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Südlich Rödelheimer Landstraße

Thema:
Städtebaulicher Entwurf, Büro, Gewerbe, Wohnen
Stadtteil: Ortbezirk:
2, 7
Gebietsgröße:
28,5 ha
Kontakt:

Frau Miriam Kuroczynski
Telefon: +49 (0)69 212 36474
Telefax: +49 (0)69 212 30731


Aktuelles

Modell der fünf Baufelder, deren Umsetzung an die Büros Karl Dudler Architekten aus Frankfurt sowie Planquadrat Architekten und Stadtplaner aus Darmstadt vergeben wurden; © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Weiterentwicklung Projekt Südlich Rödelheimer Landstraße

Eine Jury vergab die Planungen für das östliche Wohnquartier, bestehend aus fünf Baufeldern, an die Büros Karl Dudler Architekten aus Frankfurt sowie Planquadrat und Stadtplaner aus Darmstadt.


Projektbeschreibung

Planungsanlass
Das Planungsgebiet nördlich der S-Bahngleise ist derzeit als Industriegebiet ausgewiesen. Der Entwicklungsstand entspricht jedoch seit langem nicht mehr dieser Festsetzung. Gründe hierfür sind betriebliche Umstrukturierungen und die Ansiedlung neuer Nutzungen, die dort in den vergangenen Jahren stattgefunden haben.

Die fehlende Übereinstimmung von Planungsrecht und Nutzungsstruktur schafft eine unklare Situation, die auf der Basis des bestehenden Planungsrechts planerisch nicht in gebotenen Rahmen gesteuert werden kann. Dies betrifft die gewerblichen Nutzer sowie die im oder am Rande des Planungsgebiets wohnende Bevölkerung. Gleichermaßen trifft dies auch Grundstückseigentümer, speziell der brach liegenden oder im Umbruch befindlichen Grundstücke. 

Aufgrund der entstandenen Nachbarschaften sind nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) beziehungsweise der technischen Anleitung (TA) Lärm und TA Luft industrielle und gewerbliche Nutzungen nur noch eingeschränkt zulässig. Bereits heute gibt es zwischen bestehenden Betrieben und der benachbarten Wohnbebauung Nutzungskonflikte. Sie schränken insbesondere die Betriebe in ihrer weiteren Entwicklung ein, stellen  aber auch für die Wohnbebauung Belastungen dar.
 
Im Gebiet „Südlich der Rödelheimer Landstraße“ hat seit langer Zeit ein in vielen innenstadtnahen gewerblichen Lagen zu beobachtender Veränderungsprozess begonnen. Mehrere Grundstücke haben in den letzten Jahren bereits den Eigentümer gewechselt, während andere Grundstückseigentümer gleichzeitig Interesse an einer Weiterentwicklung ihres Grundstücks haben. 

Bei der Nachfrage nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für brachgefallene Grundstücke oder die Umnutzung von Gebäuden geht es im Wesentlichen um Nachfragen nach Wohnbaumöglichkeiten. Durch den Wegzug der Siemens AG stehen im östlichen Teilbereich große Flächen für eine Umstrukturierung und Festigung eines Wohnstandorts zur Verfügung. Gleiches gilt für den mittleren Teilbereich Grund hierfür ist insbesondere die Betriebsaufgabe des Schleifscheibenherstellers Burka Kosmos. Zusätzlich äußerten mehrere Betriebe im Plangebiet den Wunsch nach Verlagerung. Diese grundlegenden Änderungen der Rahmenbedingungen führten insgesamt zur Notwendigkeit, eine neue städtebauliche Lösung zu schaffen.

Frankfurt hat aktuell einen hohen Bedarf an zusätzlichen Wohnungen. Gemäß derzeitiger Bevölkerungs- und Haushaltsprognose des Bürgeramtes, Statistik und Wahlen (vom Juni 2015)  wird die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2030 auf insgesamt 810.000 Einwohner ansteigen, bis 2040 auf 840.000 Einwohner. Basierend auf dieser Prognose hat das Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) im Juni 2016 eine Wohnungsbedarfsprognose erstellt. Demnach besteht im Zeitraum bis 2030 ein Wohnungsbedarf von circa 90.000 Wohneinheiten und bis 2040 ein Bedarf von 106.000 Wohneinheiten. Diesem Bedarf soll mit der Schaffung attraktiven Wohnraums begegnet werden. Das Areal südlich der Rödelheimer Landstraße kann dafür einen wichtigen Beitrag leisten.

