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Soziale Stadt Sossenheim

Thema:
Stadterneuerung
Stadtteil: Ortbezirk:
6
Gebietsgröße:
159 ha
Kontakt:

Frau Bettina Boknecht
Telefon: +49 (0)69 212 37864
Telefax: +49 (0)69 212 30731

Frau Daniela Evans
Telefon: +49 (0)69 212 44788
Telefax: +49 (0)69 212 30731


Projektbeschreibung

Planungsanlass
Sossenheim wurde Ende 2017 in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Historisch aus einem Straßendorf entstanden, fehlt Sossenheim ein klassischer Ortskern mit entsprechender Versorgungsinfrastruktur. An den Randlagen des ursprünglichen Siedlungsbereichs wurden in den 1960er und 1970er Jahren im Zuge des geförderten Wohnungsbaus satellitenartig insgesamt vier Großwohnsiedlungen errichtet, welche die bauliche und soziale Struktur des Stadtteils bis heute maßgeblich prägen.

Insbesondere diese monofunktionalen Schlafsiedlungen zeichnen sich seit Jahrzehnten durch eine soziale Entmischung aus, die zu einer Konzentration einkommensschwacher Haushalte geführt hat. Arbeitslosigkeit, Altersarmut, ein hoher Anteil an Alleinerziehenden sowie eine geringe Frauenerwerbstätigkeit und Bildungsbeteiligung der Kinder gehören hier zum Alltag. Hinzu kommt eine hohe Internationalität der Bewohnerschaft mit besonderen Anforderungen an die sprachliche, wirtschaftliche und soziale Integration.

Neben den Problemen der Sozialstruktur mangelt es in Sossenheim auch an einer ausreichenden Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur gemessen an einem 16.000 Einwohner zählenden Stadtteil. Auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bleibt hinter dem Potenzial zurück, so dass sich kaum Kristallisationspunkte für das öffentliche Leben ergeben.

Durch das Programm „Soziale Stadt“ soll die positive Entwicklung des Stadtteils gefördert werden, um die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. 

Planungsgebiet
Das vorläufige Planungsgebiet weist eine Gebietsgröße von 159 Hektar mit rund 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf. Es umfasst den Großteil des Sossenheimer Siedlungskörpers, in dem der historische Siedlungsbereich und die vier Großwohnsiedlungen enthalten sind. Darüber hinaus liegen bedeutende Grün- und Freiflächen innerhalb des Planungsgebietes.

Planungsziele
Mit dem Förderprogramm ist das Ziel verbunden, die „weichen Maßnahmen“ eines Quartiersmanagements intensiviert fortzusetzen, aber auch investiv und nachhaltig die Lebensqualität durch eine Verbesserung des Wohnumfeldes und der Wohnfolgeinfrastruktur weiterzuentwickeln.

Ein wichtiges Thema wird hier die Vernetzung der einzelnen Siedlungselemente sowie der Grün- und Freiflächen sein, um diese und die vorhandene öffentliche Infrastruktur besser zu erschließen und auszulasten. Durch eine gleichzeitige Aufwertung der  Aufenthaltsqualität in den Straßen, Plätzen und halböffentlichen Naturräumen soll der öffentliche Raum eine größere Bedeutung und Aufmerksamkeit im Stadtteil erhalten und seine Bewohnerschaft zum Verweilen einladen.

Darüber hinaus sind eine soziale, kulturelle, wirtschaftliche, sprachliche und gesundheitliche Integration insbesondere von Kindern, Jugendlichen, Frauen, Arbeitslosen, Migrantinnen und Migranten sowie älteren Menschen wichtige Ziele. Das bedeutet auch, dass die Maßnahmen der „Sozialen Stadt“ insgesamt zu einem verbesserten Zusammen- und Gemeinschaftsleben aller Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil führen sollen.

Jedoch geht es nicht nur um eine Verbesserung innerhalb des Stadtteils, sondern auch um eine positive Veränderung des Stadtteilimages sowie dessen Verankerung im Bewusstsein der Gesamtstadt als Ziel der Naherholung und Stadtteil mit Wohnqualität. Die lange planerische Vernachlässigung von Sossenheim und seiner Bewohnerschaft soll mit dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ beendet werden.

Projektverlauf
Zu Beginn des Förderprogramms steht die Erstellung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK). In dem ISEK werden die Stärken und Schwächen des Stadtteils analysiert und Entwicklungsziele für die Zukunft vereinbart. In einem sich anschließenden Maßnahmenkatalog werden Einzelprojekte dargestellt, durch deren Umsetzung diese Entwicklungsziele erreicht werden sollen.

