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Stadtumbau Bahnhofsviertel

Stadtumbau Bahnhofsviertel Frankfurt am Main gemäß § 171 a BauGB

Thema:
Stadterneuerung, Wohnen
Stadtteil: Ortbezirk:
1
Gebietsgröße:
52 ha
Kontakt:

Frau Stephanie Doering
Telefon: +49 (0)69 212 33751
Telefax: +49 (0)69 212 30731


Projektbeschreibung

Planungsanlass
Das Bahnhofsviertel hat aufgrund seiner zentralen Lage eine prägende Wirkung auf das Gesamtbild der Stadt. Mit seiner repräsentativen gründerzeitlichen Bebauung nimmt das Viertel eine besondere Stellung in Frankfurt ein. Zudem ist es als Standort zahlreicher internationaler kultureller Begegnungsstätten von regionaler und überregionaler Bedeutung. Mit seinem überdurchschnittlich hohen Anteil an Bewohnern und Gewerbetreibenden mit Migrationshintergrund hat das Bahnhofsviertel auch eine über die Stadtgrenze hinausgehende Funktion für die Integration von Zuwanderern.

Dennoch ist seit mehreren Jahren ein kontinuierlicher Rückgang der Wohnbevölkerung zu verzeichnen. Einst als repräsentatives Wohn- und Geschäftsviertel gebaut sind heute Leerstand von Wohnungen, Geschäften und Büroräumen sowie der Verfall von wertvoller Bausubstanz in Teilen des Bahnhofsviertels zu beobachten. Die in einzelnen Bereichen problematische Gemengelage verschiedener Nutzungen und Milieus hat das ambivalente Image und die öffentliche Wahrnehmung des Quartiers geprägt.

Planungsgebiet
Das Bahnhofsviertel - mit einer Fläche von ca. 52 Hektar - liegt zentral zwischen Hauptbahnhof, Messe, Innenstadt, den Wohngebieten Westend im Norden und Sachsenhausen im Süden sowie dem Gutleut- und Gallusviertel im Westen.

Planungsziel
Das bauliche Potential des Bahnhofsviertels bietet zusammen mit seiner zentralen Lage beachtliche Möglichkeiten zur Entwicklung des Quartiers. Dabei bietet gerade auch der Leerstand von Gebäuden die Chance für eine Umgestaltung. Mit einem ganzheitlichen Ansatz soll das Bahnhofsviertel als Wohnstandort gestärkt und die Verträglichkeit von Wohnen und Verkehr verbessert werden. Dabei muss auch den bestehenden Nutzungen durch die Drogenszene und dem Rotlichtviertel Rechnung getragen werden. Öffentlicher und privater Freiraum sollen aufgewertet und neue Nutzungskonzepte für leer stehende Gebäude entwickelt werden. Bei Erhalt seiner Einzigartigkeit und Vielfalt soll das Bahnhofsviertel eine für seine Bewohner sowie für die Stadt und für Besucher deutlich wahrnehmbare Imageverbesserung erfahren.

Projektverlauf
Konzepte zur Umgestaltung des Bahnhofsviertels wurden 2004 in einem Ideenlabor im Stadtteil in öffentlichen Diskussionen mit Eigentümern, Bewohnern und Fachleuten vor Ort auf den Prüfstand gestellt und 2005 in einen Rahmenplan "Wohnen im Bahnhofsviertel" umgesetzt. 2006 wurde dieser Rahmenplan Bestandteil des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für den künftigen Stadtumbauprozess.

Parallel zur Entwicklung des integrierten Stadtteilkonzeptes wurden durch öffentliche Fördermittel neue Anreize für Investitionen in den Bestand geschaffen. 2004 beschloss die Stadt Frankfurt den Einsatz eines städtischen Förderprogramms zur Stärkung der Wohnnutzung im Bahnhofsviertel in Höhe von 10 Mio. Euro. Neben der Modernisierung von Wohnungen wird die Umwandlung von Büroflächen in Wohnflächen besonders gefördert. Die erfolgreiche Inanspruchnahme des Programms führte 2007 zur Aufstockung des städtischen Förderprogramms auf insgesamt 20 Mio. Euro. Diese Mittel stehen zunächst bis einschließlich 2019 bereit.