Plangebiet

Die Main-Weser-Bahn begrenzt das Plangebiet im Osten, die Rödelheimer Landstraße im Norden, die Ludwig-Landmann-Straße im Westen und die S-Bahn Bahn-linie Frankfurt-West – Frankfurt/Rödelheim im Süden Zur Festsetzung einer Straßenunterführung unter der S-Bahn wird im Süden ein Areal aus dem Baugebiet City-West in den Geltungsbereich aufgenommen.

Der räumliche Geltungsbereich des aufzustellenden Bebauungsplans Nr. 834 - Südlich Rödelheimer Landstraße umfasst eine Fläche von circa 28,5 ha.

Planungsziel
Ziel der Entwurfsplanung ist ein Konzept großflächiger Wohngebietsentwicklung. Es nimmt gleichzeitig auf die Betriebe, deren Standorte in absehbarer Zeit nicht verlagert werden können, Rücksicht und integriert diese weitestgehend in die Neuplanung. Größere Bedeutung haben insbesondere einzelne Betriebe in der Morsestraße. 

Mit dieser Neuordnung der Nutzungen werden unter Berücksichtigung der ausgeprägten Gemengelage, das heißt der widersprüchlichen Interessen und Absichten unterschiedlicher Akteure, Immissionskonflikte berücksichtigt und weitgehend ver-mindert. Dies wird ermöglicht durch die detaillierten Kenntnisse des Emissionsverhaltens der verschiedenen Betriebe. Diese Kenntnisse  sind  als Ergebnis der vorliegenden Schallgutachten in aller Regel mit dem planungsrechtlichen Störungsgrad eines Mischgebiets vereinbar und führen damit zu anderen Ergebnissen als die pauschale, typisierende Betrachtungsweise der Betriebe. Gleichzeitig werden vorhandene Nutzungen gestärkt. Der verbleibende gewerbliche Bereich wird insbesondere durch die Verbesserung der Erschließungssituation und die Klarstellung der planungsrechtlichen Entwicklungsziele stabilisiert. Durch die Änderung der Gebietskategorie von einem nicht gebietsadäquaten Industriegebiet zu „Urbanen Gebieten“ entsteht mehr Planungssicherheit für Betriebe und Grundstückseigentümer. 

Die vorhandenen Wohnnutzungen außerhalb und innerhalb des Plangebiets werden durch die Ausweisung neuer Wohnbauflächen einschließlich ergänzender Ausweisungen von Grünflächen und Flächen für gebietsergänzende Nutzungen zusammengefasst.  Sie werden erstmals in ihrem Umfang so weit gestärkt, dass sich notwendige wohnergänzende Nutzungen wie Lebensmitteleinzelhandel, Kindertagesstätten und insbesondere eine Grundschule im Gebiet etablieren können. Dadurch sichern sie qualitätvolles Wohnenin hohem Umfang.

Zur innerstädtischen Vernetzung sollten Anknüpfungspunkte zu den angrenzen-den Quartieren geschaffen werden. Das Gebiet soll an die Ludwig-Landmann-Straße und an die City West südlich der Bahngleise verkehrlich angebunden wer-den. Mit der Anbindung an die City West (geplante Unterführung) ist insbesondere die öffentliche Erschließung zu verbessern. Sie ist derzeit für eine weitere Entwicklung des Gebiets nicht ausreichend. Innerhalb des Geltungsbereichs werden die südlich der S-Bahn-Gleise liegenden Grundstücke durch die geplante Unterführung insbesondere in ihrer Erschließung beeinträchtig. Eine Neuordnung dieser Areale und die Festsetzung geschlossener Baustrukturen trägt diesem Umstand Rechnung.

Auch das Ziel der Stadt Frankfurt am Main (Vortrag des Magistrats M 9 vom 17.01.2014 – Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 22.05.2014 § 4542), 30% der neu ermöglichten Bruttogeschossfläche Wohnen – soweit die recht-lichen Voraussetzungen gegeben sind – für den geförderten Wohnungsbau vorzusehen, wird beachtet.

