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Frankfurt Nordwest - Neuer Stadtteil der Quartiere

Thema:
Vorbereitende Untersuchungen
Stadtteil: Ortbezirk:
7, 8
Gebietsgröße:
Untersuchungsgebiet 550 ha, voraussichtlich zu bebauuende Flche max. 190 ha
Kontakt:

Herr Antonius Schulze Mnking
Telefon: +49 (0)69 212 36107
Telefax: +49 (0)69 212 30731

Frau Sabine Guttmann
Telefon: +49 (0)69 212 34351
Telefax: +49 (0)69 212 30731


Aktuelles

Einladung zur Informationsveranstaltung am 28.11.2019, © Stadtplanungsamt, Grafik: Stadtberatung Dr. Sven Fries

Gutachten zu Frankfurt Nordwest - Neuer Stadtteil der Quartiere" online

Die ersten Gutachten und Untersuchungsergebnisse finden Sie am Ende des Kapitels „Die vorbereitenden Untersuchungen".


Projektbeschreibung

 

Darum geht es - der Prozess kompakt

Frankfurt braucht dringend weiteren Wohnraum: neue Quartiere für die Menschen, mit neuen Arbeitsplätzen, lebendigen Plätzen und ruhigen Grünflächen zum Erholen. 

Im Dezember 2017 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main beschlossen prüfen zu lassen, ob im Frankfurter Nordwesten die Voraussetzungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gegeben sind. Im Untersuchungsgebiet müssen hierfür unter anderem rechtliche, städtebauliche und ökologische Aspekte geprüft werden. Diese sogenannten vorbereitenden Untersuchungen werden derzeit durchgeführt. 

Die ersten Entwürfe, die zeigen, wie die neuen Quartiere aussehen könnten, werden im Laufe des Jahres 2020 entwickelt. Während dieser Zeit sind die Bürgerinnen und Bürger auf unterschiedliche Weise beteiligt. 

Voraussichtlich Ende 2021 wird der Stadtverordnetenversammlung der Abschlussbericht zu den vorbereitenden Untersuchungen vorgestellt. Erst dann können die Stadtverordneten beschließen, ob eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme durchgeführt werden soll – und wenn ja, wo genau diese innerhalb des Untersuchungsgebiets abgegrenzt wird.




Mehr Informationen

Darum geht es in 180 Sekunden oder auf 40 Seiten

Frankfurt Nordwest - Neuer Stadtteil der Quartiere, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main


Weitere Informationen erhalten Sie in der ersten Sonderausgabe des kostenlosen Magazins IM DIALOG - Neuer Stadtteil der Quartiere - November 2019. Dort erfahren Sie alles über das Verfahren. Es berichtet über Untersuchungen, Veranstaltungen und liefert Hintergrundwissen.


Warum neue Wohnquartiere in Frankfurt?


Die Ausgangslage

Frankfurt wächst stetig. Der Wohnungsmarkt ist dauerhaft von Engpässen geprägt und Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 rund 90.000 zusätzliche Wohnungen gebraucht werden,  einschließlich derer, die jetzt schon fehlen. Die Menschen suchen Wohnraum in allen Preisklassen, insbesondere wird jedoch bezahlbarer Wohnraum benötigt. Viele Menschen können sich jetzt schon keine Wohnung mehr in Frankfurt leisten – und der Mangel treibt die Mietpreise weiter nach oben. 

Um dem Wohnungsmangel zu begegnen, wurden Konversionsflächen, wie ehemals militärisch genutzten Flächen, in Wohnquartiere umgewidmet. Gleichzeitig wurde und wird innerhalb der Stadt nachverdichtet:  Lücken werden bebaut und Gebäude aufgestockt. Doch dieser Innenentwicklung sind Grenzen gesetzt, zumal die Fläche Frankfurts begrenzt ist und wichtige Grünflächen, wie z.B. der Frankfurter GrünGürtel, unangetastet bleiben. Die Potenziale aus Konversion und Nachverdichtung reichen also nicht aus, um genügend Wohnraum für alle Menschen zu schaffen, die ihn brauchen. Große Neubaugebiete, wie der Riedberg und das Europaviertel, werden in absehbarer Zeit fertiggestellt sein. 


