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Ernst-May-Viertel

Neuer Wohnraum und mehr Lebensqualitt fr Alle im Ernst-May-Viertel"

Thema:
Vorbereitende Untersuchungen
Stadtteil: Ortbezirk:
4, 3, 11
Gebietsgröße:
121 Hektar
Kontakt:

Herr Peter Habermann
Telefon: +49 (0)69 212 36833
Telefax: +49 (0)69 212 43692

Frau Sabine Guttmann
Telefon: +49 (0)69 212 34351
Telefax: +49 (0)69 212 43692


Aktuelles

Stadt Frankfurt am Main Ernst-May-Viertel: Fortschreibung des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenplans © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Entscheidung der Teileinhausung der Autobahn 661 zugunsten der Variante L2

Einhausung der Autobahn 661 (Variante L2) als Chance für Stadtentwicklung, Stadtgrün und Stadtklima


Projektbeschreibung

Mit dem „Ernst-May-Viertel" sollen im Nordosten der Stadt die bestehenden Quartiere arrondiert und neue urbane Lebensqualitäten geschaffen werden. Neue öffentliche Grünflächen auf einer Teileinhausung der Autobahn 661 können hierzu beitragen. In mehreren neuen Teilquartieren kann zudem ein breites Spektrum unterschiedlicher Wohnformen entstehen, das auch Angebote für den dringend benötigten preisgünstigen Wohnraum umfassen wird.

Das „Ernst-May-Viertel" liegt in unmittelbarer Nähe zum Stadtkern, sodass mit dem Vorhaben für die Stadt Frankfurt am Main die große Chance verbunden ist, gleichsam als „Wachstum nach Innen" Flächen in einer zentrumsnahen Lage im Stadtgebiet einer Wohnnutzung mit hohem Grünanteil zuzuführen. So kann Wohnraum geschaffen und ein positiver Beitrag zur Entspannung der Situation auf den Wohnungsmarkt geleistet werden. 

Mit der Teileinhausung der A 661 soll die Voraussetzung geschaffen werden, die Lärmimmissionen zu reduzieren. Durch die Verbindung bestehender und auf dem „Deckel" neu entstehender Grünflächen sollen die Naherholungsangebote für die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile, aber auch für die „Neubewohner" erweitert werden. Ein zentrales Anliegen der Planung ist es, gemeinsam mit der geplanten Grünvernetzung die klimatischen Bedingungen und den Luftaustausch innerhalb der neuen Quartiere und in den bestehenden Stadtteilen zu verbessern.




Mehr Informationen

Ausgangslage und Ziele

Ausgangslage

Seit dem Bau der A 661 sind die Grün- und Freizeitflächen zwischen dem Huthpark, dem Bornheimer Friedhof und dem Günthersburgpark zerschnitten und verlärmt. Die ursprünglich zwischen Bornheim/Nordend und Seckbach verlaufenden Wegebeziehungen sind unterbrochen und die autobahnnahen Wohnquartiere durch die Lärmbelastung ganz erheblich beeinträchtigt. Chancen für die Planung neuer Wohnbaugebiete, die zur Deckung des Wohnungsbedarfes in Frankfurt am Main dringend benötigt werden, sind angesichts dieser Vorbelastung kaum gegeben. Diese Situation ist daher städtebaulich nicht zufriedenstellend.

Der Magistrat hat deshalb in den Jahren 2009 und 2010 eine Studie über die Möglichkeiten erarbeiten lassen, wie sich aus einer Einhausung der A 661 im Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Friedberger Landstraße und der Seckbacher Talbrücke neue Perspektiven für die künftige Entwicklung des Stadt- und Landschaftsraumes ergeben könnten. Diese vom Büro Albert Speer & Partner (AS&P) vorgelegte Studie bestätigte im Ergebnis, dass durch eine Einhausung der A 661 sowohl neue und nachhaltige Qualitäten des Landschaftsraumes als auch Potenziale für neue Wohnquartiere geschaffen werden können.

Die Stadtpolitik (die Stadtverordnetenversammlung) hat daher mit koalitionsübergreifender Mehrheit die Verwaltung (den Magistrat) beauftragt, vorbereitende Untersuchungen für das „Ernst-May-Viertel“ durchzuführen. Das Ergebnis der Untersuchung soll als Entscheidungsgrundlage für eine mögliche städtebauliche Entwicklungsmaßnahme der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.

Galeriebauwerk, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Ziele

Nach Analyse der Ausgangslage ergeben sich die planerischen Leitelemente für das „Ernst-May-Viertel“ aus folgenden gleichrangigen Zielen:

  • Lärmschutz für die bestehenden Wohnquartiere.
  • Generierung neuer Wohnbauflächen in den vom Autobahnlärm befreiten Bereichen.
  • Wiedervernetzung des seit dem Bau der A 661 zerteilten Landschaftsraums zwischen Huthpark und Günthersburgpark.
  • Schaffung neuer öffentlicher Grünflächen zur Erweiterung und Entlastung bestehender Parkanlagen und Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Grün- und Freizeitbereichen.
  • Verbesserung der lokalen kleinklimatologischen Situation.

Durch die landschaftsgerechte Einbindung und Gestaltung des Einhausungsbauwerks kann eine regional und gesamtstädtisch bedeutsame Grünachse im Sinne des städtischen Strategieplans "Speichen und Strahlen" geschaffen werden. Damit können die Landschaftsteile des Regionalparks über den Frankfurter Grüngürtel mit den innerstädtischen Grünflächen verknüpft und eine Grünverbindung bis in die Innenstadt und an den Main geschaffen werden..

Wegebeziehungen zwischen Bornheim/Nordend, Seckbach und der Festeburgsiedlung werden neu geschaffen beziehungsweise alte Wege wiederhergestellt und damit die Stadtteile besser vernetzt. Die bislang vom Lärm der Autobahn beeinträchtigten angrenzenden Wohngebiete würden zudem spürbar entlastet, während die neu geplanten Grünflächen einen hohen Freizeit- und Erholungswert bekämen.

Durch Arrondieren der Stadtteile ergibt sich ein Zugewinn von integrierten innerstädtischen, freiraumnahen und ruhigen Wohnbauflächen, die zudem in der Nähe bestehender Infrastruktureinrichtungen liegen. Außerdem könnte die bisher isolierte Festeburgsiedlung zu einem eigenständigen Quartier entwickelt und mit den südlich angrenzenden Quartieren an der Friedberger Warte verknüpft werden.