Zugleich wurde das Bahnhofsviertel in das Bund-Länder-Programm zur Stadterneuerung "Stadtumbau Hessen" aufgenommen. Hiermit stehen für weitere Jahre zusätzliche Fördermöglichkeiten zur Umsetzung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes zur Verfügung.

Nach über zehnjähriger Laufzeit des Stadtumbauprogramms ist der aktive Förderzeitraum für die Gesamtmaßnahme Stadtumbau im Bahnhofsviertel beendet. Unter Berücksichtigung noch laufender Stadtumbauprojekte bereitet der Magistrat zunehmend den Abschluss der Gesamtmaßnahme vor.



Publikationen des Stadtplanungsamtes zum Projekt


Mehr Informationen

Förderungsrichtlinie Bahnhofsviertel

Kaiserstraße 58, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Im Jahr 2004 hat die Stadt Frankfurt am Main 10 Mio. Euro für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen zur Verfügung gestellt und die Förderungsrichtlinie Bahnhofsviertel beschlossen. Ziel der Förderung ist es, Anreize für Investitionen zu geben und damit sowohl die Wohnfunktion des Bahnhofsviertels zu stärken, als auch die Attraktivität des Viertels zu steigern. Die Mittel sollen breit gestreut werden. Dabei wird der Beseitigung von Leerständen Priorität eingeräumt. Da diese Förderung auf großes Interesse gestoßen ist, wurden die verfügbaren Mittel auf insgesamt 20 Mio. Euro aufgestockt. 

Die Förderung ermöglicht nicht nur den Erhalt wertvoller Bausubstanz und die Belebung leer stehender Wohngebäude. Sie wird auch eingesetzt zur Umnutzung leer stehender Bürogebäude zu Wohnraum. Im Rahmen der Förderung wurden in der Zeit von 2004 bis 2012 über 300 Wohnungen dem Wohnungsmarkt wieder zugänglich gemacht. Davon konnten ca. 200 Wohnungen neu geschaffen werden. Weitere Wohneinheiten in verschiedenen Liegenschaften befinden sich im laufenden Verfahren.

Das rege Interesse an dem Förderprogramm zeigt, dass im Bahnhofsviertel eine große Nachfrage sowohl nach Miet- als auch nach Eigentumswohnungen vorhanden ist.

Um die Förderung zielgerichtet zur Verfügung stellen zu können und den interessierten Eigentümern Hilfestellung zu leisten wurde ein erfahrener Architekt als Modernisierungsberater beauftragt.

 

Beispiele für Förderobjekte:

Kaiserstraße 58
Die ehemalige Kaufhalle in der Kaiserstraße 58 gehört schon lange der Vergangenheit an. Nachdem bereits 2009 das Gebäude den Eigentümer gewechselt hat, wurden anfänglich erste Überlegungen angestellt, das ehemalige Kaufhaus aus den 70er Jahren zu entkernen und zu Wohnzwecken umzunutzen. Dieses Vorhaben wurde 2010 zu Gunsten einer gestalterisch höherwertigen Planung aufgegeben.
Hier werden nun 38 hochwertige Wohnungen mit Aufzug über einer Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss entstehen. Durch die teilweise Dachbegrünung der Einzelhandelsflächen wird eine Begrünung der Hofflächen erreicht. Alle Wohnungen verfügen über einen Balkon oder eine Terrasse. Das bestehende Kellergeschoss wird erhalten und als Tiefgarage umgenutzt. Ein Teil der Wohnungen wird im Rahmen des „Förderprogramms Bahnhofsviertel“ mit städtischen Mitteln gefördert. Die Fertigstellung dieses Projektes erfolgte in der zweiten Jahreshälfte 2013.