Die Idee

Mit neuen Quartieren im Nordwesten Frankfurts könnten im Anschluss an die Nordweststadt und Praunheim, aber auch westlich der A 5 mehrere Stadtquartiere entstehen. So würde die Stadt Frankfurt der steigenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum mittel- bis langfristig begegnen. Auch nachfolgende Generationen hätten die Chance, in Frankfurt zu leben.


Der Beschluss

Im Dezember 2017 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main beschlossen prüfen zu lassen, ob in dem Bereich „Frankfurt Nordwest" die Voraussetzungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (§§ 165 ff. Baugesetzbuch) gegeben sind. Das geht nicht von heute auf morgen, doch die aufwändigen Untersuchungen werden den politischen Verantwortlichen am Ende des langen Prozesses die Grundlagen für die Entscheidung liefern, ob eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme kommen soll – und wenn ja, in welchem Umfang. 


Was könnte hier entstehen – und für wen?

Sollten die Untersuchungen ergeben, dass alle Rahmenbedingungen erfüllt sind, könnten im Untersuchungsgebiet bis zu 12.000 Wohnungen für maximal 30.000 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen. Beim Bau würden dann auch Bauherrengruppen und Genossenschaften berücksichtigt werden, um ein vielfältiges Angebot an Wohnformen zu schaffen. Parks, Plätze, Schulen, Kindertagesstätten, Läden, Sport- und Freizeiteinrichtungen schaffen lebenswerte Quartiere. Hauptziel ist es, für Menschen unterschiedlichen Alters und in verschiedenen Lebenssituationen eine neue Heimat zu schaffen – auch für Gering- und Normalverdiener. Auch neue Arbeitsplätze würden in den Quartieren entstehen. So soll laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung geprüft werden, inwieweit im geplanten Gewerbegebiet „Nördlich Heerstraße" Wohnen integriert werden kann.


Die Lage

Warum im Nordwesten?

Rot markiert: das Untersuchungsgebiet in Nordwesten Frankfurts, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Im Nordwesten gibt es eine große Freifläche, die mit relativ geringem Aufwand an das bereits vorhandene öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen werden kann. Das würde den neuen Quartieren einen ebenso umweltfreundlichen wie leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr ermöglichen. 

Diese Fläche, die daraufhin untersucht wird, ob sie für eine Bebauung in Frage kommt, ist insgesamt 550 Hektar groß. Wird gebaut, so umfasst die Bebauungsfläche voraussichtlich maximal 190 Hektar – inklusive Straßen, Parks, Schulen und Kindertagesstätten.


Das Untersuchungsgebiet

Luftbild 2016 mit den Grenzen des Gebietes der vorbereitenden Untersuchungen, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main, Luftbild: Stadtvermessungsamt Stadt Frankfurt am Main

Prägendes Element des Untersuchungsgebiets ist die Bundesautobahn A 5. Diese teilt das Gebiet in einen westlichen und einen östlichen Teil. Im Norden streift mit der Rosa-Luxemburg-Straße eine wichtige West-Ost-Verbindung das Gebiet.

Das Untersuchungsgebiet liegt im äußersten Nordwesten der Frankfurter Gemarkung und grenzt somit nicht nur an Frankfurter Stadtteile, sondern liegt auch in unmittelbarer Nähe von Oberursel, Steinbach und Eschborn. Innerhalb des Untersuchungsgebiets – an seinem östlichen Rand – liegen Straßen und Häuser von Niederursel, der Nordweststadt und Praunheim. Das Praunheimer Gewerbegebiet liegt gänzlich innerhalb der Plangebietsgrenze.



Die vorbereitenden Untersuchungen

Eine Möglichkeit für Städte und Gemeinden, große Entwicklungsvorhaben umzusetzen, ist das Instrument der „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme" gemäß Baugesetzbuch §§ 165 ff. Vor der Festlegung des Entwicklungsbereichs durch eine Entwicklungssatzung muss die Gemeinde vorbereitende Untersuchungen durchführen, um nachzuweisen, dass die Kriterien erfüllt sind, die eine Entwicklungsmaßnahme rechtfertigen (§ 165 (4) BauGB). Das Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen dient als fachliche Entscheidungsgrundlage für die Machbarkeit der neuen Quartiere. Erst mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (Entwicklungssatzung) wird das Ergebnis bindend. Bis dahin ist die Entscheidung über die Entwicklungsmaßnahme ergebnisoffen.
 