Projektverlauf
2002
Zum Projektstart im Jahr 2002 bestanden Bauabsichten von Siemens auf dem Areal. Nachdem sich der Siemens-Konzern von seinen Planungen wieder distanziert hatte, änderten sich die stadtplanerischen Ziele. Trotz des Rückzugs eines großen Investors sollte die Planung weiter geführt werden. 

Die im Gebiet begonnenen Entwicklungen brauchen eine sinnvolle städtebauliche Ordnung. Grundstückseigentümer und Nutzer benötigen belastbare Planungsgrundlagen. Der Planungsneustart war zugleich die Chance, entsprechend der geänderten wirtschaftlichen Situation, die Entwicklungsmöglichkeiten des Gebiets zu überdenken. So ist es u.a. Ziel, den Wohnanteil zu erhöhen. Zwei Planungsbüros wurden beauftragt, neue Konzepte für das Gebiet zu erstellen. Der Entwurf der Planungsgruppe 4 aus Berlin wurde für eine Weiterverfolgung im Verfahren ausgewählt und seitens der Stadt überarbeitet.

2006
Die neuen Planungen wurden dem Ortsbeirat im Oktober 2006 vorgestellt. Anschließend wurden die Auswirkungen und Chancen der Planung mit den im Gebiet betroffenen Bürgern in mehreren Informationsveranstaltungen erörtert.

2009 - 2012
Die öffentliche Auslegung des Plans erfolgte vom 29.07.2009 bis 11.09.2009.

Die Vielzahl an eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen veranlassten eine Überarbeitung des Plans. Parallel war das Stadtplanungsamt regelmäßig mit den betroffenen Firmen im Gespräch. Es gelang mit einem verlagerungswilligen Betrieb eine tragfähige Basis für eine Verlagerung zu entwickeln. Damit einhergehend entstanden neue Entwicklungschancen an anderer Stelle im Stadtgebiet..

2013 - heute
Dennoch konnten die planungsrechtlichen Konflikte nicht gelöst werden. 2013 erarbeitete das Büro Planungsgruppe 4 aus Berlin in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt Frankfurt ein neues städtebauliches Konzept.
Dieses Konzept bildete 2014 die Grundlage für eine Änderung des Aufstellungsbeschlusses, welcher am 22.05.2014 von der Stadtverordnetenversammlung gefasst wurde.

Im weiteren Verlauf wurde ein Großteil des Plangebiets, das ehemalige Siemensareal, an die Nassauische Heimstätte und die Firma Instone Real Estate veräußert. Gleichzeitig äußerten mehrere Betriebe im Plangebiet den Wunsch nach Verlagerung. Der zentral im Quartier liegende Schleifscheibenhersteller Burka Kosmos stellte seinen Betrieb ein. Diese grundlegenden Änderungen der Rahmenbedingungen führten insgesamt abermals zur Notwendigkeit einer Überarbeitung des städtebaulichen Lösungsansatzes. Der aktuelle städtebauliche Entwurf stellt die Grundlage für den Bebauungsplanentwurf dar.

Nassauische Heimstätte und Instone Real Estate benennen ihren Teil des Plangebiets „Schönhofviertel“.

Die weiteren Grundstückseigentümer und die Betriebe im Geltungsbereich wurden in das Verfahren einbezogen und sind in zahlreichen Gesprächen über die Ziele und den möglichen Fortgang des Planverfahrens informiert worden.

Für die vollständige Umsetzung des Bebauungsplans ist ein Bodenordnungsverfahren erforderlich. Eine Umlegung nach §§ 45 ff. BauGB wurde mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 31.08.2017, § 1689, bereits angeordnet. Die Anhörung der Grundstückseigentümer und Erbbaurechtsnehmer ist erfolgt. Das Umlegungsverfahren soll zeitnah eingeleitet werden.
Zurzeit wird der Bebauungsplanentwurf für die Offenlage erarbeitet.

Das Ergebnis des nichtoffenen Realisierungswettbewerbs zur Quartiersmitte wird in Kürze vorliegen und auch an dieser Stelle präsentiert werden.