Wiesenhüttenplatz 37, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Wiesenhüttenplatz 37
Das ehemalige 4. Polizeirevier am Wiesenhüttenplatz stand lange leer. Bereits im Jahr 2008 wurde erstmals gemeinsam mit dem Studentenwerk Frankfurt am Main die Idee ins Leben gerufen, an diesem Standort studentisches Wohnen zu realisieren. Mit Fördermitteln aus dem städtischen „Förderprogramm Bahnhofsviertel“ wurde im Jahr 2010 nach Plänen des Architekturbüros Ferdinand Heide mit dem Umbau des Verwaltungsgebäudes begonnen. Die Baumaßnahmen wurden zwischenzeitlich abgeschlossen. Es sind insgesamt 48 Appartements für Studenten entstanden, die seit 01.07.2011 bereits bezogen wurden. Neben den Appartements wurde ein Gemeinschaftsraum eingerichtet, der sich zu den ansprechend begrünten Hofflächen öffnet und so verschiedene attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bewohner bietet. Der im belebten Bahnhofsviertel erstaunlich ruhig gelegene Wiesenhüttenplatz hat mit diesem Projekt eine zusätzliche Aufwertung erfahren.


Münchener Straße 38, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Münchener Straße 38
Das unter Denkmalschutz stehende Eckgebäude im Kreuzungsbereich der Münchener Straße und der Moselstraße wurde um 1900 errichtet. Mit dem Erwerb der Liegenschaft im Jahr 2005 planten die Eigentümer eine Revitalisierung der Wohnnutzung in dem zuletzt vornehmlich durch Büroflächen genutzten Gebäude. Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen fanden unter anderem mit Unterstützung aus dem „Förderprogramm Bahnhofsviertel“ und in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde der Stadt Frankfurt am Main in der von Zeit 2006 bis 2009 statt und umfassten:

  • die denkmalgerechte Sanierung der reich verzierten Natursteinfassade,
  • die Herstellung von insgesamt 10 großzügigen Wohneinheiten vom 1. Obergeschoss bis zum Dachgeschoss, teilweise mit dem Anbau von Balkonen und Dachterrassen,
  • die stilgerechte Sanierung des historischen Treppenhauses,
  • den Einbau einer Aufzugsanlage.

Insgesamt sind hier ca. 1.100 attraktive Wohnflächen entstanden, die allesamt bereits kurz nach Fertigstellung bezogen wurden. Die Gewerbeflächen im Erdgeschoss wurden darüber hinaus ebenfalls modernisiert und einer neuen Nutzung zugeführt.


Moselstraße 46-48
Das Gebäude aus den 1950er Jahren wurde in der Vergangenheit sowohl gewerblich als auch zu Wohnzwecken genutzt. Durch zwischenzeitliche Nutzungsänderungen wurden neben Büros auch Pelzwerkstätten, dazugehörige Lagerräume und Appartements geschaffen. Von 2009 bis 2010 wurde das Gebäude vom Eigentümer umfangreich saniert. Es erfolgte eine Modernisierung der vorhandenen Wohneinheiten und die Umwandlung der bisherigen Gewerbeflächen im 1.-8. Obergeschoss ebenfalls zu Wohnflächen. Das Erdgeschoss wird weiterhin gewerblich genutzt. Gleichzeitig wurde die straßenseitige Fassade zugunsten einer verbesserten Belichtung saniert und zeitgemäß gestaltet. Ungefähr die Hälfte der entstandenen Wohnflächen wurden aus dem städtischen „Förderprogramm Bahnhofsviertel“ gefördert. Nach der Fertigstellung im Juli 2010 verfügt das Gebäude nun über insgesamt 68 Ein- und Zwei-Zimmer Wohnungen.