Fachleute sind damit beauftragt, für das Untersuchungsgebiet die vorbereitenden Untersuchungen durchzuführen. Das bedeutet: In einem langen Prozess prüfen sie, ob alle rechtlichen Voraussetzungen und fachlichen Kriterien, die eine „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme" rechtfertigen, erfüllt sind. Dafür holen sie die nötigen fachlichen Gutachten ein.
 
Durch die vorbereitenden Untersuchungen sollen verschiedene Fragen beantwortet werden: welche Flächen eignen sich für eine Bebauung, und welche nicht? Wie hoch ist die Bereitschaft der Pächter, Eigentümer und Mieter der Grundstücke im Untersuchungsgebiet bei der Entwicklung der neuen Quartiere mitzuwirken?   

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der vorbereitenden Untersuchungen sind städtebauliche Konzepte, also Vorschläge, wie neuer Wohn- und Lebensraum im Untersuchungsgebiet aussehen und funktionieren könnte. Diese werden im Rahmen einer „Mehrfachbeauftragung“ ermittelt. Das bedeutet, dass fünf bis sieben Planungsbüros damit beauftragt werden, jeweils städtebauliche Ideen zu entwickeln, die möglichst alle Herausforderungen berücksichtigten. Die parallel erarbeiteten Konzepte werden zeigen, welche unterschiedlichen Ansätze und Lösungen es gibt und welche Auswirkungen diese haben. Entscheidet sich ein Büro beispielsweise dafür, weniger Wohnraum, dafür aber mehr Freiflächen zu planen, so werden auch entsprechend weniger Kitas gebraucht.
 
Erst nach Abschluss der Untersuchungen kann die Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich Ende 2021 beschließen, ob das Untersuchungsgebiet – beziehungsweise Teile davon – städtebaulich entwickelt werden soll.  


Die Herausforderungen 

Herausforderungen gibt es viele. Ob, wo und wie die neuen Wohnquartiere gebaut werden können, ist unter anderem davon abhängig, ob es in den Konzeptstudien gute Antworten auf die Fragen gibt, die die Herausforderungen aufwerfen. Die wichtigsten Herausforderungen, mit denen sich die vorbereitenden Untersuchungen beschäftigen, stellen wir Ihnen exemplarisch hier vor.


Das Klima und die Kaltluft

Das Untersuchungsgebiet ist heute zum großen Teil ein Kaltluftentstehungsgebiet. Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen werden das Gebiet und sein Umfeld auch klimatisch beleuchtet: Wie ist die aktuelle Situation und was würde eine Bebauung für das Entstehen der Kaltluft bedeuten, wie würde diese dann transportiert und was würde sich bei der Belüftung der angrenzenden Stadtteile ändern? Und vor allem: Mit welchen gestalterischen oder technischen Mitteln wäre dem zu begegnen?


Natur und Wasser

Die Bachauen von Urselbach und Steinbach sind nicht nur ökologisch wertvoll und wichtig für die Naherholung, sie erfüllen auch wichtige Funktionen für den Hochwasserschutz. Es ist eine Herausforderung, die Bachtäler so zu gestalten, dass sie gleichzeitig als Rückhaltefläche für Hochwasser und als Naherholungsraum für die neuen Stadtquartiere und die Nachbarkommunen dienen. Zusätzlich dürfen bei einer Planung die streng geschützten Arten nicht vergessen werden, die hier leben.


Stromtrassen

In dem Untersuchungsgebiet liegen mehrere Stromtrassen. Das sind Strecken, auf der eine oder mehrere Hochspannungsleitungen verlaufen. Da diese regional und überregional bedeutend sind, müssen sie grundsätzlich erhalten werden. Welche Spielräume bestehen, diese Trassen zu verlagern oder neu zu organisieren, und welche Abstände zu Wohngebäuden eingehalten werden müssen, wird im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen ermittelt.