Wesentliche Bewertungen des Vorhabens und weiterführende planerische Schlussfolgerungen können folgenden Magistratsvorträgen entnommen werden:

SAMMELBESCHLUSS PAR_1053_2017 zu den Vorlagen M 80, M 81, M 82 und M 83 vom 23.02.2017 

Sachstandsbericht zu den vorbereitenden Untersuchungen:

M 82 2016: Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme zwischen Huthpark, Hauptfriedhof und Günthersburgpark, Sachstandsbericht über den Stand der vorbereitenden Untersuchungen

M 80 2016: Ernst-May-Viertel, Bebauungsplan Nr. 858 – Wohnen am nördlichen Günthersburgpark („Gärtnerei Friedrich“)

M 81 2016: Ernst-May-Viertel, Bebauungsplan Nr. 914 – Friedberger Landstraße/östlich Bodenweg („Atterberry-Ost“)

M 83 2016: Ernst-May-Viertel, Bebauungsplan Nr. 880 – Friedberger Landstraße/südlich Wasserpark („Innovationsquartier“)


Meilensteine und Chronologie

Der Fortgang der Projektentwicklung wird durch die folgende Chronologie dargestellt, alle wesentlichen Arbeitsschritte und Meilensteine sind enthalten. 
Die Angaben entsprechen dem Stand zum Jahresende 2017.


Machbarkeitsstudie zur Einhausung der A 661 und erste städtebauliche Studien

 

Blick von Norden, Anschlussstelle Friedberger Landstraße, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main


Vorbereitende Untersuchung und Vertiefung der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenpläne sowie der Machbarkeit einer Einhausung A 661

09/2017
Entscheidung über den Wettbewerb im Rahmen eines weiteren öffentlichen Kolloquiums mit anschließender (nichtöffentlicher) Jury-Sitzung zugunsten des Entwurfes der Bürogemeinschaft tobeStadt. Gleichzeitig Umbenennung des „Innovationsquartieres“ in „Günthersburghöfe“.

08/2017

Ausstellung im Dezernat Planung zu den ersten Wettbewerbsergebnissen „Innovationsquartier“

06/2017

Erstes öffentliches Kolloquium zum Wettbewerb „Innovationsquartier“

06/2017
Änderung des räumlichen Geltungsbereiches zum Untersuchungsraum des „Ernst-May-Viertels", Veröffentlichung im Amtsblatt Nr. 26 vom 27.06.2017. Die Verkleinerung ist durch die Herausnahme der drei Teilflächen „Gärtnerei Friedrich“, „Innovationsquartier“ und „Atterberry-Ost“ begründet.

04/2017
Auslobung eines städtebaulichen unf freiraumplanerischen Ideenwettbewerbs für das Bebauungsplanverfahren Nr. 880 „Innovationsquartier“

02/2017
Mit Beschluss der Stadtverordneten vom 23.02.2017 § 1053 wurden für die oben genannten vier Magistratsvorträge weiterführende Maßgaben sowohl für den Sachstandsbericht zum „Ernst-May-Viertel“ als auch für die drei eigenständigen Bebauungsplanverfahren festgelegt.

04/2016
Förmlicher Magistratsbeschluss über die oben genannten Vorträge:  M 82 2016 / M 80 2016 / M 81 2016 / M 83 2016

Neben planerischen Aspekten ist die Herausnahme der Quartiere „Gärtnerei Friedrich", „Innovationsquartier" und „Atterberry-Ost" aus dem Areal der vorbereitenden Untersuchungen für das „Ernst-May-Viertel" eine wesentliche Veränderung.

01/2015 - 03/2016
Ausarbeitung von vier Magistratsvorträgen:
- M 82 2016, Sachstandsbericht über die vorbereitenden Untersuchungen
- M 80 2016, Bebauungsplan Nr. 858, Wohnen am nördlichen Günthersburgpark („Gärtnerei Friedrich“)
- M 81 2016, Bebauungsplan Nr. 880, Friedberger Landstraße/Südlich Wasserpark („Innovationsquartier“)
- M 83 2016, Bebauungsplan Nr. 914, Friedberger Landstraße/Östlich Bodenweg („Atterberry-Ost“)

02/2015
Aufhebungsbeschluss durch das Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) zum Planfeststellungsverfahren „Alleentunnel“

06/2014 bis 12/2014
Weitere planerische Vertiefung von einzelnen Teilquartieren

06/2013 bis 11/2014
Städtebauliche und landschaftsplanerische Rahmenplanung des Büros Pesch & Partner Architekten für den Untersuchungsraum mit Planvarianten, weitere Bearbeitung durch das Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

09/2013 bis 11/2014
Vertiefte Machbarkeitsstudie durch die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) zur Einhausung A 661

01/2013 bis 06/2013

Vertiefung städtebauliche und landschaftsplanerische Rahmenplanung des Büros Pesch & Partner Architekten und des Büros Glück Landschaftsarchitektur

04/2012 bis 09/2012
Kooperatives Wettbewerbsverfahren für die städtebauliche und landschaftsplanerische Rahmenplanung mit der Entscheidung für den Entwurf des Büros Pesch & Partner Architekten und des Büros Glück Landschaftsarchitektur.

06/2011 bis 07/2012
Erörterung über die Mitwirkungsbereitschaft von Eigentümern, Mietern, Pächtern und sonstigen Betroffenen

02/2011
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Durchführung einer vorbereitenden Untersuchung für eine mögliche städtebauliche Entwicklungsmaßnahme nach § 165 Baugesetzbuch (BauGB)

10/2009 bis 01/2010
Gutachten des Büros Albert Speer und Partner über eine mögliche städtebauliche und stadträumliche Verflechtung Bornheim und Seckbach/Einhausung A 661

04/2008 bis 10/2008
Machbarkeitsstudie des Büros Krebs und Kiefer „Einhausung  A 661 im Bereich Ortslage Bornheim“


Vorbereitende Untersuchungen

Stdtebauliche Entwicklungsmanahme

Untersuchungsgebiet Ernst-May-Viertel, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Luftbild Stadtvermessungsamt Stadt Frankfurt am Main

Der Anwendungsbereich einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme beginnt dort, wo das allgemeine Städtebaurecht an Grenzen stößt, zum Beispiel bei sehr großen Gebietsentwicklungen, die zügig entwickelt werden sollen, oder wenn andere Maßnahmen zur Entwicklung ( beispielsweise städtebauliche Verträge) nicht möglich sind. Neben verschiedenen Instrumenten, die der Prozesssteuerung dienen, ist die bei der Durchführung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme bestehende Grunderwerbs- und Reprivatisierungspflicht von besonderer Bedeutung. Sie erlaubt die Neuordnung ohne förmliches Umlegungsverfahren. Ein wichtiges Merkmal dabei ist, dass die Gemeinde den Grunderwerb zum entwicklungsunabhängigen Anfangswert tätigt und die entwicklungsbedingte Wertsteigerung zur Finanzierung der Maßnahme verwendet. Das sind zum Beispiel die Kosten für die Erschließung, die soziale Infrastruktur, Verlagerungskosten, Lärmschutzmaßnahmen (zum Beispiel die Einhausung der A 661), Ausgleichsmaßnahmen, ebenso die Kosten der Finanzierung und der Planung beziehungsweise des Projektmanagements.


