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GrünGürtelpark Seckbach Nord

Bebauungsplan Nr. 812

Thema:
Städtebaulicher Entwurf
Stadtteil: Abgeschlossen:
2017

Projektbeschreibung

Planungsanlass 
Der Bebauungsplan Nr. 812 - GrünGürtelpark Seckbach Nord - wird den 1986 in Kraft getretenen Bebauungsplan Nr. 446 Seckbach-Nord ersetzen, dessen Zielsetzung es war, im Gebiet Wohnbebauung zu etablieren. Anlass für das neue Bebauungsplanverfahren war der Widerspruch zwischen dem Planungsziel des Bebauungsplans Nr. 446 und den im Flächennutzungsplan des Umlandverbands Frankfurt am Main 1987 getroffenen Darstellungen zum Gebiet, der auch zu den Darstellungen des aktuellen Regionalen Flächennutzungsplans des Regionalverbands FrankfurtRheinMain 2011 fortbesteht. Beide stellen das Gebiet als einen wichtigen Freiraum für Klima, Natur und Landschaft und Landwirtschaft dar.
Nachdem die Flächen im Rahmen der Frankfurter GrünGürtel-Planung als unverzichtbarer Baustein für das zusammenhängende Grünflächensystem der Stadt festgestellt wurden, beschloss die Stadtverordnetenversammlung 1991, das Gebiet in den Frankfurter GrünGürtel aufzunehmen. 1997 folgte der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplans Nr. 812 GrünGürtelpark Seckbach Nord.

Planungsgebiet
Das Planungsgebiet liegt nordwestlich des Ortsteils Seckbach. Es erstreckt sich im Westen bis an die Friedberger Landstraße und im Norden bis an den Berger Weg. Im Osten reicht es mit großen Freizeitgartenflächen bis an den Lohrpark heran. Im Südosten verläuft die Grenze entlang der Nussgartenstraße und weiter hinter der bestehenden Wohnbebauung an der Straße "Im Staffel" bis zum Auerweg. Dieser stellt die südliche Grenze des Geltungsbereiches und die Grenze zum unmittelbar anschließenden Huthpark dar.
Das Plangebiet besteht aus einem Mosaik verschiedener Lebensräume mit vielfältiger Tier- und Pflanzenwelt. Besondere Bedeutung kommt dem Gebiet für die Kalt- und Frischluftproduktion zu.

Planungsziele
Ziel der Planung ist, die rechtlichen und kommunalen Vorgaben und Zielsetzungen zum Plangebiet umzusetzen und die im Übergang vom Stadtrand zur freien Landschaft gelegenen Freiflächen zu erhalten, langfristig zu sichern und weiter zu entwickeln. Der Erhalt der für das Stadtgebiet wichtigen klimatischen Funktion der Freiflächen stellt, ebenso wie der Erhalt von Landwirtschaft und Natur, ein weiteres Planungsziel dar.
Mit dem Bebauungsplan Nr. 812 - GrünGürtelpark Seckbach Nord - wird die planungsrechtliche Grundlage für die Entwicklung eines Parks geschaffen, der ein Bindeglied zwischen den beiden historischen Frankfurter Naherholungsgebieten Huthpark und Lohrpark darstellt.
Im Sinne der GrünGürtel-Planung soll, basierend auf der seltenen Nutzungsmischung und Kleinteiligkeit des Gebietes, langfristig eine parkartige Landschaft entstehen. Die Planung ist ein wertvoller Baustein einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Stadtentwicklung, die verschiedenen Nutzungsansprüchen Raum bietet.

Projektverlauf
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main hat am 25.09.1997 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 812 - GrünGürtelpark Seckbach Nord - gefasst. Auf der Grundlage rechtlicher und kommunaler Vorgaben wie der Konzeption des GrünGürtelparks wurde der Bebauungsplan erarbeitet. Eine Bürgeranhörung fand am 05.12.1994 statt, im Rahmen einer Ortsbeiratssitzung am 01.12.2003 wurden die Bürger erneut über den aktuellen Planungsstand informiert.