Mobilität

Bis zu 30.000 Einwohnerinnen und Einwohner und viele zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten mehr Verkehrsvolumen. Dieses muss so gestaltet werden, dass die angrenzenden Stadt- und Ortsteile nicht zusätzlich belastet werden. Damit die Menschen gut und schnell von A nach B kommen, muss der öffentliche Nahverkehr von Beginn an einen hohen Stellenwert haben. Das Untersuchungsgebiet zeichnet sich gegenüber anderen unbebauten Flächen dadurch aus, dass es an bereits vorhandene öffentliche U- und S-Bahnlinien angrenzt, die sich gut erweitern ließen. Zusätzlich müssten neue Quartiere aber auch ein gut ausgebautes und mit umliegenden Gemeinden vernetztes Radwegenetz erhalten.


Die Autobahn und der Lärm

Die Bundesautobahn A 5 liegt mitten im Untersuchungsgebiet. Werden die Fahrspuren wie geplant  von derzeit sechs auf acht Spuren erweitert, wird der Lärm noch weiter anwachsen. Die vorbereitenden Untersuchungen sollen mit einem Lärmgutachten zeigen, wo genau bei dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen besondere Belastungen entstehen können. Eine weitere Herausforderung ist, dass die A 5 – genau wie die Stromtrassen – eine trennende Wirkung hat. Beiden Herausforderungen müssen die Planer gute Ideen entgegensetzen.


Ein Blick in die Zukunft

Wir haben uns viel vorgenommen. Werden neue Quartiere im Nordwesten gebaut, ist von einem Entwicklungszeitraum von 10 bis 15 Jahren auszugehen. Die Planung muss daher robust und flexibel genug sein, um sich auch veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Wir erwarten mutige Konzepte, die einen Blick in die Zukunft werfen, aber dennoch schon heute ausgeführt werden können. Von den zukünftigen Quartieren erwarten wir weit mehr als große städtebauliche und landschaftsplanerische Qualität: 

Lebendige Quartiere zeichnen sich durch eine gute Mischung von allem aus: Funktionen, Gebäudeformen, soziale Angebote und kulturelle Vielfalt.

Grünflächen und Plätze sollen in den neuen Stadtquartieren eine tragende Rolle spielen. Sie werden untereinander und mit der umliegenden Landschaft verbunden, sind leicht zugänglich und bieten sogar für die umliegenden Gemeinden einen Mehrwert.

Bezahlbare Flächen für das Gewerbe sollen fördern, dass sich Geschäfte ansiedeln. Einzelhandel, Ärzte, Kneipen, Restaurants, sonstige Dienstleister bringen weitere Arbeitsplätze und Leben ins Quartier.

Mobilität der Zukunft muss in neuen Stadtquartieren von Anfang an mitgedacht werden: Kurze Wege, viele Wegebeziehungen und Straßen, auf denen Fußgänger, Fahrradfahrer und der öffentliche Personennahverkehr nicht die zweite Geige spielen. Werden neue Quartiere erschlossen, so darf das nicht zu Lasten bereits vorhandener Stadtteile gehen. 

Gemeinschaft und Verantwortung werden schon beim Entwurf großgeschrieben. Soziale und kulturelle Einrichtungen wie Jugendhäuser, Bürgerhäuser, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Vereinshäuser und -räume, Kirchen, religiöse Einrichtungen und Sportanlagen bilden das Fundament für ein gutes Zusammenleben. Solche Angebote können jedoch nicht nur dem betroffenen Quartier zugutekommen, sondern auch Bedarfe in benachbarten Stadtteilen mindern.


Der Weg zu einem stdtebaulichen Leitbild

Damit neue Quartiere in jeder Hinsicht gut gelingen und für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner zur Heimat werden, braucht es sehr viel vorausschauende Fach- und Bürgerkompetenz und gute Ideen. Mehrere Planungsbüros werden damit beauftragt, auf Basis von Gutachten und Ideen aus der Bürgerschaft Konzeptstudien zu erarbeiten, der auch nachhaltige landschaftsplanerische Lösungen bereitstellen soll. Danach werden unterschiedliche Lösungsansätze auch mit weiteren Fachleuten wie dem Consilium diskutiert, die Entwürfe verbessert, geändert und konkretisiert. Im weiteren Verlauf lernt die Bürgerschaft die Ideen der Planer kennen und kann diese kommentieren. 