Erstinformationen zum Förderverfahren und Hilfestellungen bei der Antragsstellung:

Externe Modernisierungsberater

Herr Jürgen Ehlers
Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH - BSMF
Tel. (069) 40 58 73 - 0

oder

Frau Stephanie Doering
Stadtplanungsamt - 61.S2
Tel. (069) 212 33751
E-Mail: stephanie.doering@stadt-frankfurt.de 


Anreizförderung Hofbegrünung

Moselstraße 6 - Sitzecke, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Das Bahnhofsviertel ist ein hochverdichtetes innerstädtisches Stadtviertel. Rund 95 % der Fläche des Quartiers ist versiegelt.
Dazu tragen auch die häufig vollständig versiegelten privaten Hofflächen bei.
Zur Förderung der Aufenthaltsqualität sowie zur Verbesserung des Mikroklimas ist eine Vergrößerung der Vegetationsflächen von besonderer Bedeutung.
Bei der Umgestaltung öffentlicher Flächen wird die Erhöhung des Vegetationsflächenanteils soweit wie möglich berücksichtigt. Im privaten Bereich setzt dies jedoch die Bereitschaft privater Hauseigentümer zur Durchführung von Begrünungsmaßnahmen voraus.

Da für private Grundstücksfreiflächen (Innenhöfe, Flachdächer von Anbauten, Fassaden) regelmäßig eine Konkurrenz unterschiedlicher Nutzungsansprüche besteht (z.B. Grünfläche oder Stellplätze), ist eine zielgerichtete Planung erforderlich, um vorhandene Potentiale zu erkennen und nutzbar zu machen.

Die Stadt Frankfurt möchte interessierte Eigentümer und Eigentümergemeinschaften dabei unterstützen, aus einer Vielzahl von Begrünungsvarianten eine für ihren Hof geeignete, individuelle Gestaltungslösung zu finden. Neben der Entsiegelung und Gestaltung von Hofflächen sind auch Dach- und Fassadenbegrünungen oder Pflanztröge auf unterkellerten Höfen denkbar.


Moselstraße 6a - Fassade, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Hierzu hat der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main 2013 die “Fördergrundsätze für die Vergabe von Zuschüssen zur Förderung von Innenhofbegrünungen“ beschlossen.
Mit dieser Förderung unterstützt die Stadt Frankfurt am Main Eigentümer und Eigentümergemeinschaften bei der Hofbegrünung durch Beratungsleistungen und Zuschüsse.
Der mögliche Zuschuss beträgt 85 % der förderungsfähigen Kosten von 150 pro gestalteter Hoffläche. Der Betrag ist gedeckelt bei maximal 20.000 pro Maßnahme und Liegenschaft.

Darüber hinaus ist der Gartenarchitekt Victor Kamphausen als Grünberater im Auftrag der Stadt tätig.

Zu seinen Aufgaben gehören neben der Beratungstätigkeit im Rahmen der Förderrichtlinie auch die Hilfestellung bei der Antragstellung und die Erstellung einer Planungsskizze.

Erstinformationen zum Förderverfahren erhalten Sie bei

Frau Marina Knippel
Stadtplanungsamt, 61.S2
Tel.: (069) 212 47793
E-Mail: marina.knippel@stadt-frankfurt.de  

oder

Frau Stephanie Doering
Stadtplanungsamt, 61.S2
Tel.: (069) 212 33751  
E-Mail: stephanie.doering@stadt-frankfurt.de



