häufung dieser Nutzungen, die sich negativ auf das Umfeld auswirkt. In Einzelgesprächen wird versucht, den Immobilieneigentümern Nutzungsalternativen aufzuzeigen. Bei fehlender Nachfrage nach Einzelhandelsflächen bedarf es auch einer Standortneubestimmung, die von den Eigentümern mit getragen werden muss. Dies kann die Umwandlung in Büro- und Praxisräume aber auch ggf. in Wohnraum sein.
 
Das Stadtplanungsamt hat durch die Änderung des Bebauungsplans SW 6c Nr. 1Ä (in Kraft getreten am 29.11.2011) und den Bebauungsplan Nr. 883 dazu beigetragen, die gewachsene Nutzungsmischung mit ihren jeweiligen Schwerpunkten Wohnen beziehungsweise wohnverträgliches Gewerbe und Dienstleistungen gegen störendes Gewerbe zu sichern und insbesondere die Nutzungszonierung so zu regeln, dass Nutzungen wie etwa Spielhallen, Wettbüros und ähnliches in der Innenstadt Höchst ausgeschlossen werden.


Maßnahmen im öffentlichen Raum

Im Rahmen des Förderprogramms Innenstadt Höchst wurden im öffentlichen Raum mehrere Maßnahmen in den zurückliegenden Jahren identifiziert und benannt. So befinden sich einige Maßnahmen in der Planung oder Umsetzung, andere sind schon fertig gestellt.

Der Andreasplatz als prägende bauliche Maßnahme im öffentlichen Raum im östlichen Teilgebiet des Fördergebiets, die Installierung der „Fernrohre in die Vergangenheit" – die Sichtbarmachung der „Höchster Synagoge“ am Ettinghausenplatz sowie der Bolzplatz im Luciuspark wurden bereits umgesetzt.
 
Des Weiteren konnte die Instandsetzung des Holzwerkes des Brunnens auf dem Höchster Schloßplatz und die Erneuerung der Schachtabdeckung am Brüningbrunnen finanziert werden.

Der Musikbunker in der Leunastraße wurde von einer internationalen Künstlergruppe aus England, den Niederlanden und Deutschland mit Graffitis künstlerisch gestaltet und ist seitdem ein echter Hingucker.

Leunabunker, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Der Rückbau der ehemaligen Süwag-Zentrale an der Brüningstraße wurde mit Mitteln des Förderprogramms finanziert. Mit der gewonnen Fläche konnte der angrenzende Brüningpark erweitert und die Sichtachse der Innenstadt zum Main wieder hergestellt werden.

Freifläche nach Rückbau des Süwag-Gebäudes, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Die Illumination der Höchster Mainansicht und des Schlosses wurde 2013/2014 umgesetzt und nahm an der Luminale 2014 teil. Am Mainufer hat sich eine eindrucksvoll beleuchtete Silhouette der Höchster Altstadt entwickelt. Bestandteil der Illumination ist auch die Beleuchtung der Justinuskirche, die als älteste Kirche Frankfurts als Kulturdenkmal eine besondere Bedeutung entfaltet.

Des Weiteren tragen Fördermittel zur Teilfinanzierung des städtischen Anteils an den Planungskosten zur zeitnahen Sanierung des Bahnhofsgebäudes bei.
 
Die Bolongarostraße als traditionsreiche West-Ost-Achse bildet das Rückgrat und die Basis der Höchster Altstadt. Entsprechend ihrer Bedeutung soll die Bolongarostraße umgestaltet und damit attraktiver werden. Die Planungen wurden bereits im Planungsbeirat und im Ortsbeirat vorgestellt.

Außerhalb des eng begrenzten Stadtgebiets der Höchster Innenstadt wurde die Grunderneuerung des Höchster Stadtparks durchgeführt. Dabei wurde das Ziel verfolgt, diesen historischen Stadtpark mehr ins Bewusstsein der Bewohnerinnen und Bewohner zu rücken.


Einzelhandel, Gewerbe und Dienstleistung

Höchst ist ein Standort für den Einzelhandel. Entsprechend dem Zentrenkonzept der Stadt Frankfurt am Main wird die Innenstadt Höchst als B-Zentrum / Ortsbezirkszentrum charakterisiert. Die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV über Bahn und Bus ist gegeben.
 