Eine Gutachtergremium zieht am 11. November 2020 ein Fazit und spricht eine Empfehlung aus. Diese fließt in den Bericht zu den vorbereitenden Untersuchungen ein, über den die Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich Ende 2021 beschließen soll: Eignet sich das Untersuchungsgebiet zum Bau von neuen Quartieren – oder nicht? 


Das Consilium

Ein Beratergremium, das sogenannte Consilium, begleitet die vorbereitenden Untersuchungen zu den neuen Quartieren fachlich. Es setzt sich mit Fragen zur Stadtentwicklung, zur Architektur und Freiraumplanung auseinander und macht Vorschläge für das Beteiligungsverfahren, die Entwurfsphase und für den gesamten Prozess. 

Das Consilium besteht aus acht Fachexpertinnen und Fachexperten aus dem deutschsprachigen Raum, die hier ihre Erfahrung einbringen. Sie vertreten unterschiedlichste Disziplinen, die bei der Entwicklung neuer Quartiere wichtig sind: Stadt- und Raumplanung, Ökologie und Landschaftsplanung, Organisations- und Verfahrensoptimierung, Wirtschaft und Sozialwissenschaften. Weitere Sachverständige können nach Bedarf hinzugezogen werden.
 
Die Einrichtung des Consiliums geht auf den Stadtverordnetenbeschluss von 2017 zurück. Die Hinweise des Consiliums sollen auch mit Vertretern der Nachbarkommunen und der Ortsbeiräte 7 und 8 erörtert werden. Es sind pro Jahr mindestens zwei Sitzungen vorgesehen. Zudem ist einmal im Jahr eine öffentliche Veranstaltung geplant, in der die Empfehlungen des Beirats präsentiert werden.


Auf Augenhhe: die Brgerbeteiligung

Während des gesamten Prozesses führen wir mit Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen und Initiativen einen Dialog auf Augenhöhe. Sie alle werden eingebunden und finden mit Ihren Erfahrungen, Meinungen und Vorstellungen Gehör. Auch Ihr lokales und weiteres fachliches Wissen ist gefragt!

Viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu informieren und zu beteiligen, laden zum Mitmachen ein – analog und digital. Dabei bleiben wir immer transparent: Wir informieren Sie kontinuierlich über den aktuellen Stand und erklären komplizierte Themen so, dass jeder sie verstehen kann.

Sie können sich während des gesamten Prozesses beteiligen. Entscheiden sich die Stadtverordneten dafür, das Untersuchungsgebiet zu bebauen, dann wird es auch in den folgenden Jahren viele neue Gelegenheiten für Sie geben, sich aktiv in den Prozess einzubringen. 

Zeitstrahl - Bürgerbeteiligung, © Stadtplanungsamt, Grafik: Stadtberatung Dr. Sven Fries

Informationsveranstaltung am 28.11.2019

Eine Fülle an Fakten kam am 28. November 2019 auf den Tisch: In einer Informationsveranstaltung stellte das Prozessteam das Verfahren vor und lieferte Hintergründe und Infos zu Sachthemen. Das Team nahm auch erste Anregungen für den Prozess und die städtebaulichen Konzepte auf. Das war ein guter Einstieg ins Thema, informierte über die Hintergründe und schaffte Grundlagen für die kommenden Veranstaltungen. 


Bürgerdialog I am 15.02.2020


Im Bürgerdialog I entwickeln Sie in Workshops Visionen und Ziele für Konzeptstudien. Diese Anregungen geben Sie den Planern mit.


Bürgerdialog II am 08.05.2020


Beim Bürgerdialog II sehen Sie erstmals die Konzeptstudien der Planungsbüros. Sie können überprüfen, was die Planer aus Ihren Anregungen gemacht haben und darüber diskutieren. Auch diese Ergebnisse werden an die Planungsbüros weitergegeben, die im Anschluss ihre Entwürfe nochmals überarbeiten. 


Bürgerdialog III am 07.11.2020

Im Bürgerdialog III präsentieren die Planungsbüros ihre Endergebnisse aus dem Entwurfsprozess. Abermals ist Ihr Feedback gefragt. 