Projekte Stadtumbau

Schulhof Karmeliter- und Weißfrauenschule

Die Umgestaltung des Schulhofes der Karmeliter- sowie der Weißfrauenschule ist von besonderer Bedeutung für die Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen im Bahnhofsviertel. Aufgrund des Wegfalls eines Spielplatzes auf dem nahe gelegenen Wiesenhüttenplatz soll der Schulhof im Zuge der Umgestaltung zukünftig nicht nur besser den Bedürfnissen der beiden Schulen entsprechen, sondern auch die Möglichkeit für eine öffentliche Nutzung bieten. In enger Abstimmung mit den beiden Schulen sowie der Initiativen vor Ort wurde das Planungsverfahren für die Umgestaltung aufgenommen. Die Kinder der Weißfrauenschule haben im Unterricht Ideen zu ihrem Schulhof entwickelt, während Schüler der Karmeliterschule in einer Ideenwerkstatt Modelle erarbeitet haben. Mit diesem Planungsprozess konnten die Schüler direkt in der Konzeptentwicklung beteiligt werden. Aufbauend auf diesen Konzepten sowie den Ergebnissen der Beteiligung von Schülern, aber auch von Eltern und Lehrern wird eine realisierungsfähige Planung entwickelt. Die Umbaumaßnahmen wurden im Frühjahr 2009 abgeschlossen und den Schülern und Kindern des Bahnhofsviertels zur Bespielung übergeben. Der Spielplatz ist auch an den Wochenenden und in den Ferien geöffnet. In dieser Zeit wird er durch das Internationale Kinderhaus des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit in Frankfurt e.V. pädagogisch betreut.

Schulhof der Karmeliter- und Weißfrauenschule, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Stadtteilverkehrsplan

Ein wichtiger Aspekt des von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedeten städtebaulichen Entwicklungskonzepts ist die Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum, den Straßen und Plätzen im Bahnhofsviertel. Hierzu sind zahlreiche Wünsche und Anregungen formuliert worden. Da eine zielgerichtete Auseinandersetzung mit Fragen der Gestaltung der Straßenräume immer eine Betrachtung der vielfältigen Aspekte des Verkehrs voraussetzt, wurde zunächst durch ein externes Verkehrsplanungsbüro ein Stadtteilverkehrsplan erarbeitet.
Eine Hauptempfehlung des Stadtteilverkehrsplans ist die stärkere Berücksichtigung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs in allen Straßenräumen. Insbesondere eine Verbreiterung von Gehwegen kann erheblich zur Attraktivitätssteigerung des Wohnumfeldes beitragen. Des Weiteren werden auch zahlreiche Vorschläge gemacht, die eine Änderung der derzeitigen Verkehrsführung erfordern würden.
Aufgrund der komplexen Wechselwirkungen im kleinräumigen aber z.T. auch gesamtstädtischen Verkehrsgefüge werden derzeit zunächst Einzelmaßnahmen planerisch vorbereitet und ausgeführt. Hierzu zählen insbesondere die Umgestaltung des Karlsplatzes sowie der Taunusstraße deren Umbau durch das Amt für Straßenbau und Erschließung erfolgt.

 

Umgestaltung Karlsplatz/Karlstraße/Niddastraße

Der öffentliche Raum des Bahnhofsviertels ist geprägt durch ein gründerzeitliches Straßenraster mit geschlossenen Blockrändern und einigen platzartigen Aufweitungen an den Straßenkreuzungen. Freiflächen sind nur in geringem Maße vorhanden. In Ermangelung eines ausreichenden Angebots an Freiflächen kommt der Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums besondere Bedeutung zu. Nach der Neugestaltung des François-Mitterand- und des Wiesenhüttenplatzes soll nun auch mit dem Karlsplatz der dritte Stadtplatz im Stadtteil durch einen Umbau aufgewertet werden.
Die Umgestaltung des Karlsplatzes soll die Aufenthaltsqualität des Platzes stärken und unter Einbeziehung von Verkehrsflächen zusätzliche Nutzflächen schaffen. So wird die Zahl der Fahrspuren der Karlstraße zugunsten der Platzfläche verkleinert und zwischen Karl- und Niddastraße sowie zwischen Nidda- und Moselstraße wird eine Verengung und Aufpflasterung vorgesehen.
Die vorhandene Außengastronomie soll erhalten und ggf. ergänzt werden und das vorhandene Trafogebäude in die Platzgestaltung integriert werden.
Nach erfolgter Vertiefung der Planung ist ein Baubeginn für Mai 2020 geplant.