Der Einzelhandelsstandort Innenstadt Höchst befindet sich in einem Strukturwandel, der alle Ortsbezirke in Frankfurt am Main kennzeichnet: die Zahl der inhabergeführten Fachgeschäfte nimmt ab. In der Innenstadt Höchst treten dabei jedoch nicht unbedingt filialisierte Betriebe an deren Stelle, sondern es kommt zu Leerstand bzw. zu einer Häufung von Handelsnutzungen im Erdgeschoss, welche in der Summe negativ auf das Umfeld wirken.

Um die Höchster Innenstadt als Geschäftsstandort zu stärken, können auf Grundlage der am 21.06.2018 beschlossenen Förderrichtlinie Zuschüsse zur Umgestaltung der erdgeschossigen Geschäftsflächen und zur Sanierung von Fassaden der gewerblichen Erdgeschosszone beantragt werden. Außerdem sind Maßnahmen im öffentlichen Raum und gemeinschaftliche Aktivitäten zur Imageverbesserung förderfähig.


Höchster Designparcours

Designparcours Dezember 2013, © Foto: NH ProjektStadt

Das Phänomen des vermehrt auftretenden Leerstands ist in vielen Städten und Stadtteilen offensichtlich. Die Frage, die sich jede Stadt dabei immer wieder stellen muss, ist, wie sich Leerstand vermeiden lässt und welche Möglichkeiten hier zu Verfügung stehen. Hier wird seit einigen Jahren auf die Zwischennutzung von leer stehenden Gebäuden und Räumen zurückgegriffen. Dieses Konzept sieht vor, dass Menschen der Kultur- und Kreativwirtschaft beispielsweise Designer, Fotographen, Künstler etc., leerstehende Räumlichkeiten für ihre Tätigkeiten „zwischen“ nutzt.
 
Als Maßnahme zur Leerstandsbekämpfung und zur Neubestimmung des Standorts wurde erstmalig zum 1. Adventswochenende 2012 der Höchster Designparcours ins Leben gerufen. Er wird als Chance gesehen für die Kreativen, ihr Potenzial und ihre Ideen individuell in einer leer stehenden Ladenfläche zu entfalten und breiten Bevölkerungsschichten zu präsentieren. Ziel ist es gleichzeitig, den Eigentümern das Konzept der Zwischennutzung schmackhaft zu machen und eventuell die eine oder andere Geschäftsidee der Kreativen in den Räumlichkeiten zu verwirklichen. Über mehrere Tage bespielen die Kreativen nicht nur Schaufenster, sondern die gesamte leer stehende Ladenfläche. Der Designparcours findet seitdem immer im Sommer und im Winter statt.


Fachwerktriennale 2015

Logo Fachwerk Triennale 2015, © Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V.

Gemeinsam mit der Tourismus- und Congress GmbH nimmt das Stadtplanungsamt bei der Fachwerktriennale 2015 mit dem inhaltlichen Beitrag zur Kreativförderung in Höchst teil.

33 Städte sind seit 2009 Teil dieser Triennalen. Sie skizzieren erste Stadtentwicklungsideen und arbeiten diese unter Nutzung der Netzwerke der Fachwerk-Lobby zu konkreten Projekten aus. Die Fachwerktriennale 2015 steht unter dem Motto: Allianzen mit der Wirtschaft schmieden. Als Partner aus der Wirtschaft konnten für Höchst die Wohnheim GmbH und RADAR, die vom Stadtplanungsamt beauftragte Leerstandsagentur für Kreative, gewonnen werden.

In einem ersten Informationsaustausch am 14./15. November 2014 in Hannoversch Münden wurde der Höchster Beitrag dem Fachpublikum vorgestellt und stieß auf große Resonanz. Der Vortrag unter dem Stichwort „mind the gap“- (Zwischen)nutzungen von Ladenleerständen durch Kreative“ hat die kreativen Impulse verdeutlicht, mit denen Stadtplanungsamt und Quartiersmanagement insbesondere in der Bolongarostraße neue Wege gehen wollen.

Mit den Fragestellungen, welche Impulse kreativwirtschaftliche Nutzungen bei der Stadtteilentwicklung und den lokalen Tourismus spielen und wie kreativwirtschaftliche Zwischennutzungen auch außerhalb von „Szenevierteln“ aktiviert werden können, fand am 3. Juli 2015 im Bolongaropalast in Höchst ein ganztägiges Fachkolloquium mit vielen externen Referenten und internationalen Beispielen statt.

Weitere Informationen zur Fachwerktriennale 2015 finden sie unter www.fachwerktriennale.de.