Mehr Informationen

Städtebaulicher Entwurf

Der städtebauliche Entwurf vom 15.08.2018 bildet die Grundlage für die Festsetzungen des Bebauungsplans. Der Entwurf zeigt einen Bebauungsvorschlag, der bezüglich der Gebäudekubaturen beispielhaft darstellt, welche Strukturen im Plangebiet künftig gewünscht sind und über den Bebauungsplan planungsrechtlich gesichert werden sollen.

Städtebaulicher Entwurf_Stand August 2018 © Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main

Blockrand prägt Plangebiet
Prägende Struktur im gesamten Plangebiet ist der Blockrand. Die städtebauliche Gruppierung von Gebäuden in geschlossener Bauweise um einen gemeinsamen Hof wird zu Zwecken der sinnvollen Segmentierung und der Erschließung entlang der Straßen teilweise aufgebrochen. Liegen die Blockränder unmittelbar an öffentlichen Grünflächen, öffnen sich die Blockstrukturen zu einer Zeilenstruktur. Hier öff-nen sich die Blockränder und ermöglichen so eine Vernetzung des privaten und öffentlichen Freiraums sowie Blickbeziehungen in die Freiflächen.

Abwechslungsreiche Gebäudetopographie durch gestaffelte Geschosshöhe
Die gestaffelte Höhenentwicklung der Gebäude von fünf bis acht Geschossen reagiert auf die umliegende Bebauung. Sie schafft eine auf den Standort bezogene abwechslungsreiche Gebäudetopographie und orientiert sich an dem Leitbild eines durchgrünten und verdichteten Stadtquartiers in hervorragender Lage.
Das städtebauliche Erscheinungsbild ist im Wesentlichen von einer durchschnittlich sechsgeschossigen Bebauung geprägt. Deren Dichte ist durch die zentrale Lage und die Größe der öffentlichen Grünflächen gerechtfertigt. Zur Vermeidung eines zu homogen-monotonen Straßenbildes werden Akzente mit Hochpunkten bis zur sogenannten Hochhausgrenze (Gebäude, bei denen der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraumes mehr als 22 Meter über der festgelegten Geländeoberfläche liegt) gesetzt.

Gestaltungselement der Quartiersmitte – „Die Spange“
Wesentliches Gestaltungselement ist das zentrale grüne Band. Es besteht aus zwei großzügigen öffentlichen Grünflächen sowie, je nach Ausgestaltung der Quartiersmitte, dem zentralen öffentlichen Platz.
Die Quartiersmitte - die sogenannte „Spange“ - beschreibt den Quartiersplatz sowie multifunktionale Gebäude mit öffentlichen und infrastrukturellen Nutzungen.
Die „Spange“ bildet, neben dem öffentlichen Grünzug, das städtebauliche Rückgrat des Quartiers. Damit verbindet das Gebäudeensemble die Wohnquartiere im Osten und im Westen. Somit kommt der „Spange“ auch in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht eine herausragende und gestaltprägende Bedeutung für die Adressbildung des Quartiers zu.
Aufgrund der hohen Bedeutung für das Gesamtgebiet sollte die detaillierte Klärung der Spange und ihrer städtebaulichen Ausformung in einem Wettbewerbsverfahren geklärt werden.
 
Quartiersplatz mit hoher Aufenthaltsqualität
Der Quartiersplatz soll einen attraktiven Verweilort darstellen. Er soll den Bewohnern des Quartiers in der Funktion als Quartiersmitte als Treffpunkt und räumliche Mitte dienen. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Nutzungen (zentraler Zugang zur Grundschule, zum Einzelhandel, u.a.) soll er dabei eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Öffentliche Grünflächen
Die öffentlichen Grünflächen im zentralen Teil des Plangebiets dienen der planungsrechtlichen Sicherung zur Anlage eines Bürgerparks. Dieser soll einer vielfältigen Erholungs- und Freizeitnutzung zugänglich sein. Seine Größe beträgt etwa 2,1 ha. Es ist eine Parkanlage mit vielfältigem Charakter vorgesehen. Sie steht im Bezug zur umgebenden Bebauung und wird den Nutzungsansprüchen der Anwohner und Beschäftigten gerecht. Bestandteile der Grünfläche stehen demnach als untergeordnet Spielflächen für unterschiedliche Altersgruppen sowie Flächen zum Ausruhen und Verweilen zur Verfügung. Über Fuß- und Radwege ist die Grünfläche mit der Umgebung vernetzt. Darüber hinaus können Pausen- und Sportflächen der im Sondergebiet „Quartiersmitte“ geplanten Grundschule dort angeordnet werden.