Die Erarbeitung des ISEK erfolgt unter Beteiligung der Sossenheimer Bewohnerschaft und der lokalen Akteure. Hierbei stellt ein Quartiersmanagement den zentralen Ansprechpartner für die Bewohnerschaft mit Sitz in einem Quartiersbüro vor Ort dar. Das Quartiersmanagement informiert, aktiviert, berät und koordiniert zu allen Fragen und Themen der SOZIALEN STADT Sossenheim.

Aktuell führt die Stadt Frankfurt am Main die Vergabeverfahren für das ISEK und das Quartiersmanagement durch. Mit der Erarbeitung des ISEK wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 begonnen werden. Die Bewohnerschaft sowie lokale Vereine und Institutionen werden an der Erstellung des ISEK durch öffentliche Veranstaltungen intensiv beteiligt werden und können so ihre Ideen einbringen. Darüber hinaus können sie sich zukünftig im „BEIRAT SOZIALE STADT Sossenheim“ engagieren. Der Beirat übernimmt wichtige Weichenstellungen im Rahmen des Programms SOZIALE STADT Sossenheim und vertritt dauerhaft die Interessen der Bewohnerschaft. Weitere Informationen hierzu enthält der untenstehende Flyer „Beirat SOZIALE STADT Sossenheim". 


Verfügungsfonds der Stadt Frankfurt am Main
Zur Stärkung eines gemeinwohlorientierten Engagements stellt die Stadt Frankfurt am Main den Gebieten der Stadterneuerung ein Budget (Verfügungsfonds) für die Durchführung von lokalen Kleinprojekten und Maßnahmen zur Verfügung. Durch den Fonds soll bürgerschaftliches Handeln im nicht-investiven Bereich eigenverantwortlich und unbürokratisch ermöglicht werden.


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Mehr Informationen

Beirat

Im Rahmen des Förderprogramms ist die Einrichtung eines „Beirates SOZIALE STADT Sossenheim“ als Beteiligungsgremium vorgesehen. Die Stadt Frankfurt am Main hat bereits gute Erfahrungen mit dem Einrichten eines Beirates für Gebiete der „Sozialen Stadt“ gemacht.

Der Beirat ist ein ehrenamtliches Gremium bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Sossenheimer Bewohnerschaft sowie verschiedener Institutionen, Vereine und Initiativen. Der Beirat vertritt die Wünsche und Bedarfe der Sossenheimerinnen und Sossenheimer im gesamten Programmverlauf und berät über Projektvorschläge sowie notwendige Veränderungen im Stadtteil. Weiterhin dient der Beirat als beratendes Gremium für die Ortsbeiräte und Stadtverordneten. Der Beirat trifft sich regelmäßig und tagt öffentlich, um die Anregungen und Wünsche der Sossenheimer Bewohnerschaft in das Projekt einzubringen.

Der Beirat wird im Laufe der Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) gebildet. Er wirkt bei der Erarbeitung des ISEK mit und gibt seine Zustimmung zu dem fertigen Konzept. In der Umsetzungsphase des ISEK stellt der Beirat wichtige Weichen zur Priorisierung von Maßnahmen und dient als Multiplikator, der innerhalb der Bewohnerschaft und bei lokalen Akteuren für Akzeptanz und Mitwirkungsbereitschaft an der Maßnahmenumsetzung wirbt.

Das Quartiersmanagement engagiert sich derzeit im Stadtteil bei Anwohnerinnen und Anwohnern sowie lokalen Akteuren für eine aktive Teilnahme am „Beirat SOZIALE STADT Sossenheim“. Die konstituierende Sitzung wird voraussichtlich im November 2019 stattfinden. Interessierte können sich gerne per E-Mail an die Ansprechpartnerinnen des Stadtplanungsamtes Frau Boknecht und Frau Evans wenden.

Beirat SOZIALE STADT Sossenheim, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Integriertes Stdtebauliches Entwicklungskonzept

Infomarkt SOZIALE STADT Sossenheim am 24.06.2019, © Stadtberatung Dr. Sven Fries

Die Bietergemeinschaft Stadtberatung Dr. Sven Fries aus Speyer mit BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten aus Frankfurt am Main wird innerhalb eines Jahres das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für das Fördergebiet SOZIALE STADT Sossenheim erarbeiten. Das ISEK bildet die Grundlage für die anschließende Umsetzung von Maßnahmen innerhalb des Fördergebietes. Die Erarbeitung des ISEK wird unter aktiver Beteiligung der Sossenheimer Bürgerinnen und Bürger sowie der lokalen Akteure und Initiativen erfolgen.