Fachlicher Umfang der Vorbereitenden Untersuchungen

Im Vorfeld einer Entwicklungsmaßnahme sind gemäß § 165 Baugesetzbuch (BauGB) umfangreiche vorbereitende Untersuchungen erforderlich. Sie dienen dazu, Beurteilungsgrundlagen über die Festlegung eines Entwicklungsbereichs zu erhalten. Hierbei sollen durch vertiefende und ergänzende Untersuchungen mit städtebaulicher und freiflächenplanerischer Konzeption Aufwendungen und Nutzen der möglichen Entwicklungsmaßnahme genauer quantifiziert werden.

Hierzu zählen Untersuchungen zu Ökologie, Natur- und Landschaftsschutz, Artenschutz und Klima, Verkehr und zur Anbindung beziehungsweise zu den Erschließungsmöglichkeiten zur Lärmsituation und Schallminderungsmöglichkeiten, zur technischen Machbarkeit der Einhausung und Varianten der sinnvollsten Tunnellänge, zur Technik und der Einbindung des Bauwerks in ein Landschaftskonzept. Eine besondere Bedeutung kommt während der vorbereitenden Untersuchungen den förmlichen Erörterungen und Beratungen mit den Eigentümern, Mietern, Pächtern und sonstigen Betroffenen sowie mit den öffentlichen Aufgabenträgern und deren Mitwirkungsbereitschaft zu.

Zur Vorbereitung der Entscheidung, ob eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme durchgeführt werden soll, ist die Frage zu klären, ob es hierzu alternative Planungsinstrumentarien gibt, mit denen die Ziele und Zwecke ebenfalls erreicht werden könnten.


Arbeitsphasen der Rahmenplanung

Kartenausschnitt: Städtebauliche und stadträumliche Verflechtung Ernst-May-Viertel, Albert Speer & Partner, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Frankfurt

Bei dem „Ernst-May-Viertel“ handelt es sich um ein Vorhaben der städtischen Innenentwicklung. Bei derartigen Projekten ist eine Vielzahl komplexer Sachverhalte im Hinblick auf die Planungsentscheidungen zu bewerten.
Die aufwendige Erarbeitung der Rahmenplanung für den Untersuchungsraum erfolgte bislang in drei Phasen. Dabei wurde das gesamte Spektrum der planerisch bedeutsamen Rahmenbedingungen, wie die städtebaulichen und landschaftsplanerischen Konzeptionen, die verkehrlichen Auswirkungen sowie die Einflüsse auf die Umwelt im allgemeinen und insbesondere mit Blick auf den Natur-Landschafts- und Artenschutz sowie das Klima fachlich gewürdigt. 
 

Phase 1: Städtebauliche Machbarkeitsstudie, Büro Albert Speer und Partner (AS&P) (2010)

Zur Minderung der vorhandenen Lärmbelastungen (siehe Abschnitt Ausgangslage) wurde zunächst der alleinige Bau von Lärmschutzwänden in Erwägung gezogen, die jedoch die von der Autobahn ausgehende Trennwirkung nur verstärkt hätten. Optionen der Einhausung der Autobahn als Alternative zu den Lärmschutzwänden waren zu prüfen. Die im Jahr 2010 vom Büro Albert Speer und Partner vorgelegte Machbarkeitsstudie zeigte für die künftige Entwicklung des Stadt- und Landschaftsraumes vielversprechende Möglichkeiten auf.


Phase 2: Kooperatives Entwurfsverfahren, Bro Pesch & Partner Architekten, Bro Glck Landschaftsarchitektur (2012-2014)

Kartenausschnitt: Städtebauliche und stadträumliche Verflechtung Ernst-May-Viertel, Pesch Partner Architekten, Glück Landschaftsarchitektur, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Frankfurt

Zur Vertiefung der Erkenntnisse aus der Studie von AS&P wurden im Jahr 2012 drei Planungsbüros beauftragt, im Rahmen eines kooperativen Entwurfsverfahrens (begleitet durch einen interdisziplinär besetzten Planungsbeirat) die bisherige städtebauliche und freiraumplanerische Konzeption weiterzuentwickeln. Aus den drei Entwürfen wurde schließlich die Arbeit des Büros Pesch & Partner Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit dem Büro Glück Landschaftsarchitektur (beide Stuttgart) als Vorzugslösung ausgewählt. Dieses Konzept bildete die Grundlage für die weiterführende und zu konkretisierende Rahmenplanung.

Die beigefügte PDF-Datei "Kooperatives Verfahren 2012" (ohne Bild) zeigt die städtebauliche und landschaftsplanerische Rahmenplanung von Pesch und Partner, Glück Landschaftsarchitekten, zum Abschluss des Verfahrens. 


Phase 3: Fort- und Weiterentwicklung des ,,Pesch-Planes" durch das Stadtplanungsamt Frankfurt am Main (2012-2015)

Kartenausschnitt: Weiterführendes Städtebauliches und landschaftsplanerisches Konzept, Pesch Partner Architekten, Glück Landschaftsarchitektur, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Frankfurt

In dieser Arbeitsphase wurden zudem zwei für die Projektentwicklung besonders bedeutsame verkehrsplanerische Aspekte geklärt: Das Planfeststellungsverfahren zum Bau des „Alleentunnels“ (unterirdischer Lückenschluss A 66-Miquelallee und A 66/A 661) wurde seitens des Landes Hessen aufgehoben. Hierdurch wurden Hemmnisse für die Planung von Wohnbauquartieren, die auch die Trasse des Alleentunnels in Anspruch genommen hätten, beseitigt. Im Rahmen einer weiteren vertieften Machbarkeitsstudie wurden durch die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), mehrere Einhausungsvarianten auf ihre Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Lärmschutzwirkung hin untersucht.