Beteiligung zur Beteiligung

Sie wünschen sich oder brauchen eine ganz andere Form der Beteiligung? Die „Beteiligung zur Beteiligung" stellt sicher, dass jeder Bürger, jede Bürgerin sich beteiligen kann. 
Informieren Sie uns über Ihren Wunsch, wir kümmern uns darum.


Der Prozess - die wichtigsten Termine auf einen Blick


14.12.2017  
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt beschließt, vorbereitende Untersuchungen durchführen zu lassen

07.11.2019  
Europaweites Bewerbungsverfahren für die Mehrfachbeauftragung städtebaulicher Rahmenplan 

28.11.2019  
Infoveranstaltung Casino, Planungsdezernat der Stadt Frankfurt, Kurt-Schumacher-Straße 10 

13.12.2019 
Ende der Bewerbungsfrist europaweites Bewerbungsverfahren

22.01.2020  
Auswahl der Planungsbüros  

15.02.2020  
Bürgerdialog I (Input für Auslobung der Mehrfachbeauftragung) 

08.05.2020  
Bürgerdialog II mit Zwischenpräsentation der ersten Entwürfe und Feedback der Bürgerschaft 

07.11.2020  
Bürgerdialog III (Vorstellung der Entwürfe, Feedback) 

11.11.2020  
Jurysitzung (nicht öffentlich) 

12.11.2020  
Pressekonferenz

 


Downloads im berblick

Veranstaltungen

Vorstellung der Planungsüberlegungen durch den Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main, Mike Josef, für den neuen Stadtteil am 23.08.2017 im Rathaus Oberursel

Vorstellung der Planungsüberlegungen durch den Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main, Mike Josef, für den neuen Stadtteil am 27.09.2017 im Titus Forum der Nordweststadt

Vorstellung der Planungsüberlegungen durch den Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main, Mike Josef, für den neuen Stadtteil am 28.11.2017 im Bauausschuss der Stadt Steinbach 

Vorstellung der Planungsüberlegungen durch den Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main, Mike Josef, für den neuen Stadtteil am 24.01.2018 im Bau- und Umweltausschuss der Stadt Eschborn

Vorstellung der Planungsüberlegungen durch den Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main, Mike Josef, für den neuen Stadtteil am 03.05.2018 im Bürgerhaus Niederhöchststadt


Beschlusslage


Ihre Fragen - unsere Antworten

  • Daten und Fakten

  • Werden die ganzen 550 Hektar bebaut?

    Nein, die Fläche von circa 550 ha umfasst den Untersuchungsraum. Eine Bebauung inklusive Straßen, Parks, Schulen und Kindertagesstätten würde voraussichtlich auf ungefähr 190 ha Bruttobauland erfolgen.

  • Stadtentwicklung

  • Was ist eine stdtebauliche Entwicklungsmanahme (SEM)?

    Eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ist ein im Baugesetzbuch (BauGB) geregeltes Instrument der Stadtentwicklung (§ 165 ff. BauGB). Durch sie kann die Stadt große städtebauliche Projekte wie neue Quartiere zügig entwickeln. Voraussetzung für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ist der Nachweis, dass das städtebauliche Ziel mit anderen städtebaulichen Instrumenten nicht zu erreichen ist. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zur klassischen Baulandentwicklung besteht in der Pflicht der Gemeinde, die Grundstücke im Entwicklungsgebiet zum entwicklungsunbeeinflussten Anfangswert aufzukaufen. Weiterhin ist die Gemeinde verpflichtet, die Grundstücke wieder mit einer Bauverpflichtung zu veräußern. Aus der Differenz zwischen Kaufpreis der nicht entwickelten Grundstücke und dem Verkaufspreis der Baugrundstücke finanzieren sich die Erschließungsanlagen und die soziale Infrastruktur (Schulen, Kindertagesstätten usw.). Bleibt etwas übrig, erhält dies der ursprüngliche Grundstücksbesitzer.

  • Wohnen

  • Wer soll in den neuen Quartieren wohnen?

    Ziel der Überlegungen ist es, für Menschen verschiedenen Alters und in unterschiedlichen Lebenssituationen durch bezahlbaren Wohnraum eine neue Heimat zu schaffen.

  • Wie hoch soll der Anteil an gefrderten Wohnungen sein?