Freifläche und Turm der Weißfrauen Diakoniekirche

Die Weißfrauen Diakoniekirche im Bahnhofsviertel wurde in den  1950er Jahren an der offenen Ecke Gutleutstraße/Weserstraße gebaut. Frei auf dem Platz stehend setzt sie mit ihrem auf dem Bürgersteig stehenden Glockenturm ein unübersehbares Zeichen im Bahnhofsviertel. Der für das Bahnhofsviertel ungewöhnliche freie Raum rund um die Kirche ist heute jedoch kaum noch zu erkennen. Starke Zaunanlagen trennen den Platz der Kirche vom öffentlichen Straßenraum und durchschneiden die freie Fläche vor der Kirche. Selbst auf dem Hof hinter der Kirche trennen Zäune und Mauern verschiedene Bereiche voneinander ab.
Das soll sich ändern, so dass die Ecksituation und die Freifläche um die Kirche wieder geöffnet werden. Vor allem von der Diakoniestation WESER5 mit ihren Hilfsangeboten für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten, wie Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle,  Notübernachtung,  Übergangswohnhaus, wird schon seit längerem das Ziel verfolgt, offene Ecke statt Problemecke zu sein.
Beide Gedanken aufgreifend wurde durch den Evangelischen Regionalverband und das Stadtplanungsamt in gemeinsamen Planungsrunden mit den Nachbarn aus dem  basis Künstlerhaus, der Merkez-Moschee und dem Hotel Nizza ein Konzept entwickelt, soziale und bauliche Barrieren abzubauen und die Ecke auch räumlich wieder zu öffnen.
Durch Rückbau der Metallzäune, Mauern und der geschlossenen Tore, einen einheitlichen Bodenbelag und durch die gestalterische Akzentuierung von Nutzungsbereichen wird ein offener, sozialer Stadtraum von hoher Qualität für die unterschiedlichen Ansprüche seiner verschiedenen Nutzer entstehen. Die Öffnung der Tore zu den Tagesstunden schafft zudem für alle Nutzer und Besucher des Viertels einen weiteren Freiraum.
Ergänzend zur Umgestaltung der Freifläche erfährt der Kirchturm durch eine künstlerische Intervention von Andrea Büttner eine Umgestaltung, die sich mit dem Ort und dem öffentlich-kulturellen Charakter der heutigen Weißfrauen Diakoniekirche auseinander setzt. Der Turm behält seine Funktion als Glockenturm und ist zudem Kunstraum, ein Ort wo Kunst und soziale Wirklichkeit aufeinandertreffen. Das vielfältige diakonische Angebot von WESER5 wird hier gepaart mit der künstlerischen, spirituellen und sozialkulturellen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen in den Räumen der Diakoniekirche. Die bauliche Umsetzung erfolgte in der zweiten Jahreshälfte 2013.
Die Umsetzung der Platzgestaltung, die von der Arbeitsgemeinschaft Sichau und Walter Architekten und Ute Wittich Gartenarchitektur auf Grundlage der Interessen der Kirche und der Anrainer aufgestellt wurde, wurde im Dezember 2012 abgeschlossen. Der zweite Bauabschnitt, der Bereich vor der Kirche, wurde in 2014 realisiert. Die Planung des zweiten Bauabschnittes erfolgte durch die Sehlhoff GmbH.
Die Umsetzung der Freiflächengestaltung sowie der künstlerischen Umgestaltung des Turms werden von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung und vom Land Hessen im Rahmen des Stadtumbaus in Hessen kofinanziert.