Das so ermittelte städtebauliche und landschaftsplanerische Rahmenkonzept setzt für den Untersuchungsraum folgende Eckpunkte (siehe hierzu die unten als PDF-Datei angehängte Karte):

Durch die Arrondierung der bestehenden Siedlungen kann im gesamten Plangebiet die städtebauliche Situation klarer gefasst werden. Die bestehenden Quartiere erhalten durch die vorgesehenen prägnanten Raumkanten eine eindeutigere Betonung. Auf Flächen, die trotz ihrer guten Lage im Stadtgebiet bislang ihr städtebauliches Potenzial nicht ausschöpfen, wird eine entsprechend höherwertige Bebauung ermöglicht.

In acht neuen Teilquartieren könnten insgesamt circa 4.000 Wohnungen geschaffen werden, die ein differenziertes Angebot unterschiedlicher Wohnformen bieten sollen.


Planungs- und Realisierungsschritte

Nach derzeitiger Erkenntnis könnte die Realisierung der einzelnen Quartiere und der landschaftsplanerischen Vorhaben in drei Phasen (siehe unten angehängte PDF-Datei) erfolgen. 

Die zeitlich geschätzten Planungs- und Realisierungsabschnitte stehen jedoch unter dem Vorbehalt weiterer Beschlüsse durch die Gremien der Stadt Frankfurt am Main. Darüber hinaus setzen insbesondere verkehrsplanerische Formalverfahren und natürlich auch der Bau der Einhausung wesentliche Rahmenbedingungen für die zeitliche Taktung. 

Eine erste Phase von 2016 bis 2023 umfasst die Vorbereitung des Planungsrechts für die ersten Wohnquartiere. Mit dem Bau folgender drei Quartiere für rund 1.850 Wohneinheiten könnte ab etwa 2018/2019 gestartet werden: 

- „Friedberger Landstraße/Südlich Wasserpark“ („Innovationsquartier“), circa 1.500 Wohneinheiten (WE)
- „Friedberger Landstraße/Östlich Bodenweg“ („Atterberry-Ost“), circa 250 WE
- „Wohnen am nördlichen Günthersburgpark“ („Gärtnerei Friedrich“), circa 100 WE.

Im Rahmen der ersten Phase soll eine Erweiterung des Günthersburgparks wie auch die Schaffung eines Grünkorridors von der Friedberger Landstraße zur Dortelweiler Straße erfolgen. Gleichzeitig könnte in dieser ersten Phase auch die Einleitung der formalen Planverfahren für die Teileinhausung der Autobahn erfolgen.

Eine zweite Phase könnte sich ab 2019 bis 2027 anschließen mit dem Bau der drei Quartiere:

- „An den Röthen“, circa 260 WE
- „Katharinen-Campus“, circa 350 WE
- „Nördlich Friedrich Ebert Schule“, circa 330 WE.

In dieser Phase könnte auch die geplante Erweiterung des Huthparks erfolgen. Sofern im Zeitraum von 2023-2025 die Einhausung der A 661 erfolgen kann, wird schon in dieser Phase die Grundlage für den späteren Bau der Einhausung gelegt.

In einer dritten Phase, für die der Planungs- und Realisierungszeitraum zwischen 2022 bis 2028 liegen könnte, soll der Bau der Teileinhausung erfolgen. Damit werden auch die Voraussetzungen für die Entwicklung der Teilfläche „Arrondierung Festeburgsiedlung“ geschaffen. Gleichzeitig ist die Anlage der zentralen „grünen Mitte“ vorgesehen.

Die genannte Anzahl der Wohnungen ist auf der Basis der aktuellen Rahmenplanungen ermittelt. Diese Planüberlegungen werden im weiteren Fortgang vertieft und ausdifferenziert, sodass sich hier noch Änderungen der Wohnungszahlen ergeben können.


Klima und Frischluft

Stadtklimatische Funktion des Untersuchungsgebietes

Ausschnitt aus der Klimafunktionskarte (Ausgabe 1995), mit Überlagerung der Grenze des Untersuchungsgebietes, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Stadt Frankfurt am Main

Die klimatische Bedeutung eines Raumes resultiert in erster Linie aus seiner Lage, seinen topographischen Gegebenheiten und aus seinen Nutzungsstrukturen. Diese Faktoren bestimmen die Bedeutung eines Gebietes sowohl für den kleinräumigen, lokalen Kaltlufthaushalt als auch für die allgemeine Durchlüftung des Stadtkörpers beziehungsweise dessen Zugänglichkeit für regionale Frischluftströmungen.

Einen detaillierten Aufschluss über die kleinklimatisch wichtigsten topographischen Gegebenheiten im Untersuchungsgebiet liefert der städtische Klimaplanatlas. Er zeigt die Geländeerhebungen und –vertiefungen auf, welche die Abflussrichtung und somit den Wirkungsbereich der vor Ort entstehenden Kaltluft maßgeblich bestimmen.


Hierin markieren die gestrichelten Linien sogenannte Höhenkammlinien, die, ähnlich einer Wasserscheide, die räumliche Ausdehnung eines Kaltlufteinzugsgebietes beschreiben. Täler und andere Geländevertiefungen werden im Kartenausschnitt durch Doppelpunkt-Strich-Linien dargestellt, zu denen die an den Hängen gebildete Kaltluft strömt und gegebenenfalls - dem weiteren Talverlauf folgend - abfließt, sofern der Strömungswiderstand gering und ein ausreichendes Gefälle vorhanden ist. 

Anhand der Lage und Ausrichtung der im Untersuchungsgebiet vorkommenden Höhen- und Tiefenlinien lässt sich ableiten, dass das Gebiet zwischen dem Hauptfriedhof im Westen und dem Huthpark im Nordosten in drei eigenständige Kaltlufteinzugsgebiete untergliedert werden kann:

  1. Das nordöstliche Kaltluftentstehungsgebiet umfasst den Huthpark und erstreckt sich nach Südwesten bis zu einer Höhenlinie, die, von Süden kommend, bis zur Unfallklinik verläuft. Die innerhalb dieser Umgrenzung entstehende Kaltluft strömt entsprechend der Hauptgefällerichtung nach Osten beziehungsweise direkt nach Seckbach.
  2. Ein zweites Kaltluft-Einzugsgebiet erstreckt sich bis zu einer Höhenlinie, die vom Bornheimer Friedhof ausgehend, direkt nach Süden verläuft. Die hier entstehende Kaltluft fließt vor allem zu der Tiefenlinie, die seinerzeit durch den Einschnitt der A 661 zusätzlich verstärkt wurde. Über diese Rinne wird der Kaltluftstrom nach Südosten, zum Seckbacher Ried abgeleitet. Eine in der Karte erkennbare zweite Tiefenlinie hat hingegen keine Bedeutung für den Kaltluftabfluss, da sie mitten im Bornheimer Siedlungskörper liegt und deshalb nicht mit den umliegenden Kaltluftflächen korrespondiert.
  3. Die im westlichen Teileinzugsgebiet entstehende Kaltluft strömt entsprechend der hier bestehenden allgemeinen Gefällerichtung nach Südsüdwesten, in Richtung des Siedlungsrandes entlang der Münzenberger und Butzbacher Straße ab.