Erhöhte Randbebauung am östlichen Ende des Parks
Das östliche Ende des Parks wird durch einen differenzierten hofartigen Gebäudekomplex mit einer zur Main-Weser-Bahnlinie erhöhten Randbebauung und einer innenliegender Gebäudegruppe geprägt.

Entwicklung gemischter Strukturen im Westen
Im Westen steht die Entwicklung gemischter Strukturen bei Bestandssicherung der vor Ort verbleibenden Betriebe im Vordergrund. Bauliche Erweiterungen sollen vor allem straßenbegleitend stattfinden. So können in den Innenbereichen die gewerblichen Nutzungen, wenn möglich, ohne Einschränkungen fortgesetzt werden. Weiterhin bleiben großflächigere Bebauungsmöglichkeiten für die Betriebe innerhalb der Baufelder möglich. Eine geschlossene, straßenbegleitende Bebauung schließt das Plangebiet nach Westen zur Ludwig-Landmann-Straße ab.

Straßenbegleitende Bebauung südlich der S-Bahn-Trasse
Südlich der S-Bahn-Trasse wird unter Einbindung der Bestandswohngebäude Ecke Solmsstraße / Verlängerung An der Dammheide die Systematik der straßenbegleitenden Bebauung aufgenommen.


Soziale Infrastruktur und Nahversorgung

Kindertageseinrichtungen
Bei einer Anzahl von insgesamt circa 2.500 neuen Wohneinheiten im Gebiet werden umgerechnet circa 12 Gruppen für die Betreuung von unter dreijährigen und 16 Gruppen für Kinder im Kindergartenalter (drei bis sechs Jahre) benötigt. Hierzu werden insgesamt sechs Kindertagesstätten mit jeweils zugeordneter Freifläche in die neue Wohnbebauung integriert.
Es soll sich bei den Kitas jeweils um in einen Gebäudekomplex eingeschobene Einrichtungen handeln. Sie werden jeweils in der Größenordnung der Geschossfläche der Hauptnutzung untergeordnet. Aus diesem Grund werden die Kitas nicht exakt lokalisiert festgesetzt, sondern nur deren Größenordnung im jeweiligen Baugebiet. Hierdurch soll die Freiheit gegeben sein, in der Entwurfsfindung des Hochbaus die Kita je nach Konzept passend einzufügen und die Freibereiche entsprechend zu verorten.