Logos

Kreativzentrum basis

Der Verein basis e.V. betreibt in der Elbestraße 10 ein Atelierhaus mit Ausstellungsräumen als Kreativzentrum. Jungen Künstlern werden Atelierräume zu günstigen Mieten zur Verfügung gestellt und in den Ausstellungsräumen wird gesellschaftsrelevante, internationale Gegenwartskunst in einem lokalen und internationalen Kontext präsentiert. Durch die Initiative des Vereins wird die Vernetzung der Kulturschaffenden und Künstler gefördert und gestärkt. Seit dem zweijährigen Bestehen des Vereins am Standort Elbestraße 10 ist hier ein Schwerpunkt künstlerischer Aktivitäten von lokaler und überregionaler Bedeutung entstanden. Durch eine Förderung im Rahmen des Programms Stadtumbau konnten zusätzliche Räume für die Vereinstätigkeit nutzbar gemacht und Ausstellungsräume erweitert werden. Außerdem wird mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs und der Verbesserung der sanitären Anlagen dem zunehmenden Interesse der Öffentlichkeit an den künstlerischen Aktivitäten des Vereins Rechnung getragen. Hiermit trägt der Verein zur Weiterentwicklung und Imageverbesserung des Bahnhofsviertels bei. Aufbauend auf die positiven Erfahrungen, die der Verein mit seiner Tätigkeit in der Elbestraße gewonnen hat, wurde als zweites Projekt das Gebäude Gutleutstraße 12-14 als Atelierhaus umgestaltet. In diesem größeren Gebäude konnten mit einfachen Mitteln großzügige Räume mit vielfältigen Möglichkeiten für künstlerische Arbeit und Ausstellungen geschaffen werden.


Markt Kaiserstraße

Der Wochenmarkt in der Kaiserstraße ist ein wertvoller Beitrag für die Belebung und Attraktivierung des Bahnhofsviertels. Der Markt lädt Besucher und Beschäftigte seit mehr als 10 Jahren zum Verweilen im öffentlichen Raum ein.
Der ursprüngliche Betrieb des Marktes an zwei Tagen in der Woche im Straßenabschnitt östlich der Moselstraße wurde zu Gunsten einer verbesserten Anfahrbarkeit der Liegenschaften in diesem Bereich verändert. So wird an je einem Tag in der Woche neben dem sogenannten Kaisersack nun auch der Straßenabschnitt zwischen Mosel- und Elbestraße durch den Markt genutzt.
Die provisorische Stromversorgung des neuen Marktstandortes wurde im Rahmen des Programms Stadtumbau in Hessen durch die Einrichtung von Unterflurelektranten ersetzt. Diese sichern den technischen Betrieb des Marktgeschehens und nehmen auf die besondere Gestaltung der Kaiserstraße Rücksicht.


Struktur des Stadtumbaus

Integriertes Entwicklungskonzept

Um die Erneuerung und Förderung des Bahnhofsviertels in einen langfristigen Prozess einbetten zu können, wurde das Bahnhofsviertel in das Stadterneuerungsprogramm "Stadtumbau in Hessen" aufgenommen. Als Basis für den Prozess des Stadtumbaus wurde in einem offenen Prozess, dem so genannten Ideenlabor Bahnhofsviertel, unter Beteiligung der Bürger ein integriertes Entwicklungskonzept für das Bahnhofsviertel erarbeitet. Dieses Konzept umfasst Handlungsansätze zu den zentralen Maßnahmenbereichen der Umgestaltung des Bahnhofsviertels. Diese Handlungsansätze münden in einzelne Projekte, die im Fortgang des Stadtumbaus kontinuierlich umgesetzt werden (siehe Projekte des Stadtumbaus).