Neben ihrer Bedeutung für den örtlichen Kaltlufthaushalt dienen die Grün- und Freiflächen des Untersuchungsgebiets mit ihrer Verbindung zur freien Landschaft des nordöstlichen Frankfurter Stadtgebiets auch als Leitbahn für regionale Windsysteme wie den Wetterauwind. Sie verbessern deshalb das Eindringen dieser Windregime in den nordöstlichen Stadtkörper. Dabei können sie zugleich der örtlichen Kaltluft einen Bewegungsimpuls geben, so dass die Kaltluftmassen dynamischer agieren, als es das geringe Gefälle und der meist hohe Strömungswiderstand im Untersuchungsraum ansonsten erwarten lassen.


Folgerungen fr das Ernst-May-Viertel

Durch die Existenz verschiedener kleinteiliger Kaltluftregime können die planungsbedingten Auswirkungen grundsätzlich minimiert werden, weil partielle Eingriffe in einem Kaltluftregime nicht zugleich auch zu Veränderungen in den anderen Kaltluftgebieten und ihren zugeordneten Wirkzonen beziehungsweise Stadtgebieten führen. Planerische Veränderungen im Gebiet zwischen dem Bornheimer Friedhof und dem Huthpark würden deshalb allenfalls zu einer Beeinflussung des Kaltluftgeschehens in den südwestlichen Bereichen Seckbachs und in den nordöstlichen Gebieten Bornheims führen. Nutzungsveränderungen westlich und südlich des Bornheimer Friedhofs würden hingegen in erster Linie den Kaltluftzustrom an den Rändern des östlichen Nordends sowie Bornheims tangieren. 

Entscheidend ist jedoch, dass es in beiden Fällen nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen der örtlichen Klimaverhältnisse kommen würde, da durch die Anordnung und Ausdehnung der neuen Siedlungserweiterungen die Bedeutung der verbleibenden Grün- und Freiflächen als Strömungskorridor erhalten bleiben wird. Somit wird der eigentliche „Motor“ des lokalen Durchlüftungsgeschehens, nämlich die regionalen Luftströmungen weiterhin für eine ausreichende Belüftung und Zuführung von Kalt- und Frischluft sorgen.
 
Die Mächtigkeit der regionalen Luftströmungen sorgt zudem auch dafür, dass sie weiterhin das gesamte Frankfurter Stadtgebiet überströmen und somit das Kleinklima auch in den zentraleren Inenstadtgebieten begünstigen, die nicht von den kleinräumigen Kalt- und Frischluftzirkulationen der Stadtränder erreicht werden.


Grnflchen und Freiraum

Die Verbesserung der Freiraumsituation zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und der Naherholung sowie zur Verbesserung der klimatologischen Situation im Untersuchungsraum ist ein zentrales Planungsziel des Vorhabens. 

Mit dem entwickelten Planungskonzept können die Voraussetzungen geschaffen werden, den seit dem Bau der A 661 fragmentierten Landschaftsraum zwischen den Stadtteilen Bornheim, Seckbach und dem Nordend wieder miteinander zu verknüpfen und eine durchgehende öffentlich zugängliche und erlebbare Grünverbindung vom Lohrberg über den Huthpark bis hin zum Günthersburgpark zu realisieren.

Für den neu zu gestaltenden Grünraum liegt derzeit ein erstes Rahmenkonzept des Büros Glück Landschaftsarchitektur (mit Stand 2012) vor. Eine weiterführende und vertiefte Planung erfolgt im Zusammenhang mit den konkretisierten Planungen der Einhausung.

Huthpark, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Nach den Vorstellungen des Büros Glück Landschaftsarchitektur könnte die Gesamtfigur des Grünraumes unterschiedliche Freiraumtypologien enthalten:

Die großen Anlagen Huthpark, Günthersburgpark, Wasserpark und der Bornheimer Friedhof werden als Landschaftsdenkmäler nicht durch neue Nutzungen überplant, sondern vielmehr in das Freiraumsystem eingebunden und in ihren Bedeutungen gestärkt. Der Günthersburgpark wird zudem nach Aufgabe des Betriebshofes des Grünflächenamtes deutlich erweitert.

Die „Grüne Mitte“ auf dem Deckel des Einhausungsbauwerkes ist das zentrale neue Landschaftselement im Planungsraum. Diese Fläche soll als nutzungsoffener Raum sowie als Ort der Erholung dienen und auch Platz für sportliche Aktivitäten anbieten.
Die Erschließung des Freiraumes erfolgt über zwei Wegehierarchien: Ein übergeordnetes Wegenetz soll durch Parkpromenaden gebildet werden, während ein untergeordnetes System für direkte Querverbindungen und eine verbesserte Fuß- und Radwegeerreichbarkeit von und zu den Parks sorgen soll.

Die heute vorhandenen Klein- und Freizeitgärten sollen um neue Angebote von offenen Gemeinschaftsgärten ergänzt und zu einem vielfältigen Freiraumsystem entwickelt werden. Eingriffe in die heutigen privaten Dauerklein- und Freizeitgärten werden dazu unvermeidlich sein. Bei gegenseitiger Abwägung öffentlichen Interesses an der Entwicklung von Wohnungsbauquartiere, an öffentlich nutzbaren Grünverbindungen und an der Realisierung des Einhausungsbauwerkes müssen die Interessen der heutigen Nutzer teilweise zurückstehen.

Kompensationsangebote für den möglichen Verlust von Gärten werden durch die Stadt Frankfurt am Main geprüft. Der Abenteuerspielplatz wird an seinem jetzigen Standort verbleiben.


Lrmschutz

Die von der Autobahn 661 ausgehende Lärmbelastung ist einer der maßgeblichen Planungsanlässe.