Grundschule
Aus den neu geplanten Wohneinheiten errechnet sich die Zahl von 94 zusätzlichen Schülerinnen und Schülern pro Jahrgang. Die Zahl ist ein rechnerischer Näherungswert, der im Endergebnis vom tatsächlichen Mischungsverhältnis von Wohnnutzungen zu gewerblichen Nutzungen in den „Urbanen Gebieten“ abhängig ist.
Darüber hinaus sind deutlich steigende Schülerzahlen in den benachbarten Grundschulbezirken dokumentiert. Ein deutlich erhöhter Bedarf an Grundschulplätzen wird somit ausgelöst. Am Grundschulzweig der im Umfeld bestehenden Georg-Büchner-Schule können diese Schülerinnen und Schüler nicht aufgenommen werden, da die Aufnahmekapazität des Grundschulzweigs der Georg-Büchner-Schule bereits ausgeschöpft ist. Daher besteht der Bedarf für eine weitere Grundschule im Siedlungsgebiet.
Eine vierzügige Grundschule soll zentral im Gebiet untergebracht werden und bereits in einem der ersten Bauabschnitte realisiert werden können. Die Schule liegt in der Quartiersmitte, welche als bauliche „Spange“ die westlichen und östlichen Quartiersbereiche verbindet.
Die Grundschule ist in einem städtisch geprägten Gebäudeblock integriert. Das tradierte Bild einer freistehenden Schule mit eingezäuntem Freigelände entwickelt sich zu einer Schule als Baustein intensiven öffentlichen Lebens in einem nutzungsgemischten Block.
Das Gebäudeensemble soll neben der Bildungseinrichtung auch Wohnungen beinhalten. Mit der "Hybridschule" erfolgt Lernen und Wohnen unmittelbar nebeneinander und/oder übereinander. Weil in einem solchen komplexen Modell vielfältige Wechselwirkungen zum Tragen kommen – mit Erweiterungen und Beschränkungen – gilt es zwischen Öffnung, Verschränkung und Schutzbedürfnis die Nutzungsbedarfe der Schule frühzeitig präzise zu definieren.
Zur Vorbereitung des neuen Grundschulstandorts hat ein Planungsprozess für leistungsfähige Schulbauprojekte im Primärbereich, die mit Investoren umgesetzt werden sollen, stattgefunden.
Im Zuge dieser Entwicklungsplanung, der Phase Null, wurden im Laufe des Jahres 2018 für das künftige Gebäude der neuen Grundschule im Plangebiet alle grundlegenden Kriterien und Anforderungen formuliert. Eingebunden in die Gesamtdebatte zum Planungsrahmen Grundschulen Frankfurt am Main konnten gemeinsam mit Vertreter/innen aus Schulen, Verwaltung, Projektentwicklung, Eltern- und Schülerschaft die Eckpunkte für einen schulischen Neubau in einem verdichteten innerstädtischen Gebiet präzise definiert werden. Die Ergebnisse formulieren an der Schnittstelle zwischen Pädagogik und Raum belastbare quantitative und qualitative Maßgaben für die weitere Planung. Die Ergebnisse waren außerdem Bestandteil des nichtoffenen Realisierungswettbewerbs Neubau zweier nutzungsgemischter Gebäudekomplexe sowie städtebauliche Ideen für einen Quartiersplatz.

Nahversorgung
Da das Gebiet bisher gewerblich genutzt wurde, sind keine Nahversorgungsstrukturen etabliert, abgesehen von den Großhandelsbetrieben, die auch an Endverbraucher verkaufen. Auch umliegend befinden sich Wohnlagen, die weiter als 600 Meter (angenommene Fußläufigkeit) vom nächsten Supermarkt entfernt sind, namentlich die Postsiedlung im Westen, die Bebauung nördlich der Rödelheimer Landstraße sowie der südliche Teil des Industriehofs.
Zur wohnungsnahen Grundversorgung dieser Bevölkerung ist im Plangebiet ein Nahversorgungsstandort vorgesehen. Er befindet sich in zentraler Lage mit Orientierung zum Quartiersplatz und dient somit auch der Belebung des Quartiers. Rechnerisch kann dieser Standort mit der geplanten Verbindung zur City West auch weitere Kundenpotenziale in fußläufiger Distanz erschließen.


Wettbewerbsergebnis Quartiersmitte

Modellfoto der Siegerentwürfe, Baufeld A: Ackermann + Raff, Baufled B: Menges Scheffler Architekten © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main


Im Herbst 2018 wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Frankfurt, insbesondere dem Stadtplanungsamt, ein Wettbewerb für die ersten beiden Baufelder ausgelobt.

Am 2. März 2019 begutachtete eine 24-köpfige Jury die zwölf eingereichten Entwürfe der Architekturbüros, die von den rund 100 Bewerbern zugelassen wurden. Als Sieger für die Bebauung des Baufelds der Nassauischen Heimstätte kürte das Preisgericht den Entwurf vom Büro Ackermann + Raff aus Stuttgart. In Bezug auf das Baufeld von Instone setzten sich Menges Scheffler Architekten aus Frankfurt am Main durch.

Gegenstand der Ausschreibung
Inhalt der Ausschreibung war die Planung für die künftige Quartiersmitte. Sie verbindet auf rund 45.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche die insgesamt rund 2.500 Wohnungen umfassenden Quartiere im Osten und Westen des Viertels. Die Quartiersmitte soll den Bewohnern des Quartiers als Treffpunkt und räumliche Mitte dienen. Mit ihren beiden Gebäudekörpern und dem Quartiersplatz dazwischen bildet sie als Zentrum zudem das städtebauliche Rückgrat des Plangebiets Südlich Rödelheimer Landstraße.