    Die Quote der geförderten Wohnungen muss bei mindestens dreißig Prozent liegen. Auch Bauherrngruppen und Genossenschaften würden berücksichtigt werden, so dass ein Angebot vielfältiger Wohnformen entsteht.

  • Soll hier eine Trabantenstadt entstehen?

    Nein, die Stadt Frankfurt am Main wird dafür Sorge tragen, dass alle Anforderungen der zukünftigen Bewohner an moderne Wohnquartiere erfüllt werden:

    • Angebot vielfältiger Wohnformen in unterschiedlichen Wohntypologien
    • Private Freiflächen, die zum Beispiel als geschützte Blockinnenbereiche Begegnungen innerhalb der unmittelbaren Nachbarschaft ermöglichen
    • Einkauf in fußläufiger Entfernung
    • Versorgung mit Ärzten, Kneipen und Restaurants und sonstigen Dienstleistern
    • Vielfältiges Mobilitätsangebot mit einem Schwerpunkt auf dem öffentlichen Nahverkehr und der Fußgänger- und Radmobilität
    • Ein breites Angebot an Kinderbetreuungsplätzen, von der Krippe bis zum Hort, Grundschulen und eine weiterführende Schule
    • Ein vielfältiges Angebot an Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen, die ein breites Vereinsleben befördern
    • Angebot für religiöse Einrichtungen
    • Gut gestaltete, klar definierte öffentliche Räume, die Begegnung auf lebendigen Plätzen und Rückzug auf ruhigen Grünflächen ermöglichen
    • Arbeitsplätze in den gemischten und gewerblichen Bereichen
    • Mehrwert für die umliegenden Stadtteile und Gemeinden
  • Wann werden die ersten Huser gebaut?

    Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob überhaupt gebaut wird. Darüber entscheidet die Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich Ende 2021, wenn alle nötigen Untersuchungen und Entwurfsideen vorliegen. Erst danach kann eine konkrete Planung beginnen – sofern die Stadtverordneten sich dafür entscheiden. 

  • Umwelt und Klima

  • In welcher Weise wird das Thema Klima bercksichtigt?

    Das Untersuchungsgebiet ist heute zum großen Teil Kaltluftentstehungsgebiet.

    Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen erfolgt eine klimatische Untersuchung für das Untersuchungsgebiet und sein Umfeld. Hierbei wird die Bestandssituation analysiert und die Auswirkungen von baulichen Maßnahmen auf die Kaltluftentstehung und den Kaltlufttransport sowie die Belüftung betrachtet. 

    Mögliche Optimierungsmaßnahmen können beispielsweise das großzügige Freihalten von Kaltluftschneisen (Täler und Bachläufe), strömungsoptimierte Baukörperstellungen und Dach- und Fassadenbegrünung sein.

  • Was passiert mit den Trinkwasserbrunnen an der Heerstrae?

    Die Trinkwasserbrunnen des Wasserwerks Praunheim II werden auch in Zukunft in Betrieb bleiben. Die vor einigen Jahren angedachte Stilllegung des Wasserwerks wurde verworfen. Genauere Informationen zur Situation der Wasserversorgung finden Sie in diesem Flyer der WRM (Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main) 

    Situationsanalyse zur Wasserversorgung in der Rhein-Main-Region

    oder im ausführlichen Bericht: 

    Situationsanalyse zur Wasserversorgung in der Rhein-Main-Region Fortschreibung - Juli 2016

  • Wie wird mit den Stromtrassen umgegangen?

    Durch das Untersuchungsgebiet verlaufen mehrere Stromtrassen von regionaler und überregionaler Bedeutung. Die Funktionalität dieser Trassen ist grundsätzlich zu erhalten. Welche Spielräume bestehen, diese Trassen horizontal als auch vertikal (Erdkabel) zu verlagern oder neu zu organisieren, wird im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen ermittelt. Auch der Umgang mit den Abstandsforderungen von 200 Metern beziehungsweise 400 Metern zu Wohngebäuden aus dem Landesentwicklungsplan wird im weiteren Verfahren geklärt.

  • Landwirtschaft

  • Was passiert mit der Landwirtschaft?