Für den Zeitraum von 2007 bis 2017 war die Arbeitsgemeinschaft BSMF mbH aus Frankfurt und S.T.E.R.N. Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH aus Berlin mit der Projektsteuerung des Stadtumbauprozesses beauftragt. Die Aufgabe der Projektsteuerung umfasste die Präzisierung, Fortschreibung und Umsetzung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts, daneben lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Betreuung von Maßnahmen, der Moderation und Mediation sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Das bereits im Zuge der Vorbereitung eingerichtete Stadtteilbüro in der Gutleutstraße 16a (ehemals Moselstraße 6a) wurde bis Ende 2017 kontinuierlich betrieben und diente als Anlauf- und Informationsstelle im Stadtviertel.


Lenkungsgruppe

Im Zuge der Umsetzung des Stadtumbaus im Bahnhofsviertel wurde eine Lenkungsgruppe einberufen. Die Lenkungsgruppe fungierte als Beratungsgremium, in dem relevante Institutionen und Initiativen bzw. Interessenvertreter aus dem Bahnhofsviertel vertreten waren. Aus der jeweiligen spezifischen Kenntnis und Interessenlage heraus konnten Hinweise und Empfehlungen für den Ablauf des Stadtumbauprozesses im Bahnhofsviertel gegeben werden. Die Lenkungsgruppe wurde im Mai 2008 vom Planungsdezernenten einberufen und tagte viermal jährlich. Die Abschlusssitzung der Lenkungsrunde fand am 30. November 2017 statt.


Stadtsalon

Stadtsalon bhf4tel in der basis (Februar 2018), © bb22 (2018)

Nach über zehnjähriger Laufzeit des Stadtumbauprogramms ist der aktive Förderzeitraum für die Gesamtmaßnahme Stadtumbau im Bahnhofsviertel beendet. Seitens des Magistrats wird zunehmend der Abschluss der Gesamtmaßnahme vorbereitet. Bereits laufende Stadtumbauprojekte werden noch umgesetzt, jedoch keine neuen Projekte mehr begonnen.

Um den positiven Entwicklungsprozess im Viertel über den aktiven Förderzeitraum hinaus vor allem im Sinne der Selbstorganisation zu unterstützen, fand in den Jahren 2017 und 2018 in regelmäßigen Abständen im Bahnhofsviertel das Format Stadtsalon BHF4TEL statt. Der Stadtsalon BHF4TEL war eine lokale Gesprächsrunde, die allen Interessierten mit „Lust auf´s Bahnhofsviertel“ offen stand und regelmäßig in dem erdgeschossigen Leseraum von basis e. V. in der Gutleutstr. 8 bis 12 stattfand.

Mit Hilfe des Formats ist es gelungen im Bahnhofsviertel einen Anstoß für ein nachbarschaftliches Engagement zu geben. Mit dem Ziel einer nachhaltigen Verstetigung soll es im Viertel auch nach Abschluss der Veranstaltungsreihe Stadtsalon BHF4TEL weiterhin einen Ort für eine ungezwungene Kommunikationen und für einen offenen Austausch geben. Unter dem Einsatz von Fördermitteln aus der Förderungsrichtlinie Bahnhofsviertel und auf der Grundlage eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung aus November 2018 soll der Leseraum baulich umgestaltet und zukünftig von den Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Bahnhofsviertel kostenfrei genutzt werden können.

Nach Abschluss der Umbaumaßnahmen wird es voraussichtlich im Sommer 2019 eine Eröffnungsveranstaltung geben, zu der wir bereits heute herzlich einladen. Genauere Informationen werden zeitnah bekanntgeben.


Logo Stadtsalon, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main

Verfügungsfonds der Stadt Frankfurt am Main
Zur Stärkung eines gemeinwohlorientierten Engagements stellt die Stadt Frankfurt am Main den Gebieten der Stadterneuerung ein Budget (Verfügungsfonds) für die Durchführung von lokalen Kleinprojekten und Maßnahmen zur Verfügung. Durch den Fonds soll bürgerschaftliches Handeln im nicht-investiven Bereich eigenverantwortlich und unbürokratisch ermöglicht werden.