Zur Minderung dieser Lärmeinträge wurde auch die Wirkung einer zehn Meter hohen Lärmschutzwand entlang der A 661 geprüft. Dieser Lösungsansatz wurde jedoch verworfen, weil eine Lärmschutzwand die städtebauliche und freiraumplanerische Trennwirkung der Autobahn zusätzlich verstärken würde und die erreichbare Schutzwirkung bei bestimmten Witterungsverhältnissen, zum Beispiel bei einer Inversion, deutlich eingeschränkt wäre.

Mit einer Einhausung der A 661 können hingegen sowohl die stadt- und freiraumplanerischen als auch die schutzbezogenen Nachteile einer Lärmschutzwand vermieden werden.

Die Verlärmung des Untersuchungsgebiets durch die A 661 stellt sich auf der Grundlage des für das Jahr 2025 prognostizierten Verkehrsaufkommens wie folgt dar:


Ohne Lrmschutz

Abbildung 1 zeigt die Lärmsituation bei freier Schallausbreitung in 2 Meter Höhe für den Nachtzeitraum (22.00 bis 06.00 Uhr). 

Für die Beurteilung von Verkehrslärmeinwirkungen steht in Deutschland die DIN 18005 – Schallschutz im Städtebau – zur Verfügung. Die im Beiblatt 1 zu dieser Norm enthaltenen Orientierungswerte geben Hinweise für die angemessene Berücksichtigung des Schallschutzes in der städtebaulichen Planung. Sie sind eine sachverständige Konkretisierung für die in der Planung zu berücksichtigenden Ziele des Schallschutzes; sie sind daher keine Grenzwerte. Ihre Einhaltung oder Unterschreitung ist jedoch wünschenswert, um die mit der Eigenart des betroffenen Baugebiets verbundene Erwartung auf angemessenen Schutz vor Lärmbelastungen zu erfüllen.

Der Vergleich mit den Orientierungswerten der DIN 18005 – Schallschutz im Städtebau – verdeutlicht, dass der östliche Rand des Wohngebiets „New Atterberry“ in erheblichem Umfang von Autobahnlärm betroffen ist. Hier werden die Orientierungswerte um bis zu 10 dB(A) überschritten, was als Verdoppelung der Lautheit empfunden wird.
 
Am südlichen Rand dieses Wohngebiets sind die Abweichungen von den DIN-Werten infolge des größeren Abstands zur Autobahn deutlich geringer. Sie belaufen sich auf bis zu 5 dB(A), während im Wohngebiets selbst die Orientierungswerte eingehalten, teils auch unterschritten werden.

Verkehrsuntersuchung Autobahn 661 ohne weitergehende Schallschutzmaßnahme, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, TÜV Hessen,  Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Stadt Frankfurt am Main

Mit Lrmschutz

Die Informationen zum Lärmschutz werden aufgrund der neuen Beschlusslage zur Einhausung in der Variante L2 derzeit aktualisiert.


Einhausung der A 661

Die Einhausung der A 661 ist eine wesentliche Maßnahme zur Reduktion des Verkehrslärmes und zugleich Voraussetzung zur Umsetzung der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenplanung. Im Zuge der vorbereitenden Untersuchung hat die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) nach einer gemeinsamen Beauftragung des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt am Main in mehreren Szenarien Lösungen auf Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und ihre Lärmschutzwirkung hin untersucht.

Weitere Informationen zum Sachverhalt werden aufgrund der neuen Beschlusslage zur Einhausung in der Variante L2 derzeit aktualisiert.


Rckabwicklung Alleentunnel"

Im Jahr 1980 hat der damalige Hessische Minister für Wirtschaft und Technik den Plan für den Neubau der A 66 im Stadtgebiet Frankfurt am Main – Alleentunnel – festgestellt. Der Plan umfasste umfangreiche Baumaßnahmen am Knotenpunkt „Miquelallee“, den Bau eines Tunnels vom Knoten „Miquelallee“ zum Bereich „Friedberger Landstraße/Butzbacher Straße“ und den anschließenden Bau der Strecke im Trog bis zur „Dortelweiler Straße“. 

Gegen diesen Beschluss wurden mehrere Klagen erhoben, die Planverfahren zur Behebung der gegebenenfalls bestehenden Mängel des Beschlusses wurde ausgesetzt. Ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren wurde nie durchgeführt, weil sich die Haltung zu dem Projekt sowohl auf Seiten des Landes Hessen als auch bei der Stadt Frankfurt am Main geändert hatte.

Konsequenterweise hat das Land Hessen Ende 2013 auf die Neuanmeldung des Vorhabens „A 66 Alleentunnel“ für den Bundesverkehrswegeplan verzichtet. HessenMobil als obere Straßenbaubehörde hat zudem Anfang 2014 gegenüber dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Herausnahme des Projektes aus dem "Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen 2004" beantragt. Diesem Antrag wurde stattgegeben, sodass HessenMobil im Mai 2014 bei der Planfeststellungsbehörde beantragte, den Planfeststellungsbeschluss aufzuheben. Mit Datum vom 05.02.2015 hat schließlich das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung den Planfeststellungsbeschluss „Alleentunnel“ aufgehoben.

Dieser Beschluss ist für die Projektrealisierung, insbesondere für das Teilgebiet Friedberger Landstraße/Südlich Wasserpark („Innovationsquartier“) entscheidend. Der Alleentunnel hätte im planfestgestellten Trassenbereich jegliche Entwicklungsmöglichkeiten für den Wohnungsbau verhindert und die stadtteilnahen Grün- und Erholungsflächen zerschnitten.

Zugleich ist auch festzuhalten, dass alle Nutzungen (wie etwa der Abenteuerspielplatz) auf der Trasse des „Alleentunnels“ seit 1980 nur provisorischen Charakter haben konnten, da diese Trassenflächen für den Bau des Tunnels freizuhalten waren.



Bebauungsplanung

Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen ist neben den fachlichen Aspekten zu ermitteln, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für die Durchführung einer Entwicklungsmaßnahme nach § 165 Absatz 3 Baugesetzbuch gegeben sind. 

In dem Zusammenhang wird überprüft, ob das Wohl der Allgemeinheit im Sinne der Deckung des Bedarfs an Wohn- und Arbeitsstätten, verbunden mit der daraus folgenden notwendigen Errichtung von Gemeinbedarfseinrichtungen die Durchführung der Maßnahme erfordert. Dabei spielt die Mitwirkungsbereitschaft der von der Entwicklung Betroffenen eine gewichtige Rolle. Es ist darüber hinaus zu untersuchen, inwieweit mit der Maßgabe der zügigen Durchführung eine Gebietsentwicklung möglich und die Finanzierung der Maßnahme gesichert sind. Je nach Ergebnis sind andere Planungsinstrumente anzuwenden. 