    Landwirtschaftliche Betriebe sind durch neue Bauflächen und die dafür benötigten Ausgleichsflächen als Eigentümer und auch als Pächter von Flächen betroffen.
    Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen wird der Umfang der Betroffenheit untersucht und Lösungsmöglichkeiten mit den Landwirten erarbeitet, wie die möglichen Folgen angemessen berücksichtigt werden können.

  • Welche Manahmen werden zum Ausgleich getroffen?

    Wo gebaut wird, wird in die Natur und in die Landschaft eingegriffen. Das Gesetz regelt ganz klar, dass in diesem Fall geprüft werden muss, inwieweit Eingriffe vermieden oder vermindert werden können. Gelingt dies nicht, wird ein naturschutzrechtlicher Ausgleich erforderlich. Das heißt: Ausgleichsmaßnahmen wie etwa Grünflächen oder Gehölzpflanzungen sind innerhalb des betreffenden Plangebietes vorzusehen, Biotope sind gleichwertig zu ersetzen. Sollte dies nicht möglich sein, werden Ausgleichsflächen an anderer Stelle im Naturraum gesucht. Die ökologischen Aspekte begleiten Bauvorhaben schon von Anfang an. Wie gebaut wird, wird nicht nur unter Gesichtspunkten wie Bautechnik oder Kosten diskutiert, sondern immer auch unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit.

  • Mobilitt

  • Wie knnen die neuen Quartiere erschlossen werden?

    Im Fall einer Bebauung kann die äußere Erschließung nur über das bestehende Straßennetz in den Stadtteilen und Nachbargemeinden erfolgen, die an das Untersuchungsgebiet angrenzen. Hierbei ist ausführlich zu prüfen, welche Kapazität das bestehende Straßennetz hat, um eine Überlastung des Bestandsnetzes schon im Vorfeld möglichst auszuschließen. Ein besonderes Augenmerk ist auf ein gutes und leistungsfähiges System des öffentlichen Personennahverkehrs mit einer durchdachten Verknüpfung an den Bestand zu legen, so dass die Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr möglichst gering bleiben. Auch ein umfangreiches Radwegenetz unterstützt die Vermeidung von Autofahrten.

  • Wie wird mit der Ortsumfahrung Praunheim umgegangen?

    Die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung zur Ortsumfahrung Praunheim gelten nach wie vor. Im nordöstlichen Abschnitt wird sie zukünftig auch der Erschließung der neuen Quartiere dienen und nicht mehr anbaufrei sein.

  • Wie wird auf die Zerschneidung durch die Bundesautobahn 5 reagiert?

    Zu diesem Thema müssen in der Mehrfachbeauftragung Lösungsansätze in Konzeptstudien entwickelt werden. Mit der trennenden Wirkung der Bundesautobahn gilt es gestalterisch gut umzugehen.

  • Wie wird mit dem Lrm der Bundesautobahn 5 umgegangen?

    Die BAB 5 stellt aufgrund ihrer Verkehrsbelastung, die durch die geplante Erweiterung der Fahrspuren noch anwachsen wird, eine erhebliche Lärmquelle dar.
    Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen wird ein Lärmgutachten erstellt, in dem anhand eines prognostizierten Verkehrsaufkommens die Belastungsräume ermittelt und mögliche Lärmschutzmaßnahmen geprüft werden.

  • Informations- und Beteiligungsangebot

  • Wie knnen sich Grundstckseigentmer und Betroffene beteiligen?

    Die Stadt wird im Rahmen der beschlossenen vorbereitenden Untersuchungen zur Ermittlung der Mitwirkungsbereitschaft auf die einzelnen Grundstückseigentümer und Pächter im Untersuchungsgebiet zugehen. Wenn das Grundstück in der bebauten Ortslage von Niederursel, Praunheim oder der Nordweststadt liegt, ist in der Regel keine weitere Entwicklung des Grundstücks zu erwarten. Eigentümergespräche erübrigen sich in diesem Fall.

  • Bei weiteren Fragen freuen wir uns, Ihnen weiterzuhelfen. Kontaktieren Sie einfach die untenstehenden Ansprechpartner.

Herr Antonius Schulze Mnking

Telefon: +49 (0)69 212 36107
Telefax: +49 (0)69 212 30731

Frau Sabine Guttmann

Telefon: +49 (0)69 212 34351
Telefax: +49 (0)69 212 30731