Die Nassauische Heimstätte bebaut das südlich des zentralen Platzes gelegene Areal und betritt dabei Neuland. Hessens größtes Wohnungsunternehmen realisiert hier mit der Stadt Frankfurt die erste horizontal gemischte Hybridschule Deutschlands.
Rückblick: Die Grundschule sollte in einem städtisch geprägten Gebäudeblock integriert werden. Das tradierte Bild einer freistehenden Schule mit eingezäuntem Freigelände entwickelt sich somit zu einer Schule als Baustein intensiven öffentlichen Lebens in einem nutzungsgemischten Block. Das Gebäudeensemble sollte neben der Grundschule auch Wohnungen beinhalten. Mit der "Hybridschule" erfolgt Lernen und Wohnen unmittelbar nebeneinander und/oder übereinander. 

Zur Vorbereitung des neuen Grundschulstandorts hat ein Planungsprozess für leistungsfähige Schulbauprojekte im Primarbereich, die mit Investoren umgesetzt werden sollen, stattgefunden. 

Im Zuge dieser Entwicklungsplanung, der Phase Null, wurden im Laufe des Jahres 2018 für das künftige Gebäude der neuen Grundschule im Plangebiet alle grundlegenden Kriterien und Anforderungen formuliert. 

Das Projekt war Bestandteil einer Gesamtdebatte zum Planungsrahmen von Grundschulen in Frankfurt, initiiert durch das Stadtschulamt. Im Rahmen dieses Prozesses definierten Vertreter und Vertreterinnen aus Schulen, Verwaltung, Projektentwicklung, Eltern- und Schülerschaft die Eckpunkte für einen schulischen Neubau in innerstädtischen, eng bebauten Gebieten. Die Ergebnisse tragen maßgeblich dazu bei, die Anforderungen von Pädagogik und Raumplanung miteinander zu vereinbaren und zu erfüllen. Darüber hinaus waren Sie Rahmenbedingung im nichtoffenen Realisierungswettbewerb Neubau zweier nutzungsgemischter Gebäudekomplexe sowie städtebauliche Ideen für einen Quartiersplatz.


Grundschule und Wohnen. Ackermann + Raff aus Stuttgart bauen für die Nassauische Heimstätte das südlich des zentralen Platzes gelegene Baufeld A. Visualisierung © moka-studio

Ackermann + Raff greifen in ihrem von Schulbauten in Holland und Skandinavien inspirierten Siegerentwurf die Blockrandstruktur auf und „stapeln“ die Funktionsbereiche um einen zentralen Innenhof herum. Durch Aussparungen und Auskragungen entstehen Flächen, die als interne Freibereiche sowie als Schnittstellen zum öffentlichen Raum dienen. Der Großteil der Wohnungen, die in diesem Baufeld entstehen, wird öffentlich gefördert und soll einen möglichst hohen energetischen Standard erreichen.


Einzelhandel, Kita und Wohnen, Menges Scheffler Architekten aus Frankfurt bebauen für Instone Real Estate das nördlich des zentralen Platzes gelegene Baufeld. Visualisierung © Menges Scheffler Architekten.

Instone Real Estate wird in dem nördlich des zentralen Platzes gelegenen Gebäude die Nahversorgung des neuen Quartiers realisieren: zwei Supermärkte, mehrere Einzelhandelsgeschäfte und eine zum Quartiersplatz hin ausgerichtete Gastronomie. Im ersten Obergeschoss liegen Arztpraxen oder Büros sowie eine Kindertagesstätte im Innenbereich. Die restlichen Flächen und alle übrigen Obergeschosse bleiben dem Wohnen vorbehalten. Menges Scheffler Architekten orientieren sich in ihrem Siegerentwurf an der Blockrandbebauung als Grundgerüst für eine hybride Gebäudenutzung. Mit unterschiedlichen Gebäudehöhen reagieren sie dabei auf die angedachte umliegende Bebauung. Der Wohnungsbau mit seinen unterschiedlichen Gebäudetiefen profiliert und gliedert die Baukörper zusätzlich. Auch hier soll ein Teil der Wohnungen öffentlich gefördert werden.