Bei den Teilgebieten 

  • Wohnen am nördlichen Günthersburgpark – („Gärtnerei Friedrich“), Bebauungsplan Nr. 858
  • Friedberger Landstraße/Südlich Wasserpark – („Innovationsquartier“), Bebauungsplan Nr. 880 
  • Friedberger Landstraße/Östlich Bodenweg – („Atterberry-Ost“), Bebauungsplan Nr. 914 

sind die oben genannten erforderlichen Voraussetzungen zur Anwendung einer Entwicklungsmaßnahme nicht gegeben. Für diese Gebiete kann eine Entwicklung über vertragliche Vereinbarungen mit den Eigentümern, ihren Bevollmächtigten, gegebenenfalls auch in Verbindung mit der Gründung entsprechender Projektgesellschaftsformen entsprechend den Zielen aus der städtebaulich-landschaftsplanerischen Rahmenplanung erreicht werden. 

Das zur Gebietsentwicklung erforderliche Baurecht wird über bauleitplanerische und fachrechtliche Verfahren für die oben genannten Teilgebiete geschaffen. 


Fragen und Antworten

  • Wo liegt das Planungsgebiet?

    Das Gebiet liegt im Nordosten Frankfurts. Es erstreckt sich auf Flächen der Stadtteile Bornheim, Nordend und Seckbach.

  • Warum der Name "Ernst-May-Viertel"?

    Bereits in dem von Stadtbaurat Ernst May im Jahr 1925 veröffentlichten Wohnungsbauentwicklungsprogramm der Stadt Frankfurt am Main waren Areale zwischen Bornheim und Seckbach als zukünftige Baugebiete ausgewiesen, dem heutigen „Ernst-May-Viertel“. Ziel der Siedlungsentwicklung unter Ernst May war es, einerseits für eine stark wachsende Bevölkerungszahl Wohnbauquartiere in hoher Zahl und Qualität zu schaffen ohne andererseits deren Anbindung an Grün- und Freiräume zu vernachlässigen. Diese Ziele liegen auch dem heutigen „Ernst-May-Viertel“ zu Grunde.

  • Wie gro ist die Flche des Untersuchungsraumes?

    Der Raum der vorbereitenden Untersuchung beträgt rund 100 Hektar.

  • Welche Chancen sind mit der Gebietsentwicklung verbunden?

    Im neuen „Ernst-May-Viertel“ ist es Absicht der Stadt Frankfurt am Main, in Ergänzung der bestehenden Quartiere ein Stadtviertel entstehen zu lassen, das innovative Planungsansätze mit urbanen Lebensqualitäten verbinden wird. In Nachbarschaft zur Frankfurter Innenstadt ist ein breites Spektrum unterschiedlicher Wohnformen geplant, das auch Angebote für preisgünstigen Wohnraum umfassen wird.
    Mit dem Vorhaben ist für die Stadt Frankfurt am Main die große Chance verbunden, gleichsam als „Wachstum nach Innen“ Flächen in einer zentrumsnahen Lage im Stadtgebiet einer Wohnnutzung zuzuführen, um so dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.
    Mit der Einhausung der Autobahn 661 kann darüber hinaus die Voraussetzung geschaffen werden, bestehende und auf dem „Deckel“ neu entstehende Grünflächen so zu gestalten, dass die Naherholungsangebote für die angestammten Bewohner der Stadtteile, aber auch für die „Neubewohner“ erweitert werden.

  • Welche Wohnformen sollen gebaut werden?

    In den neuen Quartieren ist ein breites Spektrum von Wohn- und Eigentumsformen geplant, dabei sollen innovative Ansätze im Wohnungsbau umgesetzt werden. Sowohl geförderter wie auch freifinanzierter Wohnungsbau ist vorgesehen sowie Anteile von gemeinschaftlichem und genossenschaftlichem Wohnen.

  • In welchem Preissegment werden die Wohnungen errichtet?

    Wohnungspolitisches Ziel der Stadt Frankfurt ist es, bezahlbaren Wohnraum und ein breites Angebot zu schaffen. 30 Prozent der Wohnungsbauflächen werden für den geförderten Wohnungsbau reserviert. Gemeinschaftliche Wohnprojekte sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Es sollen Wohnungsangebote für alle Einkommensschichten realisiert werden.

  • Werden im Ernst-May-Viertel" nur Wohnungen gebaut?

    Das „Ernst-May-Viertel" wird als Ganzes geplant. Es handelt sich um ein umfassendes und komplexes Projekt, welches in Teilprojekten realisiert werden muss und selbstverständlich neben den neuen Wohnquartieren auch die neuen öffentlichen Grünflächen, Schulen und Kitas umfasst. Die Teil-Einhausung der A 661 ist dabei integraler Bestandteil des Planungskonzeptes.

  • Wird durch das Ernst-May-Viertel" die Frischluftzufuhr eingeschrnkt und das Stadtklima verschlechtert?

    Ein zentrales Anliegen der Planung für das „Ernst-May-Viertel“ ist es, stadtklimatisch günstige Bedingungen sowohl in den neuen Quartieren als auch in den bestehenden Stadtteilen zu bewahren. Die klimatischen Zusammenhänge im Untersuchungsgebiet wurden daher bereits in der ersten Phase des Projektes berücksichtigt und bei der Identifikation der zukünftigen Wohnbauflächen zugrunde gelegt. Detailliertere Klimauntersuchungen erfolgen nun in den weiteren Arbeitsschritten im Rahmen der Bauleitplanungen. Die stadtklimatischen Belange  genießen dabei eine hohe Priorität. Sie werden zudem im Einklang mit den Zielen der Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel stehen.

  • Mit welchen Manahmen kann die Frisch- und Kaltluftzufuhr aufrechterhalten und verbessert werden?

    Die Autobahn 661 ist heute ein Hemmnis für örtliche Kaltluftströmungen, da der Autobahnbau die vormals bereits vorhandene Tiefenlinie zusätzlich verstärkt hat, so dass sie für von Nordosten kommende Kaltluftmassen unüberwindbar geworden ist. Mit der geplanten Einhausung der Autobahn 661 kann daher diese Zäsur geschlossen und wieder für die gering mächtigen Kaltluftmassen passierbar werden. Diese verbessert auch die lufthygienische Qualität der Kaltluft, da sie deutlich weniger mit den Abgasen der Autos angereichert wird, sodass die Frischluftzufuhr in die Bestandsgebiete und in die geplanten neuen Quartiere verbessert wird.