Infomarkt SOZIALE STADT Sossenheim am 24.06.2019, © Stadtberatung Dr. Sven Fries

In dem ISEK werden auf Basis einer Bestandsaufnahme sowie einer Stärken- und Schwächenanalyse Zielaussagen zu relevanten Themen und Problemlagen in Sossenheim formuliert. Des Weiteren werden einzelne Projektvorschläge abgeleitet, die innerhalb einer zu definierenden Fördergebietsgrenze umgesetzt werden sollen, um die Zielaussagen zu erreichen. Alle Einzelprojekte sind in dem so genannten Maßnahmenkatalog gebündelt, in dem zu jedem Projektvorschlag eine erste Kostenkalkulation sowie Zeitplanung dargestellt ist. Das ISEK wird im Rahmen seiner Aufstellung mit dem Fördermittelgeber sowie der Sossenheimer Bewohnerschaft plus lokalen Akteuren abgestimmt. Anschließend wird das ISEK von den Stadtverordneten förmlich beschlossen und dient fortan als Handlungsleitfaden für die Umsetzungsphase.


Infomarkt SOZIALE STADT Sossenheim am 24.06.2019, © Stadtberatung Dr. Sven Fries

In dem zehnjährigen Förderzeitraum des Programms SOZIALE STADT Sossenheim werden auf Grundlage des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts jährlich Anträge bei dem Fördergeldgeber gestellt, um die finanziellen Mittel zur Umsetzung von Einzelprojekten aus dem Maßnahmenkatalog zu erhalten. Die Realisierung der einzelnen Vorhaben wird mit den Sossenheimer Akteuren kontinuierlich geplant und abgestimmt. Die gesamte Programmlaufzeit wird von stadtteilinternen Beteiligungs- und stadtinternen Steuerungsstrukturen begleitet, die bereits im Rahmen der Erstellung des ISEK aufgebaut werden.


Quartiersmanagement

Seit Mai 2019 ist das Büro Stadtberatung Dr. Sven Fries mit dem Quartiersmanagement für die SOZIALE STADT Sossenheim beauftragt. Dr. Sven Fries, Frau Anna Pohling und Frau Zlatica Niznanska werden das Stadtplanungsamt während der gesamten Programmlaufzeit von rund zehn Jahren bei der Programmumsetzung und der Beteiligung der Sossenheimerinnen und Sossenheimer unterstützen.

Das Quartiersmanagement ist der zentrale Ansprechpartner für die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort sowie für die Sossenheimer Akteure und Initiativen. Somit ist es ein wichtiges Scharnier zwischen dem Stadtteil Sossenheim und der Stadt Frankfurt am Main, das die Einbindung der Belange der Bewohnerschaft gewährleistet (bottom-up) und einen kontinuierlichen Informationstransfer zwischen allen Beteiligten im Stadterneuerungsprozess herstellt. Hierdurch wird die Berücksichtigung der sozialräumlichen Belange in Politik und Verwaltung sowohl im Rahmen der Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) als auch in der anschließenden Umsetzungsphase sichergestellt.

Darüber hinaus erläutert das Quartiersmanagement den Sossenheimerinnen und Sossenheimern das politisch gesteuerte Verwaltungshandeln (top down) und sorgt somit für Verständnis und Akzeptanz der Maßnahmen. Demzufolge ist das Quartiersmanagement eine wichtige Informationsdrehscheibe und Schnittstelle sowohl innerhalb des Stadtteils als auch gegenüber der Verwaltung. Die Moderation von Veranstaltungen verschiedener Art sowie die Mediation bei Konflikten sind weitere wichtige Aufgabenbereiche. 

Nach Einrichtung eines Quartiersbüros in Sossenheim wird das Quartiersmanagement an fünf Tagen in der Woche zu verschiedenen Sprechzeiten im Stadtteil zu allen Fragen rund um das Förderprogramm zur Verfügung stehen. Im Rahmen dieser Sprechzeiten werden die Quartiersmanagerinnen auch regelmäßig mit einem Lastenrad im Quartier unterwegs sein, um auf der Straße in den verschiedenen Siedlungsbereichen Sossenheims mit den Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch über ihren Stadtteil und das tägliche Leben in Sossenheim zu kommen.

Quartiersmanagement, von links nach rechts: Geschäftsführer Dr. Sven Fries, Projektleiterin Anna Pohling und Quartiersmanagerin Zlatica Niznanska, © Stadtberatung Dr. Sven Fries