Am 26.02.2004 wurde mit einem zweiten Aufstellungsbeschluss die Wohnbebauung im Südosten des Plangebietes aus dem Geltungsbereich herausgenommen. Diesem Beschluss folgten 2004 die Trägerbeteiligung und die erste öffentliche Auslegung. Im Jahr 2005 wurde dann die zweite und 2007 eine dritte öffentliche Auslegung durchgeführt. Eine vierte öffentliche Auslegung folgte 2013.

Am 14.07.2016 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main den Bebauungsplan Nr. 812 GrünGürtelpark Seckbach Nord als Satzung beschlossen. Am 06.09.2016 ist er mit Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt Frankfurt am Main in Kraft getreten.



Mehr Informationen

Konzeption des GrünGürtelparks

Parkflächen und Wege

GrünGürtel-Park Seckbach-Nord, © Umweltamt Frankfurt am Main

Der Übergang zwischen Stadtrand und freier Landschaft im Nordwesten Seckbachs mit seiner selten gewordenen typischen Nutzungsmischung soll zu einem GrünGürtelpark entwickelt werden. Landwirtschaftliche Nutzflächen und Freizeitgärten werden als elementare Bestandteile in den Park integriert. Durch die Hanglage, die bewegte Topografie und die hydrogeologischen Verhältnisse ist das Plangebiet prädestiniert für eine Nutzung als Wiesen- und Weideland, wie sie der einst typischen Nutzung entspricht. Die guten Böden hingegen sprechen für eine ackerbauliche Nutzung. Dieser Konflikt wird in der vorliegenden Planung dahin gehend gelöst, dass in der Fläche die Ackernutzung erhalten bleibt, über das ganze Gebiet jedoch ein großzügiges Netz von extensiven Grünlandflächen gelegt wird.

Der Park bietet durch seine sorgfältige Zonierung Raum für siedlungsnahe Erholung, für die landwirtschaftliche Nutzung und bevorzugt in den gehölzreichen Randbereichen Rückzugsräume für Tieren und Pflanzen. Wichtige Ziele der Planung sind die Besucherlenkung und die Identifikation mit dem Landschaftsraum. Der prägende kleinteilige Charakter der Kulturlandschaft soll bewahrt und mit einer behutsamen Ausweisung und Definition von Flächen für die Erholung verknüpft werden. Parkelemente wie Parkwiesen und Gehölzgruppen sollen langfristig die Wege säumen. Zwischen diesen „Parkbändern“ bleibt die Ackernutzung erhalten. So genannte GrünGürtel-Merkmale, wie Baumgruppen, Baumhaine, Bänke und Stelen, heben interessante Punkte des Gebietes hervor und erinnern zugleich an die Lage im GrünGürtel. 

Zur fuß- und radläufigen Erschließung des Gebietes werden die vorhandenen Wege zu einem geschlossenen Wegenetz ausgebaut, das wiederum an überörtliche Wege angeschlossen wird.
Durch diese Art der Parkgestaltung werden soziale, ökologische und ökonomische Ansprüche sinnvoll miteinander verbunden.


Ausgleichsflächen – Angebotsplanung für Eingriffe anderer Bebauungspläne

Gemaltes Bild Kirschbaumhain, © Umweltamt Frankfurt am Main

Mit dem Bebauungsplan GrünGürtelpark Seckbach Nord wird ein Flächenpool für den Ausgleich von Eingriffen, die durch andere Bebauungspläne im Stadtgebiet zulässig werden, geschaffen.
Bei Umsetzung der Konzeption findet mit den meisten Maßnahmen eine ökologische Aufwertung gegenüber der derzeitigen Flächennutzung statt.
Durch dieses Aufwertungspotenzial entstehen Ausgleichsflächen und -maßnahmen, die gemäß § 1a Baugesetzbuch, Eingriffen aus anderen Bebauungsplänen im Stadtgebiet zugeordnet werden können. Über diesen Weg kann die Realisierung des Parks zu einem großen Teil auch finanziert werden.