  • Droht nach dem Bau der neuen Quartiere eine berwrmung des Nordends und Bornheims?

    Für den Temperaturhaushalt des Nordends und Bornheims sind überörtliche, regionale Luftströmungen wie der Wetterauwind verantwortlich, nicht aber die kleinräumiigen Kaltluftentstehungsgebiete am nordöstlichen Frankfurter Stadtrand. Das Planungskonzept sieht vor, diesen Luftströmungen weiterhin den gewünschten Zugang zum Innenstadtgebiet zu geben, so dass eine Überwärmung des Nordends und Bornheims durch die Planungen zum Ernst-May-Viertel ausgeschlossen werden kann.

  • Welche Perspektive hat der Abenteuerspielplatz?

    Der Abenteuerspielplatz bleibt an seinem jetzigen Standort erhalten. Es ist Absicht, den Spielplatz in das Gesamtkonzept der geplanten nördlich anschließenden Bebauung zu integrieren.

  • Was geschieht mit den heute bestehenden Parks?

    Es ist Teil des Planungskonzeptes zum „Ernst-May-Viertel“, den Günthersburgpark und den Huthpark zu erweitern und an die übergeordnete Grünvernetzung zum Lohrberg und an den Regionalpark anzubinden.

  • Welche privaten Grten sind betroffen, wie lange kann ich meinen Garten behalten?

    Bei der generellen planerischen Abwägung zur Entwicklung des „Ernst-May-Viertels“ ist es unvermeidlich, dass private Dauerklein- und Freizeitgärten zugunsten des Wohnungsbaus und zugunsten von großzügigen, öffentlich nutzbaren Grünverbindungen herangezogen werden müssen. Das Gemeinwohlinteresse steht hier vor dem Privatinteresse zum Erhalt der Gärten. Gleichwohl ist es Absicht der Stadt, dass der Eingriff in die Gärten nur in einem vertretbaren Maß erfolgen soll und das Angebot an Kleingärten in der Summe möglichst zu erhalten. In welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt in die bestehenden gärtnerisch genutzten Flächen tatsächlich eingegriffen werden wird, ist heute noch nicht verlässlich zu bestimmen. Dies ist abhängig vom Fortgang der Planung.

  • Wird es Kompensationsangebote fr den Verlust von Freizeitgrten geben?

    Ein System zur möglichen Umstrukturierung, Verlagerung und/oder Kompensation der Freizeitgärten soll erarbeitet werden. Dies bedeutet, dass für die entfallenden Freizeitgärten nach Möglichkeit eine Ersatzfläche angeboten werden soll. Jedoch werden sich nicht für alle Gärten eine neue Fläche in räumlicher Nähe finden lassen. Dauerkleingärten genießen gesetzlichen Schutz und sind ggfs. vollumfänglich auszugleichen. Über Details und Umfang von Kompensationsangeboten wird zur gegebenen Zeit informiert.

  • Werden die Brgerinnen und Brger angemessen informiert?

    Immer wenn es einen neuen Sach- und Informationsstand gibt, wird über diesen berichtet und diskutiert. Nach den Maßgaben der politischen Gremien wurde der Magistrat mit einer regelmäßigen Berichtspflicht zu den einschlägigen Themen beauftragt. Bereits bei den ersten Überlegungen zu den Potentialen einer städtebaulichen Vernetzung gab es ein kooperatives Verfahren mit öffentlicher Beteiligung und einem Beirat aus Vertretern von Bürgerinitiativen, Ortsbeiträten, der Politik und Fachleuten zur Bewertung der vorgelegten Arbeiten. Der Beschluss, Vorbereitende Untersuchungen einzuleiten, wurde in der Presse, in den Ortsbeiräten und in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert. 

    Die Beteiligung der breiten Öffentlichkeit ist auch im weiteren Planungsprozess sichergestellt. Dabei werden Beteiligungsformen gewählt, die weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Standards zu Form und Umfang hinausgehen. So hat der Magistrat in den Jahren 2016 und 2017 in mehreren öffentlichen Foren (z.B. Sitzungen der betroffenen Ortsbeiräte) umfassend über die allgemeinen Aspekte des Planungsfortschrittes zum „Ernst-May-Viertel“ berichtet und dabei wichtige Anregungen aus der Bürgerschaft gewonnen. Darüber hinaus wird im Zuge der planungsrechtlichen Umsetzung auf Ebene der Bebauungsplanverfahren die Öffentlichkeitsbeteiligung z.B. durch Bürgerdialogveranstaltungen fortgeführt.

Herr Peter Habermann

Telefon: +49 (0)69 212 36833
Telefax: +49 (0)69 212 43692

Frau Sabine Guttmann

Telefon: +49 (0)69 212 34351
Telefax: +49 (0)69 212 43692


Downloads/Links im berlick


Hinweis zu den Informationen des Parlamentsinformationssystem (PARLIS)

Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme zwischen Huthpark, Hauptfriedhof und Günthersburgpark gemäß § 165 (4) BauGB


SAMMELBESCHLUSS PAR_1053_2017 zu den Vorlagen M 80, M 81, M 82 und M 83
vom 23.02.2017  (siehe PDF unten)

Sachstandsbericht über den Stand der vorbereitenden Untersuchungen

Vortrag des Magistrats vom 22.04.2016, M 82 2016 (siehe PDF's unten)


Bebauungsplan Nr. 858 - Wohnen am nördlichen Günthersburgpark ("Gärtnerei Friedrich")

Vortrag des Magistrats vom 22.04.2016, M 80 2016  (siehe PDF's unten)


Bebauungsplan Nr. 914 - Friedberger Landstraße/Östlich Bodenweg ("Atterberry-Ost")

Vortrag des Magistrats vom 22.04.2016, M 81 2016  (siehe PDF's unten)


Bebauungsplan Nr. 880 - Friedberger Landstraße/Südlich Wasserpark ("Innovationsquartier")

Vortrag des Magistrats vom 22.04.2016, M 83 2016  (siehe PDF's unten)



Gutachten

Datenschutzrechtlicher Hinweis: Vervielfltigungen und weitere Verbreitungshandlungen sind mit den jeweiligen Autoren der Gutachten abzustimmen

Zusammenstellung der im Zusammenhang mit den vorbereitenden Untersuchungen für das „Ernst-May-Viertel“ beauftragten Studien, Planungen, Untersuchungen und Gutachten.

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