Tourismus, Kunst und Kultur

Alle Handelnden vor Ort sind sich einig: Höchst verfügt über hohes Potenzial, das in weiten Teilen noch nicht ausgeschöpft ist. Kulturell bietet der Stadtteil mit dem Neuen Theater Höchst und dem Filmtheater Valentin am neuen Standort Bolongaropalast ebenso ein über die Stadtgrenzen hinaus ragendes interessantes Angebot an. Kulturhistorisch ist Höchst mit der Altstadt und dem Höchster Schlossplatz, dem Alten und Neuen Schloss, der Justinuskirche dem Porzellanmuseum im Kronberger Haus und dem Bolongaropalast ein lohnendes Ziel, das deutlich mehr Besucher und Touristen interessieren sollte.

 

World-Café Tourismus / Arbeitskreis Tourismus

Aus diesem Grund wurde der Themenschwerpunkt Tourismus im Berichtsjahr 2013 angestoßen. Im Januar 2013 wurden in der methodischen Form des World-Cafés unterschiedliche Akteure aus den Vereinen und Engagierten vor Ort, der Verwaltung und dem im Zusammenhang mit Tourismus und Freizeit Tätigen zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen.


Route der Fachwerkstraße

Die Tourismus + Congress GmbH Frankfurt am Main als Teilnehmer des Arbeitskreises Tourismus hat die Anregungen zur Altstadt aufgegriffen und mit den Antrag auf Aufnahme in die Route der Deutschen Fachwerkstraße umgesetzt. Die Aufnahmebedingungen und Zielsetzungen konnten kurzfristig mit dem Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V., Prof. Manfred Gerner, erörtert werden. Damit konnte der Stadtteil die Chance nutzen, im 2013 neu aufgelegten Bildband Deutsche Fachwerkstraße als Mitgliedstadt zu werben. Höchst ist nunmehr Mitglied in der Fachwerkstraße „Vom Westerwald über Lahntal und Taunus zum Main“. Dabei wurde das Logo verwendet, das sich durch die weitere touristische Veröffentlichung und Vermarktung ziehen wird: Höchst – Lebendiges Fachwerk.

Fachwerk und Fachwerkstädte haben einen hohen Identifikationswert und stellen im Tages- bzw. Kurzurlaub innerhalb der Region eine wichtige Zieldestination dar. Mit der Einbindung des Standortes Höchst in den Kontext anderer Fachwerkstädte wird die Qualität des Ensembles bestätigt. Fachwerk wird darüber hinaus auch im nationalen/internationalen Rahmen wahrgenommen als touristisch interessant, weil regionstypisch wahrgenommen. Beides beinhaltet neue Chancen für Höchst.

Höchster Logo für die Route der Fachwerkstraße, © Tourismus + Congress GmbH Frankfurt am Main

Tourismusbüro

Die Fragestellung zum Standort und zur Ausgestaltung eines Tourismusbüros in Höchst wurde in der Arbeitsgruppe Tourismus erneut aufgegriffen. In Höchst sollte es die Möglichkeit geben, sich zu den herausragenden touristischen Angeboten, aber auch zu Angeboten in Frankfurt allgemein, zu informieren. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass ein „reines“ Tourismusbüro nicht umsetzbar und finanzierbar ist, sondern mit weiteren Produkten innerhalb eines tragfähigen wirtschaftlichen Konzepts stabilisiert werden muss.

2014 wurde die erste Tourist Information in einem Stadtteil als Public-Private-Partnership mit der Tourismus und Congress GmbH eröffnet. Der Kiosk Tabak- und Presse Krämer in der Antoniterstraße 22 wurde um touristisches Informationsmaterial und Souvenirs ergänzt. Der Umbau der Räumlichkeiten sowie die Beschilderung wurden mit dem Förderprogramm finanziert und durch Frau Plechatsch, Modernisierungsarchitektin, durchgeführt.

Um Touristen Informationsmaterial über den Stadtteil zur Verfügung stellen zu können, wurde die Bausteinreihe des Stadtplanungsamtes um den Baustein „Rundgang durch die Innenstadt Höchst“ erweitert. Die Broschüre liegt kostenlos in der Tourist Information, im Stadtteilbüro und im Stadtplanungsamt Frankfurt aus und wurde auch für ausländische Touristen ins Englische übersetzt (Circular Tour of the Centre of Höchst).

Tourist Information in der Antoniterstraße 22 in Höchst, © NH ProjektStadt, Foto: Herr Winkelman